Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-02-12 · Heft 12 (12.2.1885) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 12 (12.2.1885)
Date
1885-02-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449516--21655-2511241
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

203 da bei der Willkür der Machthaber zur Schau getragener Ncichthnm schon Manchem vcrhängniftvoll wurde. Während das türkische Haus wegen des Harems mir sehr schwer oder gar nicht zugänglich ist, bildet dies bei den Juden kein Hindernist, da die Trennung der Geschlechter nicht streng dnrchgefnhrt ist. — Die Verlobung rindet bei den Inden gewöhnlich schon in den Kinderiahren statt, die Lerhcirathung nicht so früh wie man vielfach annimmt. Ter junge Ehemann gelangt nicht zur Selbständigkeit, er bleibt im Hanse seiner Eltern und Großeltern. Dem Hausvater und der Hausmutter wird eine geradezu patriarchalische Hochachtung entgegengebracht. Tie jüdische ftrau erfreut sich hoher Achtung in der Familie, ihr liegt die Erziehung der Kleinen ob, und obzwar sic oft des Lesens nicht mächtig, übt sie doch den .Kleinen die vorgeschriebencn Gebete, die sic auswendig weist, ein. Stiller Fleist, bescheidene Tcmnth und' Süchtigkeit ünd ihre hervorragendsten Eigenschaften. Aus dem reichen Schatz seiner Erlebnisse gewährte der redegewandte Vortragende den aufmerksam lauschenden Zuhörern auch noch bis zum Schlnst seines Vortrags einen hohen geistigen Genuß. Oester r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien, s. Februar. In voriger Woche haben innerhalb der isr. Eultnsgemcindc vier Selbstmorde stattgefnnden. — Tic Statistik hatte bisher zu verzeichnen, dast, trotzdem die Inden in ihren Bermögensvcrhältnillcn häufiger einem wechselnden Geschicke unterworfen sind, sie doch in ihrem Glauben größere Widerstandskraft gegen die Manie des Selbstmordes fanden. Ein ohne Religion, ohne Gesetz, ohne Glauben heranwachsendcs Geschlecht verfällt dem zeitlichen, wie dem ewigen Verderben. —' Es ist eine bekannte Thatsache, dast sich die Inden bisher einer längeren durchschnittlichen Lebensdauer erfreuten als die anderen Menschen. — In neuerer Zeit hat mau die Beobachtung gemacht, dast in den größeren Städten, wo die Mehrzahl der Juden die jüdischen Spcisegcsctze und die Aeinheitsvorschriften im ehelichen Leben nicht beobachten, die größere Langlebigkeit aufgchört hat. — In Meran verstarb am 1. Februar Herr Peter Smolensk, Herausgeber der hebräischen Monatsschrift „Haschachar" (die Morgcnröthe). — Herr Smolensk schrieb ein ausgezeichnetes Hebräisch; er erreichte ein Alter von 43 Jahren. In Arad starb der dortige Reformrabbiner Steinhardt. Ter „Ungarische Israelit" ist so naiv, dem verstorbenen Gesinnungsgenosten nachzurühmen, daß er Niemanden wegen seiner Gelehrsamkeit, seiner Werke, seines Ruhmes und Ansehensbeneidet habe, dast er aber Tiejcnigcu beneidet habe, die sich eines guten Appetits erfreute»!! — M a r o c c o. Nachrichten, welche ans Dcnrnak in Tanger angelangt sind, geben eine grauenhafte Schilderung von der Grausamkeit nencsten Datums, welche der Gouverneur zu Temnat an Inden begangen hat. Ter os Jahre alte Rabbiner Zjnssnff El Malika erhielt oso Stockschläge, und ist cS zn verwundern, dast er diesen nicht unterlegen ist: doch liegt er so krank darnieder, dast stündlich seiner Auflösung entgegen gesehen wird. Ein gleiches Schicksal hatte der Kaufmann Isaac Eohcn, und wenn cs noch etwas Traurigeres gibt, so ist cs das Schicksal der Frauen, auf welche Neger ans Befehl der Negierung tagtäglich eine ordentliche Jagd anstellen, um sie in jeder nur möglichen Weise'zu mißhandeln. Tie maroeeanische Negierung hat sich bisher von ihrer guten Gesinnung' gegen den Gouverneur von Temnat auch nicht durch die Intervention einzelner Repräsentanten der civilisirten Machte abbringen lassen und dies wird auch nicht eher geschehen, bis von dcn Eonsnlen in Tanger eine Kolektiv-Note eingercicht werden wird. Auflösung desArithmogryph in der „Belletristischen Beilage" zn Nr. JO: Goliaih ModUn 2(ii|taid| Nonceünallcs Aiisai JCcuukm Gcmarah — Mifchnah. Nichtige Losungen sandten ein: Adolf Pachracl, in Elmshorn. Henna»» ^urbanni ans lsrnsbach. Hieran. Abr. Vopch in Uerdingen. Vfbicr Schwanz in HaUfiati. Lehrer Pb. Kanflcin in Zimmern bei ifoblenz. Frau Martba .kiosenllml in Tronic. Vchrcr imb Vorsänger Schlesinger in Mergenkbciin. Max i». Morib ö'olde in Posen. Jacob Wasscrbcrgcr in Jirafa». Wochcn-Kalender. Freitag, 13. Februar, 28. Schebat. Samstag, 14. Februar, 3i>. Schebat. r'inn fZzbpz’ ’t dcct: SabbatAusgang (> Uhr ft Min. (Mainzer Uhr.) Sonntag, 15. Februar, 30. Schebat. "pn r."n *« sv Montag, IG. Februar, 1. Ador. '3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.