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Der Israelit · 1885-02-12 · Heft 12 (12.2.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 12 (12.2.1885)
Date
1885-02-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Anlage }\t Ur. 12 des Israelit. Leitender Artikel. Auszüge aus Rabbi Sadja Hagaons arabischer Version der heiligen Lchrifl in's Deutsche übersevt und kritisch beleuchtet von I. Schwarz stein, Karlsruhe. Gen. Gap. 2, B. 6: pan p rOy nrri übersetzt R. S. npjd nym pr iOi „Und kein Tunst stieg ans von ihr, der Grde." R. S. bezieht die Negation des vorstehenden Satzes p*i dini auch aus diesen nach einer Regel der hebr. Wortfügung, wenn nämlich zwei oder mehrere negative Sätze auf einander folgen, oft nur die ersteren eine Negation haben, die im letzten hilizugedacht werden muß. Man vergleiche Sam. I, Gap. 2, V. 3: renn n« orcc pny sr nm: nn2:; Hiob Gap. 28, V. iß. td Pr nmicm n-nrn 2nr rurnjr to; ebenso Hiob Gap. 80, 2tt yiL-r< n. s. w. Nach dieser Version will die hl. Schrift durch die Grzählung der Schöpfungsgeschichte lehren, daß der Allmächtige in den ersten sechs Schöpfungstagen, ehe er dem Grdbodcu die Natnrkraft zum .Hervorfprossen und zum Fortpflanzen verliehen hatte, alle Pflanzengattungen allein, ohne ein Hilfsmittel des Regens, der Menscheuarbeit oder des Thaues, in's Dasein rief. Nach N. S. und Rasch! ist der Strom pe*'ö identisch mit dem Nilstrome und der Gden und dessen Garten, der Aufenthaltsort der ersten Menschen, wäre also in Afrika gelegen. Letztere Tradition, welche auf eine Erzählung des Talm. Tract. Tamid, Fol. 82, znrückgcführt werden kann, wonach Alexander der Große bei seinen Grobcrnngszügen durch Afrika, als er den Lauf eines wunderbar wohlriechenden und erfrischenden Stromes verfolgte, an die Pforten des Garten Gdens gelangt sei, scheint ein Widerspruch der schriftlichen Lehre zu sein, da?pm, der Tigrisstrom, und n"iCK, der Guphratftrom, welche nach Angabe der heilige» Schrift mit dem Strome lirrv eine gemeinschaftliche Quelle haben sollen, auf dem armenischen Gebirge in Asien entspringen, während die Nilqnellen, soweit mau sie überhaupt bis jetzt zu entdecken vermochte, ■ weit int Süden Afrikas ihre Gntstehnng haben. Außerdem noch ist Vers 10 dem Wortlaute nach, daß ans einer Quelle in Gden eine Strecke weit Wasser fließt, welches sich dann in vier Arme theitt, der Wirtlichkeit nicht entsprechend, denn selbst der Guphrat und der Tigris haben 'jeder seine eigene Quelle. Alte diese weit auseinander gehenden Gegensätze werden durch R. S.'s Ueberfetzung des Satzes nn:i pyo wn mit py p rrr tnn: 7y;n „Und Gott machte eine Strömung, die er aus Gden führte," auf Grund der hebräischen Gtymologie ebenso scharfsinnig wie zutreffend ausgeglichen/ nn:-Strömung analog. Jona Cap. 2, B. 4 '1220' nmv — uü' transitiv analog Deuteronomium Gap. 14, V. 22 n:tr n:tt» mii'n am. Am. Gap. r>, V. 8 Tyn nt^n. (ybcii oder Paradies (D"no) ist, wie aus dieser Version hervorgeht, nicht eine mythisch geographische Vorstellung einer fabelhaften Gegend wie z. B. die .Hesperidengärten der Griechen und dergleichen; auch nicht eine absolut allegorische Schilderung der hl. Schrift, sondern die Bezeichnung der vorzüglich fruchtbaren Bodenfläche in Westasien und in Afrika in Unter-Aegypten. Man vergleiche Genes. 18, io: nnk's pN%: 'n pr. „Wie der Garten des Gängen, wie das Land Aegypten." lliib in der That verdanken diese Landstrecken ihre außerordentliche Fruchtbarkeit nur den durch sie fließenden Strömen, Tigris,Gnphrat, Gichon(?) und Nil, die ihren Stromgebieten, trotz deren eigenen mangelhasten Grtragsfähkgkeit und deren ungünstigen klimatischen Lage, in ihrem Laufe Gottes Segen zur üppigsten Fruchtbarkeit verleihen. Um in diesem Sinne den Zusammenhang des ganzen Verses in Ginklang zu bringen, übersetzt R. S. D'irNi nyziN*? n\m mit cpk nysiN Tiro „Und er bildete vier ihrer Anfänge, das heißt Quellen. Aehnlich -erklären D^pn# und?«'ny p pu' pnn: nrn ny2“i*0. — Septuaginta übersetzen "in: mit potanios, das wie in: die Ueberfetzung von Strömung zuläßt und D'Li'tn mit nrclms, Anfänge; es scheint daher, daß Rabbi Sadja bei der Grklärung dieses Verses mit den Septuaginta im Wesentlichen übereinstiillmt.

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