Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 11 (9.2.1885)
- Date
- 1885-02-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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188 Joscphus mußte dein Vcspasian iu Fesseln nach Eäsarea und Alexandrien folgen, kehrte dann aber mit Titus nach Judäa zurück und blieb in steter Begleitung des Thronerben, (fr erhielt die erbeuteten heiligen Bücher zum Geschenk und neue Landgüter. So blieb er in hohem Ansehen bei Vespasian, TitnS und Domitian. Gr hat seinem Volk durch seine Feder mehr als durch sein Schwert genutzt. Schon frühzeitig hatte er angefangen Aufzeichnungen zu machen, und gab dann in 7 Büchern die Geschichte des jüdischen Krieges, anfangcnd mit der Zeit des Antiochus Epiphanes, heraus. Durch den reichen Beifall crmnthigt, schrieb er eine vollständige Geschichte des jüdischen Volkes, von der Weltschöpfung bis zum Vcgiune des jüdischen Krieges, in 20 Büchern und als Anhang dazu eine Darstellung seiner Amtsverwaltnng in Galiläa, sowie seine Lebensbeschreibung. Von besonderer Bedeutung ist seine Schrift gegen Avion in 2 Büchern, die erste Apologie des Judenthums. In dem ersten Buche weist er die Angriffe gegen das Alter des jüdischen Volkes zurück; daß die griechischen Geschichtsschreiber der Juden keine Erwähnungthun, sei nicht zu verwundern, da die griechische Geschichtsschreibung sehr jung und unzuverlässig sei; während er selbst in seinen Büchern nur nach eigener Wahrnehmung berichte, schöpften jene aus unlauteren Quellen und ständen in stetem Streit miteinander. Daß die Griechen die Juden nicht kannten, komme daher, daß diese keine Seefahrten machten, um mit fremden Völkern in Berührung zu kommen, sondern sie haben in der Hekmath friedlich vom Ackerbau und Handwerk gelebt. Im zweiten Buche geht er auf die positive jüdische Religion ein. Während die Heiden wegen ihrer Religion beständig im Streit lägen, dürfe man die nicht anklagen, die seit Jahrtausenden dem angestammten Glauben treu geblieben seien. Daß im Tempel am Passahfeste ein junger Grieche verzehrt werde, sei Lüge. Haß gegen die Fremden widerspreche dem Geiste des jüd. Gesetzes. Moses hat aufuneigcnnützige, liebcvolleund kluge Weise das Volk zur Tugend geführt, indem er den Staat nach dem Willen Gottes eingerichtet. Jeder Jude müsse sein Gesetz kennen, durch Nnkenntniß könne Niemand seine Fehler entschuldigen. Auf's Gerechteste bestimme das Gesetz das Berhältniß der Juden zu einander, gebiete Milde und Versöhnlichkeit gegen Fremde, auch Feinde, und selbst Gefangene sollten milde behandelt werden. Daß Fremde von der Staatsverwaltung ansgeschlollen werden, finde man ebenso bei anderen Völkern, um die Eigenthümlichkeit vor fremdem Einfluß zu schützen. Bei den Griechen durfte der Maler und der Bildhauer die Gestalt der Götter formen und umformen, die Enlte wechselten beständig; daß dies bei den Inden nicht der Fall ist, gereicht ihnen zur Ehre und zeugt von der Vortrefflichkeit ihrer Gesetze. Zum Schluffe führte Redner einen Midrasch an, der den Traum Jakob's in schöner Weise deutet: die Engel, die an der Leiter auf und absteigen, seien die Völker, die der Reihe nach an Macht und Größe zugenommen, um, wenn sie ihren Höhepunkt erreicht haben, wieder abwärts zu steigen und vom Schauplatz der Weltgeschichte zu verschwinden; dagegen hat Israel, das den Völkern den Namen des einzigen Gottes verkündet hat, seit Jahrtausenden allen Wechselfällen der Zeiten Widerstand geleistet, und sein Glaube wird auch fernerhin allen Stürmen Trotz bieten. Egypten. Alexandrien. Mit Bedauern erfahren wir von dem plötzlichen Tod des Baron Bohor David v. Menasse. Der Verstorbene, welcher nur ein Alter von 56 Jahren erreichte, war der Ehef der weltberühmten Firma I. L. Menaffe Sohn und Comp, in Alexandrien, Eairo und London. Baron Bohor war ein religiöser Jude und ein edler Wohltbäter seiner Brüder. Er war Präsident der hiesigen jüdischen Gemeinde und Eonsulagent der Vereinigten Staaten Nordamerikas. An seinem Leichenbegängnisse bcthciligte sich die Elite der Bevölkerung. M n % t i ö £ u. Für de» folgende» Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Siegmund Hecht in Bmgen ft. Rh. hält sich bei Bedarf!>on Trester-Branntwein ncc Sy ir:> bestens empfohlen bei streng reeller Bedie-1 /ftin tüchtiges Küchenmqdchen auf sofort nung. (1781 >2, gesucht von Referenz: Herr Rabhiuer vr. S äng er. j 888 Frau Joseph Mftyer, Schwelm.