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Der Israelit · 1885-02-05 · Heft 10 (5.2.1885) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 10 (5.2.1885)
Date
1885-02-05
Page
– (sequence 20)
Language
German
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176 nicht bcmuietrt; aber ich wäre nicht verpflichtet gewesen, Euch meine Dankbarkeit zu beweisen. Nun aber vernahm ich, das; Euer Häubchen und Euer Vieh öffentlich verkauft werden sollte; da bin ich denn von Berlin hergcrittcn, um meiner Pflicht zu genügen. Hier sind noch hundert Thalcr, damit Ihr nicht wieder nothig habt, Schulden zu machen. Solltet Ihr jemals wieder in eine bedrängte Lage kommen, so wendet Euch an niich. Ich heis;e Samuel Levy und wohne in Berlin in der Spandancrstraßc. Wenn ich Euch helfen kann, so soll es gerne geschehen!" Wiederum war ein Jahr verflossen, ein für Samuel Lcvy recht glückliches Jahr; er hatte iu Voraussicht des bald ausbrechendcn Krieges mit Frankreich gros;e Einkäufe an Korn, Hafer, Erbsen und Bohnen gemacht und sie an die Armeelieferanten mit großem Nutzen verkauft. Auch Heinrich Diese hatte, wenn auch im bescheidenen Maasze, ein glückliches Jahr gehabt. Seine Frau war genesen, sind eine gute Ernte hatte seinen Wohlstand vermehrt, so das; er daran denken konnte, sein halbverfallenes Häuschen einer gründlichen Rcperatur unterziehen zu lassen. Herr Samuel Levy sas; in seinem Eomptoire, in seine Rechnungen vertieft Ta' trat ein Bauer herein. Lcvy blickte auf und' erkante zu seiner Freude seinen Lebensretter. „Ei, Heinrich Diese," rief er ihm entgegen. „Das ist recht, das; Ihr mich in Berlin anfsncht. Meine Frau und meine Kinder sehnen sich danach, meinen Lebensretter kennen zu lernen. Doch, was tragt Ihr da in der Hand? Fürwahr, meine verlorene Geldkatze!" „So ist es, Herr Levy", sagte der Bauer. „Ich will mein Häuschen reparircn lassen und da fand sich der Geldgurt unter dem Mist, bei der Ausräumung des Stalles. Als ich Euch damals für todt auf ein Geüuud Stroh legte und Euch tüchtig klopfte, da muß sich der Gurt losgelöst haben lind in das Stroh gefallen sein. Das Stroh habe ich dann in den Stall getragen und mit ihm wahrscheinlich auch die Geldkatze. Hier ist sie wieder, zählt nach, ob etwas darin fehlt." Herr Levy nahm die Geldkatze und öffnete sie. Zweihundert doppelte FricdrichSd'or nahm er heraus; es fehlte nicht ein einziges Stuck. „Ihr seid ein ehrlicher Manu, Heinrich," sagte Lcvy. „Und jetzt habe ich zwei Bitten au Euch, deren Erfüllung Ihr mir nicht abschlagcn dürft. Die eine ist, das; Ihr mir verzeihen sollt, weil ich Euch in Verdacht gehabt habe." „Redet nicht so, Herr Lcvy," sagte der Bauer. „Ihr konntet ja nicht anders denken." „Ihr habt mir also verziehen. Rnnhabe ich noch eine ändere Bitte. Dies Geld hier ist längst verschmerzt, Gott hat mich gesegnet, und ich brauche cs nicht. Gestaltet mir, das; ich Euch ein hübsches Bauerngut dafür kaufe." „„Rein, Herr Levn, das kann ich nicht annehmen. Ihr habt mir den kleinen Dienst, den ich Euch erwiesen, schon reichlich genug vergolten." " Levy aber ließ sich nicht abweisen und ruhete nicht, bis Heinrich Dictze das grotzmüthige Geschenk annahm. Dann führte er ihn bei seiner Familie ein; mutzte znm Mittagessen da bleiben, und Frau Lcvy und deren Kinder gaben ihm schöne Geschenke für die Seinen zu Hause. Das war eine Freude, als der Bauer nach Hause kam, uild die schönen Geschenke: Tücher, Kleider, Bänder und allerlei Schmucksachen vor seiner Frau und seinen Kindern ausbreitete! Bald auch fand er Gelegenheit, ein einträgliches Bauerngut käuflich zu erwerben, welches er so vorzüglich bewirthschaftete, das; er nach einer Reihe von Jahren der wohlhabendste Bauer von Schönau wurde. Zur schönen Sommerzeit fuhr von Jahr zu Jahr ein sechssitziger Rcisewagen in Schönau vor dem Gehöfte Dietzes vor, dem dann Samuel Levy, dessen Frau und vier Kinder entstiegen, um einen Tag bei ihren Freunden auf dem Laude zuzubringen. So aber Jemand aus Dietzes Familie nach Berlin kam, nahm er in der Spandauerstraße sein Absteigequartier. Ja, die Freundschaft der beiden Familien übertrug sich noch aus die späteren Generationen. Arttymogrypl). 11 16 6 U 3 9 4 (Sin Riese. 10 2 5 3 («in Prophet. 7 16 13 6 14 12 Eine Festung. 3 5 14 2 9 3 5 8 (Sin strenger Kunstrichter. 5 16 12 15 10 2 1 3 6 6 10 2 Ein Thal, in welchem ein bedeutender Held seinen Tod sand. 3 5 14 2 3 14 Eigenname, der in Mcgillalh Esther enthalten. 4 3 3 6 10 7 Eine Stadt, in welcher vorzügliche Blumenzucht. Die Ansangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen ergeben zwei sür Israel höchst bedeutungsvolle Werke. .Syan pr» ta p'xj Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition große Bleiche Nr. 45. Druck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz.

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