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Der Israelit · 1885-02-05 · Heft 10 (5.2.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 10 (5.2.1885)
Date
1885-02-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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16» eine Anzahl von Bons ans, um nicht von der Börse ansgewicscn zu werden. Einer seiner christlichen Kollegen überredete ihn nun, ihm dazu zu verhelfen, daß er diese Bons billig zusammenkaufen könne, da es besser sei, das; er ihm den Betrag schulde, der ihn: wie lange immer warten werde, als seinen Gläubigern, die jeden Augenblick auf Zahlung dringen können. Der insolvente Agent lief mm zu allen seinen Gläubigern, stellte ihnen seine trostlose Lage vor und brachte cs dahin, das; dieselben ihre Forderungen um den dritten Theil ihres Betrages hcrgaben. Der treue Freund kaufte nun die neunhundert Gulden für dreihundert. Nun im Besitze der Bons, meinte der Käufer derselben, er werde wohl ans die Zahlung warten, bis cs dem Schuldner wieder besser gehen werde, doch sei cs nothwendig, daß derselbe feine Frau bewege, die Schulddoknmente ebenfalls zu unterschreiben, damit er doch für alle Fälle gesichert sei. Der Schuldner, der sich nun ganz in der Hand seines Freundes befand, da ihn derselbe auf Grund seiner Forderungen jeden Augenblick von der Börse auswcisen lassen konnte, willigte in Alles und ließ die Wechsel von seiner Frau unterschreiben. Kaum war das jedoch geschehen, als der brave Freund gegen seinen Schuldner die Pfändung und Exekution erwirkte. In der Kornhalle rief dieses Vorgehen allgemeine Entrüstnug hervor. Ein Eomit« trat zusammen und bald war durch einzelne Beiträge die Summe von neunhundert Gulden aufgebracht, mit welcher dieJudenden christlichen Agenten aus den Händen seines christlichen Freundes befreiten. Urrg. Vilägos. In unserer beinahe ausschließlich katholischen Gemeinde wurde der israelitische allgemein geachtete Bürger, Herr Josef Deutsch, einstimmig zum Ortsrichter gewählt. Italien. Turin. Bei der im verflossenen Sommer dahier stattgchabten allgemeinen Ausstellung hatten sich die Juden in hervorragender Weise betheiligt. Nicht weniger als 71 Israeliten, die in 18 verschiedenen Sectioncn ausgestellt hatten, erhielten nachstehende Auszeichnungen: Ehrendiplome: 1; goldne Medaillen: 10; silberne Medaillen: 26; bronzene Medaillen: 16; ehrende Erwähnung: 12; Zeugnisse zweiter Klasse: 3; Zeugnisse dritter Klasse: 3. Frankreich. Paris. Frau Wittwe Bcnolt Fould hat zur Zeit, uni dem Willen ihres verstorbenen Mannes zu willfahren, ein Kapital von 54136 Fr. gestiftet, dessen Zinsen zu Gunsten eines französischen isr. Künstlers in der Malerei verwendet werden sollen. Auf Vorchlag der Akademie der schönen Künste wurde dieses Stipendium dem jungen Schüler Leon Levy der Kunstschule in Valenciennes auf fünf Jahre zuerkannt. Paris. Volle Anerkennung verdient der Wohlthätigkcitssinn der hiesigen Israeliten. Die für die religiösen und wohlthätigen Institute eingegangenen Beträge in den Monaten Dezember-Januar weisen nach der dieser Tage veröffentlichten Liste die Summe von nahe 31,000 Fr. auf. England. Ramsgate. Am 20. Januar starb im Alter von 81 Jahren Rev. Emanuel H. Myers, Eantor der hiesigen Synagoge. Er stand von jeher in naher Beziehung zu Sir Moses Montesiore, den er mehrmals auf seinen Reisen nach dem h. Lande begleitete. Sein Reisejourual findet sich noch als Mauuscript vor. Bei seinem Leichenbegängnisse fand seitens der Bevölkerung große Betheiligung statt, was Zeugniß von seinem guten Rufe ablegt. M a r o c c o. Als die Aissaouas (ein wilder Stamm, welcher über alle Städte Maroccos zerstreut ist) von den maurischen Festen El Mouloud (Geburtstag Mohameds) am 6. Januar aus Mequinez zurückkehrten, überfielen sie das Judeuviertel in Alcazar und plünderten es in Gemeinschaft mit einheimischen Mohamcdancrn. 60 Juden wurden mehr oder weniger schwer verwundet, auch 13 Mauren trugen in Folge des von den Juden geleisteten Widerstandes Wunden davon. Keiner der europäischen Vertreter hat bis jetzt bei der maroccanischcn Negierung dagegen remönstrirt, und so kann man fast mit Gewißheit voranssehen, daß die Uebelthäter ohne jede Strafe ausgehen. Der Gouverneur von Denmat scheint sich allmächtig zu fühlen; neuerdings hat er den daselbst verbliebenen Inden eine Strafe von 1200 Dollars auferlegt. Mrrhrige Lösungen snndken ein: S. M. Bachrach in Elmshorn. Abr. M. Jnfeld i» Krakau. Traiteur Gustav Goldschmidt in Posen. Lehrer N. Hähnlein in Schw. Hall. d

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