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Der Israelit · 1885-01-26 · Heft 7 (26.1.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 7 (26.1.1885)
Date
1885-01-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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120 Aus dem Nntcr-Elfatz. „Sic haben einen guten Mann begraben, und uns war er mehr!" Mit dem Dichter rufen wir, hier in dem Rcichslande und Viele, welche weit hinaus über dessen Grenzen wohnen, dem am 15. d. M. zur ewigen Ruhe gebetteten Rabbiner Salomo» Levy zu Brumath nach. — Dem Zuge hatten sich der Bürgermeister und Gemcinderath, die Geistlichkeit der übrigen Konfessionen und das Lehrerpersonal _ von Brumath, der Tircctor der Anstalt von Stefansfcld mit allen seinen Beamten und eine Menge von Fremden aus nah und fern herbeigecilten Personen angeschlossen. Unter letzteren zählten wir 13 Rabbincn. Alle wäre» gekommen, dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Im Sterbehanse sprach Herr Rabbiner Weil aus Pfalzburg Worte des Trostes; in der Synagoge feierte der Großrabbiner Herr Aron von Straßbnrg die vielen Verdienste des Entschlafenen, der einer seiner geachtetsten Schüler gewesen sei, und am Grabe rief der Herr Rabbiner Levy aus Obcrehnheim, der Senior unter den Rabb. des Unterelsaß, dem scheidenden Freunde den letzten Gruß zu. Im Jahre 1852 war Herr Levy zum Rabbibiner in Brumath ernannt worden. Sein Ruf als Talmudist führte ihm zahlreiche Schüler zu, die er für das Rabbinerseminar vorbildete. Eine große Anzahl ehemaliger Schüler, darunter Herr Zadok- Eahn, Obcrrabbiner in Paris, hatte noch vor wenigen Monaten dem Verstorbenen in Anerkennung seiner großen Verdienste ein kostbares Tafclservice zum Geschenke gemacht. „Die politische Gemeinde", so schreibt das in Straßburg erscheinende Elsäfs. Journal, „verliert in dem Heimgegangenen einen chrenwerthen, achtbarer! Bürger, die israelitische im besonderen einen treuen, gewissenhaften Seelsorger mit seltener geistiger Begabung und großer Herzensgute." Wir rufen ihm nach: n"2"ü"2"n. Ocsterr.-Ungar. Monarchie. Budapest. Am 12. d. M. hat der hauptstädtische Verwaltungs-Ausschuß unter dem Präsidium des Ober-Bürgermeisters Rath, nach kurzer Diskussion unter Anderem auch beschlossen, daß die Bildung neuer Religionsgemeinden au strenge Bedingungen zu' knüpfen wäre, da es thatsächlich vorgekommcn ist, daß hier in Steinbruch eine aus wenigen Mitgliedern bestehende orth. isr. Gemeinde sich gebildet hatte, von deren Bestand die Kommune erst zufällig Kenntnis; erlangte und die somit in Bezug ans die Führung der Matrikcn nicht koutrolirl werden konnte; ferner wird die Regierung aufmerksam gemacht auf den Umstand, daß bei den Juden sehr häufig Vornamen geführt werden, die mit den Matrikcn nicht in Ucbereinstimmung stehen, was in privatrcchtlichcr Hinsicht zu folgenschweren Komplikationen Anlaß gebe und daher, unter Androhung empfindlicher Strafen zu untersagen wäre. Rußland. Rach einer Mittheilung der „Posener Z." ist die Answeisnngsmaßregcl gegen die in Odessa ansässigen jüdischen Kauflcntc nichtrussischer Nationalität bezüglich der österreichischen Staatsangehörigen bis auf Weiteres hinausgeschoben worden. — Merkwürdige Dinge weiß der Petersburger „Herold" zu berichten. Darnach sollen die Juden in Odessa und Anaujew durch Drohungen und Aufläufe die Freisprechung notorischer Verbrecher erzwungen haben, so daß die^Bchörden gegen das „provokatorische Verhalten "der Juden" haben einschreiten müssen. „Der Generalgonverneur von Odessa, Generallieutenant Eh. Roop", so erzählt der „Noworossiski Telegraf", beschied den Odcssaer Rabbiner Schwabacher zu sich und forderte ihn auf, nicht nur persönlich, sondern auch durch die ihm unterstellten Rabbiner darauf hinznwirken, daß die Masse der Juden nicht provocirend auftreten und den Behörden unbedingten Gehorsam erweise. Im entgegengesetzten Falle werde er, der Generalgonverneur, energische Maßregeln ergreifen, um einer Aufhetzung der russischen Bevölkerung, welche die Aufführung der Juden veranlassen könrrtc, vorzubeugen. Außerdem erließ der Generalgouverneur an die ihm unterstellten Gouverneure ein Circular, in welchem er sie aufforderte, alle Erscheinungen antisemitischen Charakters aufmerksam zu verfolgen ud die Aufführung der Juden zu überwachen, um auf diese Weise eine Aufhetzung der russischen Bevölkerung gegen die jüdische zu verhüten und gleichzeitig der Regierung die Ergreifung von unliebsamen Repressalien zu ersparen." Diese Nachrichten klingen so unwahrscheinlich, daß man wohl Weiteres abwarten muß. Wochen-Kalerrder. Freitag, 30. Januar, 14. Schcbath. Samstag, 31. Januar, 15. Schebath. '»r-x , rnra Labbat-Ausgang 5 Uhr 15 Min. (Mainzer Uhr.)

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