Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 5 (19.1.1885)
- Date
- 1885-01-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. J\ö F. E i n Genlrak - Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Heransgegeben von Lehma«» in Mainz. Montag, den 19. Januar 5645 (1885). Leitende Artikel. Die Wröeißung an Aöraßam und deren tzrfüssung. Mainz, 15. Januar. Als Gott mit Abraham den Bund schloß zwischen den Opferstücken, sprach er zu ihm: „Wissen, wissen sollst Du, daß Fremdlinge sein werden Deine Nachkommen in einem Lande, das ihnen nicht gehört, und sie werden ihnen dienen, und sie werden sie peinigen vierhundert Jahre. Aber auch das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten, und nachher werden sie ausziehcn mit großem Vermögen." (1. B. M. C. 15. V. 13—14.) In dem Wochenabschnitte des kouunenden Sabbats (82) lesen wir die Erfüllung dieser Verheißung. Als eine aus siebenzig Personen bestehende Familie war Israel nach Mizrajim gekommen und war dort zum Volke geworden. Der Neid und die Eifersucht der Bewohner des Landes hatten zur Unterdrückung und Knechtung des eingewanderten Volksstammes geführt, bis Gott sich der Unterdrückten erbarmte und über die Unterdrücker schreckliche Strafen brachte. Nunmehr ist der Augenblick der Befreiung gekommen, und Gott spricht zu Moscheh: Rede, ich bitte Dich, dem Volke zu, daß sie verlangen, ein Mann von seinem Nächsten und eine Frau von ihrer Nächsten, silberne und goldne Gcräthe." (2. B. M. (5. 11. B. 2.) Unsere Weisen bemerken dazu im Traktat Berachoth f. 9. -pO NH'j)22 ,ffippa 878 «3 ]'8 ,82 121 ,071128 j)'12 1N18 IC«' 8?tf 12 7p DTHTn V1212 IttLp nnxi ,0712 2"? 0M8 12jn 0112^1 DJ12 D"p «7 7112 „Das Wörtchen «2 bedeutet eine Bitte. Gott spricht zu Moscheh: Ich bitte Dich, mache sie ja hierauf aufmerksam, damit nicht jener Fromme, damit nicht Abraham sagen könne: Die Leide» hat Gott über sie gebracht, aber das verheißene, große Vermögen ist ausgebliebeu." Ist es schon in der dem Abraham gewordenen Verheißung auffällig, daß Gott nach der Befreiung aus der Knechtschaft ein großes Vermögen in Ausj sicht stellt, so ist der erwähnte Ansspruch unserer | Weisen kaum zu begreifen. Freilich, die Weisen! haben Recht, das Wörtchen «2 in der heiligen Schrift bedarf der Erklärung, und ist die von uns wiedergegebene und auch von Rasch! zur Stelle angeführte Deutung dieses Wörtchens eine sachlich ganz § angemessene. Allein, die Schwierigkeit des Ver- | ständnisses liegt anderswo. Jeder denkende Mensch muß fragen, was sollte Abraham daran liegen, daß seine Nachkommen Gold und Silber mit sich aus Mizrajim nehmen sollten. Ist es denn der hehren Persönlichkeit unseres Vaters Abraham, wie die heilige Schrift sie uns schildert, angemessen, daß er auf derartige Tinge einen so hohen Werth legte? War er nicht im höchsten . Grade uneigennützig? Da er als siegreicher Feld-! Herr zurückkehrt, verweigert er die Annahme der Beute, die ihm doch nach dem Kriegsrechte gehört hätte. Nicht einen Faden, nicht ein Schuhband j wollte er nehmen. — Da der allgütkge Gott ihm verheißt, daß sein Lohn sehr groß sein werde, spricht f er: Allmächtiger Gott, was willst Du mir geben, da ich doch feine Kinder habe? Aller Besitz lvar ihm gleichgiltig, so lange er noch keinen Sohn besaß. Und als ihm Gott einen Sohn geschenkt hatte, lvar er gern und freudig bereit, auch diesen zu opfern auf Befehl des allmächtigen Gottes. Gott hatte ihm verheißen: „Durch Jizchak soll Dir Nachkommenschaft genannt werden," und da Gott ihm befiehlt, diesen einzigen, heißgeliebten Sohn zum \