Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1885)
- Date
- 1885-01-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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MW m&m ür das iÄrthodoLe MuderrthumW KsllskViskiJchs KsLlLgs r« W. 4 ^od.^»r MOS E Sa^-’I MW ris&i knüllt Jecheskel Landau. Unter den großen Männern, welche in der zweiten Hälfte dev vorigen Jahrhundert» die Lehrer und Führer unsres Lölkes waren, nimmt Rabbi I echeSkel Land an einen hervorragenden Platz ein. ($-r wurde im Jahre 1720 geboren. Wiewohl er schon in zarter Jugend durch seine großartigen Geistesanlagen die Aufmerksamkeit Aller, die ihn kannten, auf sich zog, so widmete er sich als Jüngling dennoch dem Kanfmaunsstande. Da trat ein anscheinend unglückl icheS Ereignis ein, welches jedoch in seinen Folgen alS ein höchst glückliches bezeichnet werden kann. Der junge Kaufmann führte einen großen Waarentransport nach Leipzig zur Messe. Viele Wagen waren mit Wolle und andern Landesprodnkten beladen — sie enthielten sein ganzes Vermögen. Als er in dem Wirthshanse eines Dorfes übernachtete, brach Feuer aus und verzehrte das ganze Waarenlager. Völlig verarmt kehrte Rabbi Jecheskel nach feiner Heimath zurück und war gezwungen, die Stelle eines Rabbiners in Iampol (Podolien) anznnehmen. Von hieraus drang zuerst sein Ruf in die Welt, als er in dem bekannten Streite zwischen Eibeschütz und Emden rnbig und sachlich sein Urtheil abgab. — Als RabbiuatS - Assessor nach Br ody tGalizielO berufen, erwarb er sich durch sein mannhaftes Auftreten einen großen Ruf. Ein Mann war zu ihm gekommen und hatte ihn ersucht, ihm Buße anfzulegen, weil er die Sünde des Ehebruchs begangen. Bald kam ein Anderer, der dasselbe Verlangen stellte. Beide sagten aus, daß die junge Frau des Sohnes des ersten Vorstehers der Gemeinde die Genossin ihrer Sünden gewesen sei. Rabbi Jecheskel hielt sich für verpflichtet, darauf zu dringen, daß der Gatte der so schwer beschuldigten Frau dieser den Scheidebrief überreiche. Die Frau bethenerte ihre Unschuld; sie fand einen Vertheidiger an ihrem Schwiegervater , der behauptete, daß jene beiden Männer gelogen, und daß das Ganze ein aus Neid und Haß entsprungener Anschlag gegen seine Familienehre sei. Der erste Vorsteher, ein angesehener und einflußreicher Mann, erlangte von der Regierung einen Befehl, daß der Rabbiner sein Gutachten widerrufe oder eine große Strassumme erlegen müsse.