Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1885)
- Date
- 1885-01-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. Zweite KeUage zu Kr. 2 des Israelit. Zeitungsnachrichten und CVrrefpondenzen. Deutschland. Mainz, 5. Januar. Heute feiern Herr Leo Rein ach und Frau Gemahlin das seltene Fest ihrer sechzigjährigen Vereinigung, die d i a m antenc Hochzeit. Die Familie Reinach gehört seit Jahrhunderten zu den hervorragendsten der hiesigen isr. Gemeinde, und die Annalen derselben melden, daß stets Mitglieder dieser Familie nicht allein als Vorsteher fungirten, sondern sich auch durch große Wohlthätigkcit auszeichncten, wovon zahlreiche Stiftungen und Legate Zeugniß ablegen. Auch Herr Leo Reinach war lange Zeit Vorstandsmitglied, und in Bezug auf Wohlthätigkeit ist das ehrwürdige Jubelpaar den Traditionen der Ahnen nicht untreu geworden.— Bonden beiden Söhnen desselben ist der eine, Herr Her m an n R e in a ch, Mitglied desSladtmagiftrats (Bürgermeisterei - Adjunct), der andere, Herr D r. (5 a r l R e i n a ch, Rechtsanwalt. — Es ist, bei der allgemeinen Achtung, die sich das Jubelpaar erworben, nicht zu verwundern, daß die ganze Stadt an diesem frohen Ereignisse den regsten Antheil nimmt, und hat auch die Stadt Mainz eine geschmackvoll ausgcstattcte Glückwunsch-Adresse überreichen laßen. Die Häuser der Straße, in welcher Herr R. wohnt, prangen im Fahnenschmuck. Das ehrwürdige Jubelpaar erfreut sich der besten Gesundheit und Rüstigkeit. Möge cs ihn: vergönnt sein, sich dieselbe noch eine lauge Reihe von Jahren zu erhalten. — Fürth, 4. Januar. An Männern, die sich für die ganze Dauer ihres Lebens zur Aufgabe gemacht rnpv icn mmmy mm zu fein, ist unsere Zeit nicht sehr reich. Hat nun eine Gemeinde das Glück, solche würdige, edle Glieder in ihrer Mitte zu haben, so ist das Ableben eines solchen Edlen ein großer Verlust und wird dessen Scheiden, wenn auch letzteres im hohen Lebensalter erfolgt, dennoch von uns sehr schmerzlich empfunden. Eine lange Reihe von Jahren, über vier Decennien, weilte in unserer Gemeinde Fürth ein pis nnjn n» fyio D'pPN nt xt nn itn ein braver, redlicher, gottesfürchtiger, wohlthätiger und rechtschaffener Mann. Es war dies Herr M a t h i a s Neuburger, langjähriges Haupt der allgemein rühmlichst bekannten Firma Gebrüder Neuburger dahier, lieber vierzig Jahre, wie bereits erwähnt, hatten wir uns seines segensreichen Wirkens hier zu erfreuen. Aber leider er ist nicht mehr; ü'plx 'in'iN np7 '7. Am Freitage res n"Ti P wurde er als 84 jähriger Greis in ein besseres Jenseits gerufen, um dort am Dvretr rcir für alles Gute, das er hier geschaffen und gewirkt, seinen himmlischen Lohn zu ernten.— nmno 'i Neuburger 7"t, erzogen von streng religiösen Eltern, führte auch selbst von frühester Jugend an bis zu feinem Ende einen auerkennenswertheu echt religiösen Lebenswandel. Die Ausübung einer einzelnen nwz war ihm eine innige Herzensfreude, und seine Verwandten als amPn d'nt um sich geschaart zu sehen, das versüßte jede Stunde seines Lebens. Wenn auch nicht selbst der Thora kundig, so wußte er sich dennoch einen großen Antheil am Thorastudium zu verschaffen. Dem Satze rnn re suchte er gerecht zu werden. Mit voller und offener Hand und mit größter Bereitwilligkeit förderte er durch beträchtliche Opfer das Thorastudinm. Wo gibt cs leicht einen mm p, der sich nicht der Unterstützung des geehrten Verblichenen zu erfreuen gehabt hätte; jeder mm p galt ihm als Freund und Angehöriger. 2P7 drm.L' mmy nrni 0777? 777 N7^i •n7on nr ttn 'rn mmjn Kaum hatten sich die Pforten des Gotteshauses zur n7Dn geöffnet, so stand der Dahingcschicdene 7"r schon da, um einer Dwmn mvyn zu sein. Auch als Greis konnten ihn lveder Wetter noch Sturm abhaltcn, früh Morgens und spät Abends T7L7 N7ON zu verrichten. icn rvprn 2Lcr nur immer au die Mkldthätigkeit des seligen prnnv T Neuburger appellirte, der fand ein williges Ohr und offene Hände. Unbefriedigt durfte Niemand von ihm scheiden. ♦ nrm7 mno mm Seine Räume waren stets Armen und Bedürftigen geöffnet; ja der Verlebte wartete nicht ab, bis zu ihm kamen, sondern er suchte die-