Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1884)
- Date
- 1884-12-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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für ihn Religion zu gewinnen. Sie errichteten Fabriken zur Erzeugung von solchen Sachen aus Olivenholz und glaubten, daß durch die Concurrenz viele der Juden gezwungen sein würden, in ihren Fabriken Arbeit zu suchen, woraus sie in den Werkstätten ihre Missionsthätigkeit entwickeln könnten. Die Missionäre haben sich aber wieder m dem Charakter der Juden geirrt; denn wie uns aus Jerusalem berichtet wird, haben die jüdischen Olivenholzarbeiter unter dem Namen rw '2p nn mnn einen Verein gegründet, welcher ebenfalls die sabriksmäßige Anfertigung der Gegenstände betreibt, und die Anschläge der Missionäre sind an dem Gemeinsiune der Juden abgeprallt. Alle Diejenigen, welche schön ausgeführte Gegenstände von Olivenholz als Andenken aus Palästina zu beziehen wünschen, können solche durch den Vorstehrer „des Vereins der Olivenholzarbeiter", Herrn Moses Slotkin in Jerusalem erhalten. Jerusalem, 5. Dezember. Wie unsere geehrten Leser wissen, hat sich bereits vor Jahren ein ComitL gebildet zur Gründung eines neuen israelitischen Krankenhauses in Jerusalem und hat zu diesem Zwecke das bisherige deutsche Consulatsgcbäude käuflich erworben. Vor einigen Wochen hat das ComitL zwei Delegirte, die Herren Abraham Grüne bäum aus Schwabach in Bayern und .Abraham Noos aus Amsterdam, nach Jerusalem geschickt, um die Eröffnung des Krankenhauses vorzubereiten. Im Nachfolgenden veröffentlichen wir den ersten Bericht derselben: Herrn Rabbiner Dr. Lehmann, Dorsitzendem des (5mmt6’§ zur Gründung eines Krankenhauses in Jerusalem. Hierdurch machen wir Ihnen die Mittheilung, daß wir recht gut reisten, wenn auch mit großer Anstrengung. Durch die Quarantaine hatten wir 7 Tage Verspätung. Wir wollen Ihnen nur in Kürze mittheilen, welch großartigen Empfang wir in Cologne (l1/* Stunden von Jerusalem) hatten. Obzwar es erst ganz spät bekannt wurde, daß wir Abends, vergangenen Sonntag, ankämcn. Es waren anwesend die Vertreter der portugiesischen, aschkenasischen, deutsch-holländischen Gemeinden mit ihren Sekretären, der Sohn des Ehacham Vaschi, seinen Vater entschuldigend, daß er als alter Mann nicht kommen könne, Herr Banqnier Valera mit Frau und Tochter, der portugiesische Vice-Consul Nabon u. A. Nach einer herzlichen Begrüßung und Vorstellung der verschiedenen Herren, credenzte man von iWit mitgebrachten Wein, aus das Wohl des Hospitalcomitb's, der Herren Pekidim zn Amsterdam und unser Wohl trinkend, wünschend, daß wir nn- 1697 sere Mission gut zu Ende fuhren möchten. Hiernach wurde mit viel mehr als po das nroa nron gebetet, obzwar das Wirthshaus einem Nichtjnden gehört, und war es wirklich ein D^n tm'p. Wir sichren dann weiter nach p"n -py und stiegen in den noriQ tq ab, woselbst man uns 2 großartige Zimmer zur Verfügung gestellt. Das zum Zwecke des Hospitals.angekaufte Haus ist im arabischen Viertel, also in Mitte der Stadt gelegen, von innen ein prächtiges Gebäude, hat colossalen Raum, Wasser genug und einen prachtvollen Garten, es sind sogar soweit wir bis jetzt gesehen, nicht sehr viele bauliche Veränderungen nöthig. Beim Consulat wilrden wir äußerst freundlich und entgegenkommend ausgenommen, da der Herr Consnl die Eröffnung einer solchen Anstalt als sehr nothwendig für unsere armen Brüder bezeichnet, und haben wir bereits Schritte gethan, um die Schwierigkeiten, die die türkische . Negierung der Sache entgegenstellt, zu heben, was wohl der Allgütige uns gelingen lassen wird Wir besuchten bereits verschiedene Anstalten und finden selbst, wie groß die Nothwendigkeit unseres Unternehmens ist, aber soll es wirklich segensreich wirken, braucht man viel Geld. Wir haben der vielen Besuche halber, die wir bekamen, Sprechstunden von Mittags 1—3 Uhr eingerichtet, und waren bereits alte 'Tp' da, uns zu besuchen und Glück zn dem Unternehmen wünschend, mehr als 60 an der Zahl. Vergangenen Montag war 1122 rv:yn wegen Dnatw m'sy, und Gott erhörte sehr rasch die heißen Gebete, denn es fing Montag Nachts 3 Uhr an und regnete 48 Stunden an-" dauernd stark fort, so daß sür's Erste die Leute Wasser haben und der Weizenpreis, welcher schon sehr hoch war, niederfällt. Indem wir uns Vorbehalten, Ihnen s. Z. weitere und ausführliche Berichte zu schicken, begrüßen wir Sie Hochachtend A. Grnnbaum. A. Noos. Jerusalem. Die große Wirksamkeit der Gesellschaft „Esrath Nidachim" ist immer mehr fühlbar. Abgesehen davon, daß sie der momentanen Nothlagc so mancher bedrängten Familien Abhilfe zn thun in der Lage ist, hat sie bedeutende Erfolge gegenüber dem Treiben der Missionäre anfzuweisen. Durch ihren Einfluß sind bereits viele Israeliten den Netzen der Mission entzogen worden, im Monat Tischri allein wurden 40 von den Missionären umgarnte fremde Juden auf Kosten dieser Gesellschaft in ihre Heimath zurückbefördert. Die Werkstätten und andere Institutionen der Missionsgesellschaft fühlen ebenso die Kraft dieser neuen