Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 103 (30.12.1884)
- Date
- 1884-12-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. Anlage;ü Ar. M des IsraetM Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Die biblische Geschichte für isr. Schulen erzählt von Ludwig Stern, Dir. der isr. Schule in Würzburg. Mit einem Anhänge: Das Wichtigste aus der nachbiblischen Geschichte Israels. Sechste Verb, und verm. Aust. Frst. a. M.. Kauffmann. 8. Sterns biblische Geschichte hat sich viele Freunde erworben und sich als sehr brauchbar bewährt. Daß der Verleger jetzt eine sechste Auflage ans den Büchermarkt bringt, ist wohl der beste Beweis für das Gesagte. Besonders erfreulich ist es, daß der Verf. sich dazu verstanden hat, den uachbiblischen Theil um ein Beträchtliches zu erweitern. Während die frühern Auflagen von der nachbiblischen Geschichte nur die Makkabäergeschichte und die Erzählung von der Zerstörung des zweiten Tempels enthielten, füllt die. vorliegende Auflage die Lücke zwischen diesen beiden Epochen in erfreulicher Weise aus und schließt daran die Erzählung der jüdischen Geschichte bis auf Mendelssohn. Auch hier hat der Verf. seine pädagogische Meisterschaft in der Beschränkung bewährt; es ist das Wesentlichste und Wiffenwertheste hervorgehoben und somit dem Schüler die Möglichkeit gegeben, einen allgemeinen Ueberblick über die Geschichte Israels in der Diaspora zu gewinnen. Doch ist trotz dieser bedeutenden Bereicherung, die das Buch erfahren, der mäßige Preis derselbe geblieben, wofür dem Verleger der wärmste Dank gebührt. Zeitnugsrrachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Fürth. Hierdurch kann ich Sie von der erfreulichen Thatsache benachrichtigen, daß in unserer Gemeinde eine ziemlich große Anzahl von frommen Zungen Leuten einen Verein gegründet haben und zwar nicht zum Zwecke einer geselligen Unterhaltung, sondern einzig und allein in der Absicht, sich im Studium unserer heil. Lehre auszubilden, um sich im Leben nach deren Vorschriften genau führen zu können. Möge . dieses anerkennungswerthe Beispiel auch anderweitig Nachahmung finden, möge ein günstiger Erfolg der Lohn dieser wahrhaft edlen Thal sein. Der Verein aber gedeihe zum Ruhme unserer heiligen Religion und zu Ehren unserer Gemeinde. H Frankfurt a. M. Um eine israelitische Sterbekaffe zu. gründen, versammelte sich am Donnerstag auf Einladung eines provisorischen ComitL's eine Anzahl von Herren (ca. 40). Es ist die erste Anstalt dieser Art in Frankfurt. Ihr Zweck ist, den Hinterbliebenen der Mitglieder im Fall des Ablebens eine einmalige größere Gabe zu sichern. Die Anwesenden erklären sich einstimmig einverstanden und zeichneten sich mit einem ansehnlichen Gründungsfouds ein. Das provisorische Eomitö wurde um 9 Herren verstärkt, um die Statuten anszuarbeitcn und demnächst Bericht zu erstatten. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Budapest, 15. Dezember. Folgender Vorfall erregt hier in jüdischen, wie nichtjüdischen Kreisen begreifliches Aufsehen. Die Lorbeeren des famosen Untersuchungsrichters im Tißa-Eßlarer-Proceffe, Vary, hatten einen seiner College», denVice- Bezirksrichter Thomas Baykor in Rosenau, nicht schlafen lassen, und vor ca. zwei Jahren wollte dieser die ungeheuerliche „Entdeckung" gemacht haben, das; ein reicher Jude Namens Moskowicz, das Leben armer Bauern versichern lasse und diese dann durch Gift ans der Welt schaffe! Die Antisemtteu-Blätter erhoben ein scheußliches Geheul und dadurch noch mehr ermuthigt, ging B. mit großem Fleiße daran, nutzt nur die Anklage, sondern auch die Zeugen „herzustellen". Da er aber in Rosenau von Jedermann gehaßt und verachtet wird, wollte ihm dies nicht gelingen und er mußte die Anklage fallen lassen. Der 22 jährige Sohn des schwergekräutten Mannes, Advokaturs-Kandidat Geza Moskowicz, veröffentlichte hierauf in mehreren Blättern einen Artikel, iu welchen; er das verwerfliche Treiben Baykors gebührend brandmarkte. Baykor leitete eine» Preßprozeß ein, der iu Kaschau verhau-