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Der Israelit · 1884-12-23 · Heft 101-102 (23.12.1884) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 101-102 (23.12.1884)
Date
1884-12-23
Page
– (sequence 24)
Language
German
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1686 die Zwietracht int deutschen Volke selbst in die Herzen der Kinder säet, die diese zu Betrügern, Lügnern und Verleumdern macht!" Schweigend verließ Tiepcnbnrg den Saal. Der junge Mann konnte den Seinen das Vorgcfallene nicht verheimlichen; er erzählte Alles zu Hanse, mit dem vollen Geständnis; seiner Schuld; noch an demselben Tage erhielt der Director des Gymnasiums ein Briefchen, worin ihm kurz angczeigt wurde, das; der junge Tiepcnbnrg die Anstalt verlassen habe. Dunkle Gerüchte über die Sache liefen durch das Städtchen, und zugleich erzählte man sich, daß die Gymnasiallehrer ans dem Antisemitenbunde ausgetreten seien, ebenso der alte Herr von Tiepenbnrg und zwar ans Veranlassung des Gymnasialdirectors. Nach vier Wochen zeigte der Schriftführer, Herr v. Havelland, durch das Tageblättchen den geehrten Bewohnern von F. an, daß der Anti - Semiten- Bnnd ans Mangel an Betheilignng für's Erste anfhöre und mit ihm gehe auch das von dem Vereine hcransgegcbcne Wochenblatt ein. Samuel Strauß besucht noch das Gymnasium; er ist noch immer der Beste seiner Klasse und wendet alle erdenkliche Mühe auf, das Wohlwollen, das ihm jetzt von Lehrern und Schülern entgegengebrdcht lvird, im reichsten Maße zu verdienen. Professor Di-. Lautst über „Die Ausgrabungen im Wadi Tumilat". (Nach dem „Ausland".) (Fortsetzung.) Allerdings ist auch Pithom eine Gründung desselben Namesses II., kann aber nicht der ihm gleichnamigen Stadt identisch sein, da ja nach dem biblischen Berichte beide Punkte um wenigstens eine Tagereise von einander entfernte Stationen darstellen. Abgesehen von den obencrwähnteit Denkmälern, die den Pharao Namesses II. als früheren Bauherrn von Pithom erhärten, würde schon der ebenfalls dort zusammen mit diesem Namen anfgefnndene Sperber, das Symbol des Gottes Tum, zur Erweisung dieser Zugehörigkeit genügen. Der Tempel des Tunt: Pa-tnm, an der Südseite der großen Einfassung gelegen, zeigt in seinem Grnndplane ebenfalls eine Umfriedigung, innerhalb deren die bisher erwähnten Denkmäler anfgefundeu worden sind, mit alleiniger Ansttahme einer Statue ans schwarzem Granit, 'welche wahrscheinlich über - den Wall in die benachbarte Kammer gestuft ward. Sonst bietet die nächste Umgebung des Tempels, atlßer den Sphinxen am Eingänge und denGöttergruppen, nicht Bemerkenswerthes, keine Avenue oder sonstiges Anßenwerk; es war eben eher eine Festung oder ein verschanztes Lager, als eine eigentliche Stadt und wurde darum noch von Römern Kastra genannt. Man sieht über einem Theile des Tempels die rothen Backsteine des römischen Lagers, und noch spätere Bauten haben ihr Material dem Tempel des Tum entnommen. (Stil dort anfgeftmdener Meilenstein mit dem Namen Galerins Maximiauus und Severns (306 n. d. gew. Zeitrechnung) trägt die wichtige Inschrift: Ab Ero in Clnsma MP Vim und ein anderer Block: Ero castra. Diese beiden Zeugnis)e werden noch durch ein drittes verstärkt, indem ein anderer Stein die Stadtbcneunung Ern HPOY in griechischer Schrift bietet. Was ist daraus zu schließend Offenbar die Jndentität von Pithom mit dem vielbesprochenen Heroonpolis, welcher Name bekanntlich auf Gaumünzen und sonst z. B. bei Stephan. Byz, in Hers abgekürzt erscheint. Herr Naville äußert die sehr ansprechende Vermnthnng, daß dieses Wort aus dem altegyptischen Ara, Magazin, entstanden sein mag, da er es in dem Titel eines Beanüen an Ort und Stelle anfgefundeu hat. Derselbe, rmter einem Ptolomäns (XXXH. Dyu.) lebend, ist nämlich genannt und zwar auf seiner Statue: Verwalter des Magazines: Ara von Pa-tnm. Die Gleichung Patum-Thnku wird auf drei von ihm dort ansgegrabenen Statuen getroffen, im ganzen fünf Mal, in der Verbindung Patum (Tempel des Tum) welches — Stadt Tkuku. Da nun Vrngsch die Identität dieses Thukn mit Sukkoth ausgestellt hatte und die in geographischen Liften aufstoßende Vezeichnmtg „Thuku am östlichen Eingänge (Munde)" zttr Lage von Sukkoth zu stimmen scheint, so trägt Herr Naville kein Bedenken, diese Jndentifikationen zu adptiren. Allein die bei Amtahme dieser Hypothese sich erhebeitde Schwierigkeit verhehlt er sich keineswegs; wenigstens sagt sein Berichterstatter in diesem Betreffe: „Die Lage dieser Stadt Pithom-Snkkoth ist sicherlich nicht diejenige, welche Brngsch ihr angewiesen hat, wie denn überhaupt seine ganze Theorie über die Richtung des Exodus anfzngeben ist." > - - (Schluß folgt.) Verantwortliche Ncdactiou: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition große Bleiche 9hr. 45. Druck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz.

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