Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 101-102 (23.12.1884)
- Date
- 1884-12-23
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449501--21382-2510965- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
des zur Verhandlung. Dieser Hohen Orts genehmigte Verein hat sich zur Aufgabe gestellt, das Studium der jüdischen Wissenschaft insbesondere die tatmüdischen Studien iu Prag zu fördern und zu uuterstützen. Die Vereinsleitung sagt m ihrem Gesuche: „Durch die Besetzung des Prager LHerraömates ist nun der Weg zum Bessern angebahut rmd Gelegenheit geboten, Las Verabsäumte nachznholen, und in der That kounnen schon einzelne würdige und wißbegierige Jünglinge heran, um sich dem Studium der jüdischeu und talmudischen Wffeuschast zu widmen. Der Verein Ez-Hadaath mrd feine Leitung haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, dieses Studium nach Kräften zu stützen und zu förderu und glauben gewiß das von Jedermann Zu bNigende Ziel durch nachfolgende Mttel erreichen zu können: A. Durch Unterricht m den talrundrschen Fächern, welchen für die schon weiter Fortgeschrittene» zu übernehmen Se Ehrwürden der Herr Obcrrabbiuer die Güte hat. Für Anfänger und zur Vorbereitung wäre edle passende Hilfskmst anzustellen. 8. Durch Anstellung edier tüchtigen öerHenen Lehrkraft für den Unterricht in Bibel mit Kommentaren, hebräischer Grainmatik, Exegese, Wischer Geschichte und verwandten Fächern. C. Durch Ausnahme von je einer erprobten Lehrhaft Kr philologische und mathemattsch-nattlrwUenschaftliche Fächer, welche befähigtere Zöglinge bis zur der Maturitätsprüfung oder bis zum Eintritte in eine obere Gymnasialklaffe vorbereiten können. D. Durch Erthei- Iiuig von nraterieLer UnterstüHnng oder kleiner Stipendien, um mittellose und talentirte Jünglinge zu eruiuntern und dafür zu gewinnen, daß sie dem Studium der jüdischen Wisserischaft sich widmen. Darum erlaubt sich der gefertigte Vorstand durch gleichzeitige Eingaben an die löbliche böhmische Lmidesjudenschaft und an die Rchrasentarrz der Prager israeUtischen Cnltus-Gemedlde, als an die Vertreter der gesammten Judenheit Böhmens mn geneigte Unterstützung und Förderung dieses Kr das allgemeine Interesse so wichtigen Zweckes Sittlich einzu- , schreiten. Die Form dieser UntersiZtznug glaubt der gefertigte Verenisvorstaud dl zweifach«.' Weise sich erbitten zu sollen, I. Daß die löbliche Repräsentanz die Freundlichkeit Hat, mt ihrer Autorität und mit ihrem weitreichenden Mnsiusse Kr den Vesfilit einzutrcten, um das attgoiicüie Interesse für denselben wachzurufen; ein JuLeressr, das durch den Beitritt zahlreicher MiWieder iuMag sowohl, wie auf dem Lande und nicht utmder brach die Leistung von Jahresbeittägen sich bekunden würde. II. Daß die beiden Repräsentartzen beWkße«, dar Fond, der ihnen gemeinschaftlich znr BerKgvLg sicht und der nach einem vor Jahren geplanten Uebereinkommen für ein Seminar bestimnrt wurde, zur Ereirung einer solchen im obigen skizzirten Anstalt 51t verwenden". Dieses Gesuch fand nach einem Referate des Herrn Dr. Kraus durch folgendes au den Verein Ez-Hadaath gerichtetes Schreiben seine Erledigung: „Ich beehre mich mitzutheileu, daß über die geschätzte Eingabe des löblichen Vereines de prfts. 25. April 1884 wegen Förderung des Vereinszweckes und namentlich wegen Zuwendung des gemeinschaftlichen Neservefondes beider böhm. Repräsentanzen zum Zwecke der Errichtung einer Rabbinerlehraustalt iu Prag, die Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschaft am 8. September 1884 in ihrer Plenarversammlung berathen und beschlossen habe: 1. dem ersten Theile der an sie gerichteten Aufforderung zur Förderung der Zwecke des löblichen Vereines: durch einen Aufruf an die Cultusgemcinden wegen zahlreichen Beitrittes von Mitgliedern und Leistung von Beiträgen in sympathischer Würdigung des edlen Vercinszweckcs zu entsprechen, — die in Abschrift beifolgende Currende an die Gemeinden versenden. 2. daß dieselbe jedoch zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sei dem zweiten Theile des ihr ausgesprochenen Wunsches wegen Zuwendung des Neservefondes zu dem obgedachten Zwecke Fol-' ge zu geben, indem bezüglich des rechtlichen Charakters und der Widmung des fraglichen Fondes zwischen derselben und der löblichen Prager Cultusgemeinderepräsentanz eine Einigung bisher nicht erzielt ist, und weil andererseits, wenn die Widmung dieses Fonds nach Anschauung der löblichen Prager Cultusgemelnderepräscntanz zum Zwecke eines Rabbiuerseminars rechtsgiltig erfolgt wäre, die gegenüber der Staatsrcgkerung erfolgte Widmung die Freiheit der Disposition mit dem Fonde, und na? mentlich die Zullässigkeit der Zuwendung desselben au einen Privatverein ausschließt." G. 8. Prag, 17. Dez. Am ersten mi:n rocr herrschte hier ein der Großgemeinde Prag entsprechendes reges Leben. Bormittags wurden gleichzeitig nicht weniger als drei Predigten abgehalten. Prof. Kämpf sprach im Tempel vor einem großen Znhörerkreise, den er schon durch nahezu vier Decenuien durch Form und Inhalt seiner Predigten zu fesseln weiß. In der Meiselsynagoge sprach der k. u. k. Feldprediger Dr. Kisch, Rabbiner in Jungbunzlan, als Gast und gefiel besonders durch die Freiheit und Ungezwungenheit seines Vortrages. In der Klaussynagoge hielt Dr. Ehrentteu — wie wir vernahmen — seine Erstlings-Predigt. Der jnnge Gelehrte spricht ein kerniges, kraftvolles Deutsch,