Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 101-102 (23.12.1884)
- Date
- 1884-12-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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IMS; gebrochenen Wagen , auf der Landstraße fand, sagte mir,. daß.ich. in.diesejn.Häusche,u seine...apostolische Majestät Pcü. .Kaiser.Ä Oestexkeich,'zü.' fhtbcn die Ehre HEn‘öTarfÖc^*-'j^ctÖc das' Glück/ vordiesem. zu.stehen/" '.wandte er 'sich .au den Herrn in bürgerlicher Kleidung; M); uberbringe eine wichtigem und dringende Depesche''.des Generals Gras Ostermann, die ich nmnittelbar in allerhöchst Dero Hände zu legen habe." So sprechend, zog er aus dem Collet ein gesiegeltes Schreiben, das er ehrfurchtsvoll,dem Kaiser überreichte. „Der Kaiser'!" riefen Blochner, seine Frau und seine Pflegetöchter, wie aus einem Munde, der Erstere erhob sich und trat respektvoll einen Schritt zurück,, und Lea flüsterte ihren Pflegeeltern zu, „da das der Kaiser ist, hat sich ja Alles durch Gottes Huld wunderbar zum Guten gewendet. Loben wir Gott aus tiefftenl Herzen" und Blochner und Eva mußten glauben, daß sie Recht habe, und Thränen heißer Rührung rollten über ihre Wangen; — aber im Menschendasein tritt oft das Allerunerwarteste ein, und während sie vor einer Sekunde eine mächtige Lebenswoge aus den finstersten Tiefen der Verzweiflung an das Helle, rosige Licht strahlender Hoffnung hervorgehoben, sollten sie in der nächsten schon, die entsetzliche Wandelbarkeit des Glückes in schärfster Weise kennen lernen. Kaiser Franz hatte die Depesche, welche ihm der russische Ofsicier übergeben, in höchster Ungeduld geöffnet und raschen Blickes durchflogen. Plötzlich nberlohte eine Helle Purpurröthe seine Züge, er stampfte heftig mit dem Fuße aus und rief im höchsten Zorne. „Das ist ja rein zum Schlag treffen! .... Kutscher«, Kutschera!" wandte er sich an seinen Leibadjntanten: „Hören Sie, was mir der Unglücksmensch/ der Generäl Ostermann schreibt:. ' Euer. Majestät! ‘ /. Allergnädigster Herr!;; Ich habe schon heute durch Eilboten ehrfurchtsvoll die Nachricht unterbreitet, daß ich es, dem vom Generalissimus Fürsten Schwarzenberg erhaltenem Befehle' gehorchend, mit meinen! Korps versuchen werde, mich Vandamme entgegenzustemmen, aber es für meine Pflicht gehalten, hinzuzufügen, daß• ich mich vor der Uebermacht auf Kuley zurückgezogen, und keine Hoffnung habe , mit meiner geringen Truppenmacht den numerisch stärkeren Feind oufhalten^w können; ja,, daßweM.nicht. bald namhafte .'.Verstärkungen zumir stoßenes mit einer sich der Gewißheit nähernden Wahrscheinlichkeit, - zu. - befürchten ist, daß mein ganzes Kochs ' aufgerieben : wird; r und ich daher für .die persönliche Sicherheit : Euerer.Majestät-,' wenn allerhöchst .Dieselben! irr Teplitz zu; verweilen geruhen, nicht -bürgen ckann.n - Jetzt bin ich zu einer neuen, wichtigen,' unter-' : thänigcn Botschaft verpflichtet. Ich empfing soeben von meinem unmittelbaren Oberbefehlshaber General; der Infanterie „Barclany de Tolly" dem.Obcrkom- ' mandanten sämmtlicher russischer Truppeii der verbündeten Armee, den direkten Befehl mit' Grafen Vandamme's erdrückender Uebermacht.nicht.einen voraussichtlich nutzlosen Kampf. aufzunehmem und im Falle ich glaube, daß mir' die große Straße von Zehista über Gießhübel, oder wie es noch wahrscheinlicher ist, die Straße , von Königstein nach Hellendorf verlegt oder abgeschnitten ist, mit meinen Truppen über Maxen zu marschieren und mich auf diesem Wege an die Hauptarmee anzuschließen.- :- . Euere apostolische Majestät wissen, daß der Krieger seinem Vorgesetzten blinden Gehorsam schuldet und sich keine Kritik seiner Befehle gestatten darf. Ich muß daher, wenn — was kaum zu bewerkstelligen sein wird — mir nicht in all e r k ü rz e st er Frist, n a m h a f t § Verstärkungen zugesendet werden, ' wenn auch mit blutendem Herzen, dein erhaltenen Befehle Nachkommen, und — ich darf es nicht verhehlen, — dadurch dem Grafen Vandamme als Pförtner, den Weg nach Teplitz öffnen. Indem ich ehrfurchtsvoll diese Mittheilung unterbreite, damit allerhöchst Dieselben Ihre geheiligte Person schützen, sich auf eilten entfernteren Punkt begeben, füge ich ehrfurchtsvoll die Versicherung bei, daß ich gerne mit meinem Leben, das ich jede Sekunde meiner Pflicht zu opfern bereit bin, ineinen Ungehorsam gegen meinen Oberfeldherrn bezahlt, hätte, aber Euere apostolische Majestät, nicht nur dieses, sondern auch meine Ehre wäre dem russischen Kriegsgerichte verfallen, wenn ich das Gebot des Oberbefehlshaber mißachtend die auserlesenen Gar-.. den des Kaisers nutzlos opfern würde. . . Euerer Majestät in tiefster Ehrfurcht ersterbender. General Ostermann, Korps-Kommandant..^,^ „Ist denn der Barclay de Tolly wahnsinnig geworden?" rief der Kaiser, wieder heftig mit dem Fuße aufstampfend. „Wenn Vandamme in Böhmen eindringt, ist ja Alles verloren! Der brave, tapfere? Ostermann sieht's ja selbst ein; wenn der selbstständig Vorgehen dürfte, so würde er den Kampf mit. Vandamme aufnehmen . . . . Das ist - das Ünglück bei einer combinirten Armee,' daß die Truppen» ber einzelnen Staaten, oft in den entscheidendste» Momenten, nicht dem Generalissimus, sondern ihrem