Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 98 (11.12.1884)
- Date
- 1884-12-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Jahrgang bii? di)«! «Stii?. :i rjiU: tj< VJift; Leitender Artikel. Auszüge aus Rabbi Sadja Hagoons arabischer Version der heiligen Schrift in's Deutsche übersetzt und kritisch beleuchtet von I. Schwarz stein, Karlsruhe. * - -: II. - Gen. 1. 25. Bei p&n rvn und bei nons übersetzt Rabbi Saadja — ns^iO von Art, und bei vü'd) ncnan crcn n.D2;»0 von cn Genus, Geschlecht. R. S. will damit andeuten, daß in diesem Verse unter pdi nach Talm. Tract. Nid. Fol. 22: rrin onn 2'n2i Pvl im engern Sinne die Reptilien des Landes zu verstehen sind, nicht aber die Seethiere, deren Schöpfung am stursten Tage war ('Omn). V. 29. Und Gott sprachsiehe (jetzt ip) habe ich euch gegeben alles Kraut.es sei euch zur Speise und allen Thieren der Erde. Auch bei dieser Eintheilung der Sätze und Einschaltung der Partikel ip_ bezieht sich R. S. (auch Rasch!) auf Talm. Sanh. 59. 2. „Rabbi Jehuda sagte im Namerr Nav's: dem ersten Menschen war nicht erlaubt, Fleisch zu^essen, denn es heißt: Euch soll sein zur Speise (die Kräuter und die Baumfrüchte) und allen Thieren der Erde, nicht aber die Thiere der Erde selbst euch. Daher übersetzt auch R. S. V. 26. mi — *}ir»DV«e7DD, herrschen als Vorgesetzter, weil die Herrschaft des Menschen über die Thiere bis nach der Sündfluth, wie der Talmud daselbst lehrt, blos auf deren Benützung zur Arbeit beschränkt war. Cap. 2. 2. Und Gott vollendete am siebenten Tage seine Schöpfung (siehe *i neno nm min), die er gemacht hatte, und er ruhte an ihm zu erschaffen etwas, was ähnlich ist seiner Schöpfung. 3. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn; denn er ruhte an ihm zu .erschaffen etwas, was ähnlich ist seiner Schöpfung, die er gemacht Nach N. S.'s Version ist der Sinn dieser Sätze: Die schöpferische Kraftenfaltung Gottes hat mit den ersten sechs Tagen nicht ihren Abschluß gefunden, wie manche Philosophen annehmen, Gott hatte wohl am siebenten Tage die Schöpfung, der Welt vollendet; jedoch legte er in sie den Keim, wodurch die ewig waltende Natur vöii seiner Hand geleitet in ununterbrochener Thätigkeit fortwirkt. V. 4. Nach Naschi und anderen Eommentaren hat Gott die ganze Welt am ersten Tage erschaffen, denn es heißt hier dwi p« 'n nwjf DV2. 3(111 Tage, da gemacht hatte der Ewige, Gott, Himmel und Erde, welche Annahme aber im Widerspruche zu Exod. 20. ll.—31. 18, wo es heißt: Sechs Tage hat der Ewige den Himmel und die Erde gemacht, zu stehen scheint, daher übersetzt hier R. S. N77dr yix npi '0. „In der Zeit da Gott machte," dt» — Zeit, analog Num. 3. 13 öV2 '12 D'IUD 2N1K 1122 *72 'N2.1, ebenso Ps. 88. 2. 'Tin n7'72'npyii u. drgl. in. Zeitrmgsrrachrichteu und Correspondenzen. Deutschland. Wassenberg (N.-B. Stachen), 4. Dez. Gestern wurde hier der älteste Einwohner Wassenbergs, der Veteran Henmann, zu Grabe geleitet. Der Verstorbene hatte das 97. Lebensjahr erreicht und erfreute sich bis zu seinem Tode der besten Gesundheit und Geistesfrische, sowie der größten Beliebtheit bei der ganzen Einwohnerschaft. Nach zweitägigem Kranksein verstarb er am Sonntag Morgen.-ganz schmerzlos im Hause seines Sohnes, bei dem er, in guten Verhältnissen lebend, feine Veteranenpension verzehrte. Ein für. hiesige Verhältnisse großartiger Leichenzug folgte dem Sarge. Am Sarge hielt der Oberrabbiner aus Crefeld eine sehr ergreifende Rede, die Musik spielte ein Grablied, und nachdem dem Todten die militärischen Ehren durch drei Salven erwiesen waren, verließ die Menge still und gerührt den Friedhof. Bei. dieser Gelegenheit , zeigte sich wiederum so schön die confessionelle Einigkeit der Bewohner Wassenbergs, indem Katholiken und- Protestanten alles aufboten, die Leichenfeier eines Israeliten zu verschönern.