Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1884-12-02 · Heft 96 (2.12.1884) · page 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 96 (2.12.1884)
Date
1884-12-02
Page
– (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449406-2449496--21280-2510858
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

aiis London ängestellt werden, bis zu dessen Ankunft der zum Chrisfcenthume übergetretene, am Missionsspitale in Jerusalem als zweiter Arzt fungirende Jlewitz hier bleiben wird. Schon seit vielen Jahren haben wir unsere Glaubensbrüder in E urop a angeflelifc, sich unserer Stadt zu erbarmen, da der Mangel an einem .Arzte viele Opfer ^yerlangb. Wir! haben ihnen dargethan, wie gross die Gefahr für!' den;!; Gesundheitszustand und noch inehr die moralische Gefahr _ für die jüdischen Bewohner Hefürofis’! ist, und wie die Mission keine Gelegenheit unbenutzt vorübergehen lässt, um sich hier festzusetzen, wo sie bis jetzt nicht Wurzel fassen konnte. Wir hofften auf die Hilfe unserer edlen Bruder in London, die uns mit ihrem Besuche» beehrt und uns Abhilfe zugesagt hatten. Unsere Hoffnung war leider eine vergebliche, und statt Hilfe ist nun schwere Trauer bei uns eingezogen. * *'*'V r Unser Schmerz und unsere Niedergeschlagenheit sind gross, und wir wissen keinen Ausweg, als uns an Sie, Herr Eedacteur, mit der Bitte zu wenden, durch Ihr geschätztes Blatt unseren Brüdern die schreckliche Gefahr, in der wir uns befinden, mitzutheilen und sie aufzufordern, uns schleunigst einen Arzt zu senden. Wenn wir einen Arzt haben, können wir erfolgreich gegen die» Mission ankämpfen, und mit Hülfe der heiligen Lehre es fertig bringen, dass Niemand das Geringste von ihren falschen Gaben annimmt. Es giebt G. s. D. Keinen unter uns, der sich au diese Verführer wendet, wenn ihm ein anderer Weg geboten ist. Aber wie sollen wir nach der jetzigen Lage der Dinge gegen die Mission ankämpfen? Wird ein Kranker uns anhören und sich nicht an den Missionsarzt wenden, wenn kein anderer vorhanden ist? , . r . 0, edle Glaubensgenossen, Leser dieser Zeilen, eilet uns zu Hilfe, Köret uns, wenn Ihr wollet, dass der Allgütige Euch erhöre!; Die Eabbinen der Stadt Hebron: Simon Manassd ben Mosche. Elias Sliman. Levi Isaak Slanim. Josef Racliamim Franko. Nachschrift der Redaction der m Die Nachricht, die uns die ehrwürdigen Herren Eabbinen von Hebron mitgetheilt, hat uns wahrhaft erschüttert. Schon lange hegte ich die Befürchtung, dass die Mission sich über kurz oder lang auch in jener Stadt ansässig machen wird, wenn die Edlen Israels nicht dem Unglücke Vorbeugen. Am schmerzlichsten muss es uns berühren, dass diejenigen Edlen, unserer Glaubensgenossen, denen bei ihrem Besuche in Hebron die Noth jener Leute so zu Herzen ging und die auch baldige Abhilfe zugesagt hatten, ihr gegebenes Versprechen nicht gehalten haben. Wir zweifeln ja nicht daran, dass es nicht mit Vorsatz oder aus Böswilligkeit unterblieb, sondern gewiss nur durch anderweitige Verhinderungsgründe. Aber, geehrte Herren! Bedenket und übereget: Es ist keine Zeit mehr, noch, zu schweigen! Bedenket, dass ein Missions- Krankenhaus die Wurzel von allem Uebel ist! So war das hiesige Krankenhaus der Mission der Anfang des Abfalls in Jerusalem; durch das Krankenhaus ist es der Mission gelungen, sich in der heiligen Stadt Jerusalem festzusetzen, wo doch mehrere jüdische Krankenhäuser und viele Aerzte, die jederzeit consultirt werden können, vorhanden sind. Und so, steht heute noch das Missions-Krankenhaus; ein Stein des Anstossses für die Bewohner unserer Stadt, und Viele, Viele stürzen leider und sind auf ewig verloren! Um wie viel grösser erst ist die Gefahr in einer so kleinen Stadt wie Hebron, einer Stadt ohne Arzt, wo die Ankunft eines solchen für ein wichtiges und freudiges Ereigniss angesehen wird,, mögen seine Ziele auch auf einem ganz, anderen Gebiete liegen^? ‘^ j Ganz besonders wende ich mich an die sehr ehrenwerthen Herrn Major Goldsehmidt Markus Adler und Karl Wallrauoh, die in den jüngsten Jahren Hebron besucht und die Sachlage kennen gelernt haben. 0, geehrte Herren, nehmen Sie die Sache nicht leicht, eine unermessliche Gefahr schwebt über eine in Tugend ausgezeichnete Gemeinde in Israel, die Sie um schleunige Hilfe anfleht. Helfet, so wird Euch der Allgütige helfen! Dnr« von DE Loui» Wolff in SRatf ttotg,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.