Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 96 (2.12.1884)
- Date
- 1884-12-02
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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M : y ' Ml „westlichen Meer“, d. i. das „mittelländische“; auch fD*®?! D*1 „Meer der Ebene“ nennen sie es (5. Buch Moses 3,17), weil es am Ende der Ebene liegt, welche Palästina von Norden nach Süden theilt. ' Die Araber nennen es „Meer des Lot“. (Die gewöhnliche Bezeichnung ist „todtes Meer11, aus Gründen, die sich aus dem Folgenden ergeben). Dieser See ist in vielen Beziehungen ganz verschieden von anderen Seen: Erstens liegt der Wasserspiegel 748 Ellen tiefer als der des mittelländischen Meeres, ferner hat er im Norden Stellen mit 780 Ellen Tiefe, während sich in der südlichen Hälfte keine Stelle von nur sieben Tflllftn sich befindet; ausserdem ist sein Wasser specifisch schwerer als irgend ein anderes Wasser da eine grosse Masse verschiedenartiger Mineralien darin aufgelöst ist, nämlich 25 Procent, so dass man nur mit grösster Müho im Stande ist, darin unterzutauchen. Ein frisches Ei schwimmt aut diesem Wasser, und zwar ragt ein Drittel desselben über die Oberfläche; von einem badenden Menschen sinkt nur ein Viertel des Körpers unter die Oberfläche. Kaiser Vespasian liess einen Versuch anstellen und einen an Händen und Füssen gefesselten Soldaten in diesen See werfen, er ging nicht unter. \So erzählt Josephus Flavins.) Doch hat das Wasser nicht überall dasselbe specifische Gewicht; an der Mündung des Jordan ist es naturgemäss durch das einströmende Süsswasser beträchtlich leichter, während die Schwere mit der Tiefe zunimmt, da mehr Gehalt an Mineralien vorhanden. Die Hälfte dieser Mineralien ist Salz; ferner sind darin Chlor (woher der ausserordentlich bittere Geschmack des Wassers), Brom und Kalk, woher es kommt, dass man beim Berühren oder beim Anschauendas Gefühl hat, als ob man Oel berühre oder ansehe, und dass das Wasser Schmerzen, ja sogar Blasen aut der Haut erzeugt. Bei solcher Beschaffenheit des Wassers ist es keinem Wesen möglich, darin zu leben, es stirbt, sobald es hinein kommt, und es verdient daher mit Recht den Namen „todtes Meer“, da weder Fisch noch ein sonstiges Wasserthier, auch keine Pflanze sich darin befindet. Schon den alten Juden war es bekannt, dass.in diesem See sich kein Fisch erhalten kann, denn der Prophet Jecheskel weissagte bezüglich dieses Sees (nachdem er von dem Wasser, das aus dem Heiligthume kommt, gesprochen): „Dieses Wasser geht nach dem östlichen Kreise und fliesst hinab in die (Jordan'-) Ebene und geht in das Meer, in das Meer der Ausgetilgten, und das Wasser wird getheilt. Und es geschieht, dass alles Lebenathmende,* das sich regt, überall, wohin der Doppelbach kommt, lebt, und der Fische werden sehr viele sein; weil dieses Wasser dahin gekommen, so wird jenes getheilt, und Alles lebt, wohin der Bach gekommen. Und es geschieht, dass Fischer an demselben stehen; von En-Gedi (am westlichen Ufer des Salzsees) bis En-Eglajim werden Plätze zum Ausspannen der Fischnetze sein, Fische allerlei Arten werden sein, wie die Fische des „grossen Meeres“, sehr viele. Seine Sumpfe und Gruben werden nicht geheilt, zu Salz sind sie bestimmt.“ (Ez. 17, 8—11). (Schluss folgt.) . ■- —-:------*>-*-<*—---- . Nothschrei aus' Hebron (jnan)* Schreiben der Rabbiner in Hebron an die Redäction der "n^ÖL* •Hebron, den 6. Tischri 5645. Sehr geehrter - Herr Redacteur! Mit zerrissenem Herzen müssen wir Ihnen mittheilen, dass das längst Befürchtete endlich eingetroffen ist: —* die englische. M.issionsgesellschaft hat angefangen, ihre Netze über unsere heilige Stadt aus zu breiten. Am vergangenen Samstag karn Herr Dr. Tscheflin, Arzt im Krankenhause der englischen Missionsgesellschaft in Jerusalem, hier an, begleitet von einigen Missionären, und miethete Sofort ein Gebäude für jährlich 40 Napoleons, um für die Juden ein Krankenhaus nach dem Muster und der Leitung desjenigen in Jerusalem einzurichten« "Nächstens wird eine Apotheke von ihnen eingerichtet und ein Arzt