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Der Israelit · 1884-12-02 · Heft 96 (2.12.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 96 (2.12.1884)
Date
1884-12-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgangs Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Unter dem Titel „Kol Machsike Hadas" erscheint in Lemberg eine Zeitschrift in hebräischer Sprache, die wir der Beachtung aller Freunde mib Gönner der jüdischen Literatur empfehlen. Dieselbe ist das Organ des Vereins „Machsike Hadas", den der verewigte Neichstagsabgeordnete Oberrabbiner Simon Schreiber >"2"f zur Erhaltung und Wahrung der Interessen unserer heiligen Religion gegründet hat. Die Zeitschrift zeichnet sich durch schönes, reines Hebräisch ebenso wie durch die Reichhaltigkeit ihres Inhalts ans. In der uns vorliegenden Nr.: 1, datirt Lemberg, den 20. Nov., befindet sich zuerst ein leitender Artikel m rno? nTD2 „Wozu nützt mir die Erstgeburt?'' in welchem anlehnend an den Wochenabschnitt, über die religiösen Parteiungen in unserer Zeit innerhalb des Judenthums abghandelt wird; in einem zweiten leitenden Artikel werden die Gefahren dargelegt, welche die herrschende antisemitische Strömung mit sich bringt; ein dritter Artikel gewährt eine politische Uebersicht über die wichtigsten weltgeschichtlichen Ereignisse der Woche. Dann folgen Eorrcspondenzen, Tagesncuigkeiten und Arteigen. Die ganze Zeitschrift ist vom Geiste unsrer heiligen Religion erfüllt und bietet eine kräftigende und anregende Lectüre. Der Preis des Jahrgangs beträgt 5 fl. ö. W. (8 M. 50). Man abonnirt bei der Redaktion in Lemberg, Zolkiewer Straße 45. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland.' Mainz, 30. Nov. Herr Dr. Jakob Weisluaitu von hier, bisher Docent der Rechtswissenschaften au der Universität zu Leipzig, ist auf Vorschlag der dortigen juristischen Facultät zum außerordentlichen Professor ernannt worden. Berlin, 26. Nöb. Bor. wenigen Wochen ist Hierselbst, um einem tiefempfundenen Bedürsniß abzuhelfen, auf eine Anregung des Herrn Dr. Berliner ein »Israelitischer Fortbildungsverein Montefiore" gegründet worden. Wie viele junge Kaufleute, die von ihren frommen Eltern mit den besten Vorsätzen nach Berlin kamen, sind in dem Gewoge der Großstadt den Verführungen des Tages unterlegen, weil sie in religiös gleichgiltige Kreise eintraten und nirgends Belehrung und Aufmunterung fanden. Alte diese Kreise zu vereinen und in dem echten und wahren Glauben zu erhalten, ist die Aufgabe der ins Leben gerufenen Fortbildungsschulen. An einigen Abenden in der Woche finden Versammlungen statt, in denen die verschiedensten Gegenstände aus der jüdischen Geschichte und Liturgie vorgetragen werden. Der Verein hat bereits eine Mitgliederzahl voll 40 jüdischen jungen Kaufleuten aufzuweisen und begegnet in. allen Kreisen jeglicher religiöser Richtung die innigste Theilnahme. Auch wtr rufen dem jungen Institute ein frohes »Glückauf" zu und knüpfen daran die Mahnung, doch ja auch in anderen Städten ähnliche Vereine zu gründen, die sicherlich reichen Segen verbreiten werden. Berlin, 26. Nov. Am 30. Juni 1884 betrug die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder der „Alliance israelite universelle" 29657, die an jährlichen gezeichnete» Beiträgen 236,464 Frcs. zahlen. Die Alliance unterhält allein im Orient und Palästina 32 .Knabenschulen in 24 Städten, ferner 19 Mädchenschulen in 13 Städten, endlich 16 Handwerkerschulen. Der Alliance kosten diese Schulen 519,666 Frcs. Berlin, 26. Nov. Wie die „Germania" meldet, dachten in Dresden die Antisemiten an den Sieg ihres Kandidaten Hartwig nicht int geringsten, allgemein galt am Abend der Stichwahl derSocialdemokrat Bebet als Sieger. Als nun aber doch die Kunde von dem Siege der „Reformer" bekannt wurde und in die Versammlung derselben drang, betete man, jubelte im Entzücken, sang fröhliche Weisen und ein von Herrn Hartwig schwungvoll abgefaßtes Telegramm meldete dem Fürsten Bismarck den Triumpf des „nationalen" Kandidaten. Die Antwort des Herrn Reichskanzlers sollte im Archiv, der Dresdener Antisemiten als ewiges Andenken anfbewahrt werden. Man wartete, auf die Antwort,

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