Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 94 (27.11.1884)
- Date
- 1884-11-27
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1558 Esc und suchte das traurige Loos der dort Schmachtenden nach Kräften zu lindern. Er gründete einen Verein, der es sich zur Aufgabe stMe> die entlassenen Sträflinge dadurch vor der Rückkehr auf die Verbrecherlausbahn zu schützen, daß inan ihnen Arbeit und Unterkommen verschaffte. Wenn er Jemanden fand, der durch jugendlichen Leichtsinn oder durch eine Verkettung widriger Umstände zum Verbrechen war getrieben worden, so verwandte er sich für ihn bei dem Landesfürsten und crimrftc die Begnadigung des Verurtheiltcn. Der Erzähler dieser wahrhaften Begebenheit hatte einst Gelegenheit, sich erfolgreich bei dem Helden unserer Erzählung für einen bedaucrnswcrthcn Mann zu verwenden. In der Nähe meines Wohnortes hatte vor vielen, vielen Jahren ein junger Mann eine strafbare Handlung verübt, war aber entflohen und in eontumaeinm zu einer mehrjährigen .Kerkerstrafe verurtheilt worden. Er war nach Paris ^gegangen, hatte dort ein 'Geschäft etablirt und ernährte sich und die Seinen in redlicher Weise. Da brach der deutsch - französische .Krieg ans, und die Deutschen wurden aus der französischen Hauptstadt ausgewiesen, unter ihnen auch der in Rede stehende Mann und seine Familie. In Deutschland wurde der Mann erkannt, verhaftet und in das hiesige Gefänguiß abgeliefert. Weinend kam seine Frau zu mir und schilderte unter strömenden Thränen das doppelte Unglück, das sie betroffen. Aus ihrem bisherigen Wohnorte ansgewiesen, ihrer bisherigen Nahrungsquelle beraubt, sollte der Ernährer der Frau und der vier kleinen Kinder auf Jahre hinaus in's Zuchthaus wandern! Ich reiste sofort nach der Residenz und suchte Moses Hirschmann auf, der mich auf das Wohlwollendste empfing. Er versprach, sich der Angelegenheit anzunehmen, und schon nach'wenigen Wochen langte das Bcgnadigungsschreibeu des Fürsten hier an. Der bedrängten Familie war derErnährer zurückgegeben. Prinz Friedrich erlebte noch die Freude, die wohlthätige Wirksamkeit seines Schützlings zu sehen. Jetzt ruhen sie beide in der Erde kühlen Schooß, der Prinz im Erbbegräbnisseseiner erlauchten Familie; der Banquier auf dem jüdischen Friedhofe. Sic sind Beide nicht vergessen; Viele, denen sie wohlgethan, segnen ihr Arwenke«. ■ r. v 'H'.’t V' rem Präludium über 'npn^iiL mpo für Pianoforte. Componirt von A. Hirsch und A. Arndt. Frankfurt am MaiM Es gibt vielleicht kein bei uns Juden volksthümlicheres Lied, wie der „Moauß zur Jeschuoßi" mit seiner packenden, anheimelnden Melodie und seinem von echtem Gottvertrauen durchwehten Texte. Es war deßhalb eine gute Idee der Eomponisten zu dieser, wenn ich mich so ausdrücke» darf, unserer Nationalhymne ein Präludium zu schaffen und noch dazu ein solches Präludium, wie das vorliegende, das in feiner, mit künstlerischer Routine geschriebenerBariation uns die lieblichen Mekodieen unseres Chanukaliedes vorahnen läßt. Es durste daher sicher von großem Effecte sein und eine bedeutende Erhöhung der Feier erhielt werden, wenn, nachdem die Ehanukalichtlein leuchten. Jemand aus der Gesellschaft an's Klavier tritt, um dem uralten Liede diese neue schöne. Einleitung zu geben. O. L. Ireis-Mlyfek. (Hebräisch.) Das Höchste alter untrer Güter -Nennt Dir mit einem R mein Wort; -Kohl denen, die ihm treue Luter, Denn Leit blüht ihnen fort und fort. And glückliche vergnüg'ne Zeiten Auft's Dir mit einem D zurück. . . Gehorsam endigt Deine Leiden, . .. Erstattet Dir daL Leimathglück,. Unter den richtig Auslösenden wird geloost und erhält der Gewillner:„Aus Vergangenheit und Gegenwart»^ I-Theil. in Prachtband, franco zugesandt. Richtige Losungen muffen bis Donnerstag, 4. Dezember, in unserem Besitze sein.. Verantwortliche RSattwn: vr. Lehmann in Mainz.— Expedition große Bleiche Rr.'^S. ' Truck und Vertag von Oscar Lehmann in Mainz.' J