Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1884)
- Date
- 1884-11-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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D'0'3 «3 ]pT Dm:sr und der Erklärung der von unfern Weisen daran angcknupstcn sehr auffallend scheinenden Bemerkung, rttpr rrn iö cm::** *ry entrollte der Redner vor einer zahlreichen Zuhörerschaft das thatcnreiche Leben des gefeierten Philanthropen Sir Moses Montcfiore und ermahnte zur Nachahmung eines solchen Lebenswandels, wodurch man ein wahrhaft hohes Alter erreichen kann. Nach dem Gebete wurde vom Vorstande eine Collecte zu Gunsten der „Alliance Jsraelite" veranstaltet und dann schloß die Feier mit dem 3'iM-Gebet. Auch ein Glückwunschtelegramm wurde am folgenden Tag von unserem Vorstande an den edlen' Greis abgeschickt. Mögen alle die für den hochherzigen Sir Moses ausgesprochenen Wünsche in Erfüllung gehen. Amen. O e st e r r. - U u g ar. Monarchie. Wien, 9. Noember. Wie die hier erscheinende „Neuzeit" berichtet, soll Ihre Majestät, die Königin von England, die nachstehenden Worte eigenhändig an Sir Moses Montefiore geschrieben haben: „In neuerer Zeit haben sich die Angriffe gegen die Inden nt den verschiedenen Staaten in sehr bedauerlicher Weise gesteigert. Sie, geehrter Sir, sind geeignet'alte diese von Bornirtheit und Böswilligkeit herrührenden Angriffe durch Ihre Persönlichkeit zu widerlegen. Alle Welt möge von Ihnen lernen, was es heißt, in edler nitd hochherziger Weise das Gebot derMenschenliebe nben und durch große Opfer bethätigen." Wien. Aus Innsbruck wird der „Wiener Zeitung" geschrieben: Durch verschiedene Nachforschungen hat sich herausgestellt, daß der am 1. August d. I. in Kaffala im Sudan gestorbene Bernhard Kohn, der bedeutendste Thierhändler der Welt und dabei ein kenntnißreicher Zoologe, dessen Tod alle Zeitungen meldeten, ein Voralbcrger von Geburt war, der ein abenteuerliches Vorleben hatte, so daß eine kurze Notiz über ihn hier am Platze sein dürste. Bernhard Kohn war 1812 in Hohenems geboren, wie schon sein Name andeutet, von israelitischer Abstammung und schon in frühester Jugend von einem unwiderstehlichen Wandertriebe erfaßt. Im Alter von 18 Jahren segelte er nach Brasilien und litt dabei Schiffbrnch, fuhr auf dem englischen Schiffe, das ihn gerettet, nach Mexico und wurde Goldgräber. Bei der 'Goldgräberei trieb er zugleich zoologische 'Studien, betreffend die wilden Thiere. Er kam später nach Australien und von da. nach dem Sudan und etablirte sich im Jahre 1835 als Colonial-. maareN-Händler in Kaffala. Durch Bekanntschaft mit dem italienischen Menagerie-Besitzer Eassanova, die er auf einer Reise nach Trieft machte, kam .er auf die Idee, den Transport wilder Thiere von Nubien nach Europa zn übernehmen und erwarb sich dadurch ein beträchtliches Vermögen. Bekanntlich kamen von seiner Seite wiederholt Nachrichten über den Aufstand im Sudan nach Oesterreich. Pefth, 14. November. Die Ueberrcichnng der Martinigänse fand gestern Mittag 12 Uhr durch die Herren Hermann Pappenheim , Joel Wolf und Lazar Gstcttner aus Preßbnrg statt. Se. Majestät empfing die Deputation in dem Audienzsaale der Ofener Burg. Sprecher derselben war Herr Pappenheim, ein alter, ehrwürdig aussehender Herr mit schneeweißem Haar und Bart. Der König war äußerst huldvoll und sprach seine Zufriedenheit aus, daß die Deputation sich auch in Pcsth pünktlich eingestellt habe. Se., Majestät fragte Herrn Pappenheim, ob die Ruhe zwischen den Confessionen in Preßbnrg auch innerlich wieder., hergestellt sei? Als Herr Pappcnheim diese Frage bejahte, sagte der König: Das freut mich aufrichtig. Se. Majestät erkundigte sich hierauf auch nach den Zuständen der isr. Gemeinde und hörte den Bericht des Herrn P. aufmerksam an. Nach einer viertelstündigen Audienz wurde.die Depntntion entlassen, welche über die Leutseligkeit des hohen Monarchen ganz glücklich war. Italien. Rom, 27. October. Die Cholera ist beinahe ans unserer Mitte verschwunden. Unter den 12000 Opfern, welche dieselbe in unferm Lande gefordert, haben wir Juden nur einen Todesfall, den des Abraham Debendctti in Asti, zu beklagen. Zu den Sammlungen für die Hinterlassenen der von der Cholera hcimgcsuchtcn armen Familien haben die Israeliten über 30,000 Lire bcigetragen. Unter den Männern, die sich bei dieser Calamität ausgezeichnet haben, ist unser junge Glaubensgenosse, Professor Michel Angiolo Lampronti, ein Nachkomme des berühmten Verfassers des „Pachad Jizchak" Dr. Jsaac Lampronti in Ferrara. Er' ging nach Neapel und hat in den Stadtvierteln, in welchen namentlich die arme Bevölkerung so fnrcktbar von der Cholera heimgesucht wurde, "unter' größter Lebensgefahr und mit seltenem Opfermuts hervorragende Dienste geleistet. Eine ähnliche opfer-; willige Thätigkeit hat der Deputirte Signor Parenzo, ebenfalls Israelit, entfaltet.