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Der Israelit · 1884-11-24 · Heft 93 (24.11.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 93 (24.11.1884)
Date
1884-11-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1532 wärtige Deputationen, die ihm Gratulationen und Depeschen übcrbrachten. Es waren darunter eine Deputation des Armen- und Unterstützungs-Vereins, eine Deputation des Haudwcrkervereins und eine Deputation des Personals der von Herrn Dr. Rülf redigirten Zeitschrift „Memeler Dampfboot," letztere angeführt von dem Herausgeber der Zeitung, Herrn F. 2B. Sichert. Außerdem war Rabbiner Dr. Bamberger von Königsberg als Deputirter des allgemeinen deutschen Rabbinerverbaudes und des Verbandes der Rabbiner Ost- und Westpreußens und Pommerns eigens hierhergekommen, »m dem Jubilar eine Adresse, sowie seine Glückwünsche und die Glückwünsche seiner College» persönlich zu überbringen. Daraus verfügte mau sich um 3 Uhr, Nachmittags in das hiesige Veth-Hamidrasch, welches zu diesem Zwecke festlich geschmückt war. Hier bot sich dem Jubilar und seinen Begleitern ein überraschender Anblick dar. Das ganze geräumige Local war dicht gedrängt von Menschen und konnte kaum alle Anwesenden faßen; es hatte sich die ganze jüdische Einwohnerschaft von hier ohne Ausnahme in sabbatlicher Kleidung eingefunden, um der gottesdienstlichen Feier beizuwohnen. Dieselbe begann nadj dem Mincha-Gcbete mit einigen zu der Gelegenheit passenden Psalmcapiteln, welche von dem Cantor der hiesigen Gemeinde, Herrn T. Liebermann versweise vorgetragen und von der Gemeinde wiederholt wurden. Darauf hielt Herr Dr. Bamberger eine ein- und ausdrucksvolle Rede, in welcher er die Verdienste des Jubilars um die gesammte Jndenheit und besonders um die hiesige Stadt mit einigen treffenden Worten hervorhob. Anschließend ergriff der Jubilar selbst das Wort, sprach für die vielen Beweise von Theilnahme und Liebe, die ihm heute zu Theil geworden, seinen innigsten Dank ans und knüpfte im Uebrigen an seine Rede von Sonnabend in der polnischen Synagoge an, welche er weiter ausführte. Nachdem Cantor Liebermann noch rin tw ■’D vorgetragen hatt^war die Feier beendet. Der Jubilar begab sich nnr seinem Gaste Dr. Bamberger, begleitet von einem zahlreichen Publikum, in die „deutsche" Synagoge, wo das Lehrerpersonal der von ihm ins Leben gerufenen rn*n iiQyn-Schule mit ihren Schülern auf sie harrten. Letztere trugen einige Psalmlieder vor und ein 14jähriger Knabe recitirte ein selbstverfaßtes Gedicht, welches ihm den Beifall und die Anerkennung Aller., besonders auch des Dr. Bamberger cinbrachte. Abends 8 Uhr vereinigte sich eine Gesellschaft, von etwa 50 Personen in dem Fischer' .scheu Saale zu einem festlichen Abendessen, welches bis spat in die Nacht währte und bei welchem der Verdienste des Jubilars durch unt Ernst und Scherz gewürzte Tischreden und Toaste gedacht wurde. Da an bicfcm Festessen neben mehreren Christen'nnr ein Theil der hiesigen, jüdischen Mitbürger theilgenommen hatte, wurde am zweiten Tage, Montag Abend ein zweites Festessen veranstaltet, an welchem sich ebenfalls etwa 40 Personen betheiligten und welches gegenüber dem gestrigen Essen noch gemütlicher verlief. Bei demselben wurden die Telegramme und Adressen verlesen, welche dem Jubilar zngegangen waren, und verschiedene lehrreiche Steden gehalten. Damit schloß in später Nacht die viertägige Feier des fünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläums des Rabbiners Dr. Rülf. Möge Gott gern Jubilar zum Wohle der jüdischen Glaubensgenossen noch recht viele, viele Jahre gesegneten Wirkens und Schaffens geben. Es muß noch rühmend des Herrn Vehr Alts ch n l erwähnt werden, der es sich angelegen sein ließ, das Fest zn ordnen und der dasselbe bis zum Schluß leitete. Seinem Einffnffe ist es auch zu verdanken, daß die Feier kn altherkömmlicher Weise in orthodoxem Schnitt und Styl begangen wurde mtb einige Neuerer, welche es anders haben wollten, mit ihren reformatorifchen Plänen nicht dnrchdrangen. In Kitzirrgeu hat sich neulich ein Thorath- Emeth-Berein gebildet, der den Zweck hat, die km traditionellen Judeuthnm als unverbrüchliche Wahrheit geltende Thora zu pflegen, jüdisch - religiösen Glauben zu fördern und Begeisterung für wahre jüdische Interessen zu wecken. Zur Erreichung dieses Zieles sollen dienen: ein zweimal wöchentlich zu ertheklender Unterricht, religiös wissenschaftliche Vorträge, Auflegung entsprechender Zeitungen. . Der Unterricht erstreckt sich auf Pentateuch mit Commentar und Ritualien 2c. Wir-wünschen dem jungen Verein den besten Erfolg. S ch w ei Z. -? ) ' Biel. Da ich unter den bisher im „Israelit" veröffentlichen Berichten über die in verschiedenen Gegenden abgehaltenen Montefioreseier noch keinen ans der Schweiz bemerkt habe, so erlaube mir die Mittheilung, daß unsere Glaubensgenossen irr der Schweiz darin auch nicht zurück blieben. Wie hier wurde auch unseres Wissens in Basel, Bern und Zürich eine Montcfiorefcier veranstaltet. Hier hielt der Religionslehrer der Gemeinde, E. B. Taube, die Festrede. Mit Zngrnndlegnng des Textes i I 'j.'üf.T...!-t! :Lsr -,n i;-v:

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