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Der Israelit · 1884-11-10 · Heft 89 (10.11.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 89 (10.11.1884)
Date
1884-11-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1470 nommen, daß sie sieben und fünfzig Waisen zählt, ohne diejenigen, die in der Fremde weilen und unterstützt werden, daß sie bis. jetzt mit keinen großen bestimmten Anforderungen au die Gemeinden hcrangetretcn ist. Die Anstalt hat die Betheiligung vielmehr dem freien Ermessen, dem gütigen Herzen ihrer Wohlthäter überlassen und - vertrant weiter dem guten Willen, derselben, ihrer Barmherzigkeit und ihrer freudigen Theitnahme an der guten Sache. Stuttgart, 4. Nov. Bor Kurzem wurde das 50jährige Ämtsjubiläum des Herrn Kirchenraths Dr. W a s s e r m a u n dahier in hochfestlicher Weise begangen. Die Theilnahme des. Cultministers Dr. von Gcßler und anderer hervorragender Christen am Gottesdienste legte einen schönen Beweis davon ab, daß Württemberg sich des confessionellen Friedens in hohem Maße erfreut. Dem Gottesdienste wohnten aber ailch Israeliten an, die man sonst in demselben kaum an den höchsten Festtagen erblickt — die Mitglieder der sattsam bekannten israelit. Oberkirchcnbehörde, R.-A. Dr. Schmal, die Banquiers von Pflaum und Benzinger, letzterer vielleicht aus Dankbarkeit gegen den Herrn Jubilar, ans dessen Vorschlag Herr Benzinger,'so indifferent er auch dem Jndenthum gegenüber stand, ins ehrwürdige Collegium berufen wurde. Herrn Dr. Wassermann wurde seitens S. M. des Königs der Kronenorden verliehen, mit dem der persönliche Adel verbunden ist. Dem Herrn Jubilar wurden an diesem Tag Verdienste nachgerühmt, welche er in seiner hervorragenden Stellung, die er im württembergischen Jndenthum einnimmt, sich erworben haben könnte, aber sich nicht erworben hat. Alle Welt weiß, daß sich das wnrtternbergische Jndenthum, welches unter Dr. Maier sehr zurückgcgangcn, unter Wassermanns Oberleitung in keiner Weise gehoben hat. Jnsolange das veraltete Institut der Oberkirchcnbehörde besteht, ist von einem Aufschwung des württembergischen Judenthnms keine Rede. Dem Jubiläum Wassermanns folgen demnächst die Jubiläen der Herren Canwr Eichberg und Kirchcnpfleger Stern, ebenfalls 2 württembergische Kirchenlichter im Wassermannschen Sinne. Was Wunder, wenn des großen Philanthropen Mo n kess io re 100. Geburtssest in der Hanptsyuagoge dahier so .gut wie ohne Feier blieb. Neben denGroßgeistcrn Wassermann, Eichberg, Stern kann Montesiore. picht bestehen. Im orthodoxen Betsaale dagegenfand ein feierlicher Gottesdienst statt; auch erhielt Montefiore von einer Anzahl hiesiger Gemciudcgenoffeu ans Veranlassung des Herrn S. D Nördlingcr hier ein Glückwunschtelegramm, r;‘r' - r , :;r- - . - S Pw e t A - Zürich, Nov. Bezugnehmend aus eine Eorrespoudenz Ihres gesch. Blattes, in Betreff der projectirten Aufstellung eines Harmoniums in der hiesigen nencrbanten Synagoge muß ich Ihnen leider heute mittheklen, daß nicht nur bis heute dasselbe nicht aus der Synagoge entfernt wurde, sondern der Gottesdienst findet sogar mit Da mengesang statt. Unter solchen Verhältnissen dürfen doch die hiesigen religiösen Mitglieder der Gemeinde nicht schweigen und sind vor Gott und ihrem Gewissen verpflichtet, gegen diese gesetzwidrige Neuerung Protest einzulegen, sowie dieselben laut Entscheid der größten rabbinischcn Autoritäten, — so lange diese Neuerung in der Synagoge stattfindet, — weder an dem öffentlichen Gottesdienst theilnehmen, noch überhaupt die Synagoge betreten dürfen. Aus diesem Grnnde geht der wiederholte Riff an die rcligiösgesinnten Mitglieder hiesiger Gemeinde! Vereinigt Euch zu gemeinsamem Vorgehen gegen die ohne Genehmigung der Gemeinde, vom Vorstande allein eingeführte Neuerung, da Euch vom Relkgionsgesetz aus nichts anderes übrig bleibt, als ans der Gemeinde auszutreten oder die Entfernnng dieses spezifisch kirchlichen Instruments aus der Synagoge herbeiznführen. (In Erfurt hat sich neuerdings in Folge der Einführung eines ähnlichen Instrumentes in die Synagoge eine Scparatgcmcinde gebildet, deren gcmicthetcs, anspruchlofcs Lokal während der hohen Feiertage zahlreicheren Besuchs sich zu erfreuen hatte, als die nencrbaute, prachtvolle Synagoge. — Red.) Oesterr. - Nngar. Monarchie^ Wien. Der Prager Cnltusgememde wurde vom Ministerium die Frage zur Begutachtung vorgelegt, ob der Unterricht in der hebräischen Sprache als ein Theil des Religions-Unterrichtes für Israeliten anzusehen sei. Die Veranlassung zu dieser Fragestellung bot die Weigerung eines Mitgliedes einer israelitischen Landgemeinde in Böhmen die ihm vom dortigen Cnlttisvorstane vorgeschrkebene Bektragsleistnng für den Religions-Unterricht seines Kindes zn enttichten.. Diese Weigerung wurde mit der Bernsung ans das Gesetz motivirt, demzufolge die Aufbringung der Mittel für die Kosten des Religions-Unterrichts an den Volksschulen der Gemeinde, an den Mittelschulen dem Staate obliegt. Der in-

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