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Der Israelit · 1884-11-03 · Heft 87 (3.11.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 87 (3.11.1884)
Date
1884-11-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1438 die Schlußvcrhaudlung beim hiesigen k. Gerichtshöfe, in Angelegenheit der Magyarbölcr Judeukravalle, statt. Der k. Gerichtshof hat nach eingehender Untersuchung folgendes Urtheil geschöpft; Vincus Bozik wurde zu einer dreinionatl., Andreas Radwänyi, Johann Fodor, Vincus Toth, Ladislaw Fülop und M. Supos zu je einer zweimonail., L. SMela, L. Horwath und K. Falußy zu je einer einmontl. Kerkerstrafe verurtheilt. Emerich Vörös wurde von der Anklage fteigesprochen, gegen den Hauptschuldigen N. Kakko, der als Anstifter gilt und derzeit als Soldat eingerückt ist, ferner gegen I. Doracscvitsch wird, da beide nicht erschienen waren, ein neuerlicher Termin anberaumt werden. Großwardem, im Oktober. Es freut uns, Ihnen die Mittheilung machen zu können, daß innerhalb der hiesigen Jeschibah, der zweitgrößten in Ungarn, ein Verein mit dem Namen „Tifereth Bachnrim" gegründet wurde, dessen Zweck es ist, die angehenden Nabbinen im Vortrage zu üben. Jeden Samstag hält einer der Talmudjünger, der Neihefolge nach, im Unterrichtslokale der Talmudisten einen Vortrag über Halachah und Agadah, bei welcher Gelegenheit auch die Gemeindemitglieder immer zahlreich erscheinen, die den Vorttagenden bisher stets großen Beifall zollten. Möge es diesem löblichen Vereine gegönnt sein, auch fernerhin sich aufrecht zu erhalten und Ersprießliches zu erzielen. Italien. Neapel. Der hiesige Oberrabbiner hatte am verflossenen t©2 dv wegen der Choleragefahr den Gottesdienst am Nachmittage auf einige Stunden unterbrechen lassen und den Gemeindemitgliedern eine kleine Erfrischung zu nehmen erlaubt. Der Herr Oberrabbiner wurde über diese von ihm getroffenen Maßregeln von seinen ital. Collegen vielfach getadelt. Der Gesundheitszustand innerhalb der jüdischen Gemeinde ist ein vortrefflicher und sind die Israeliten ^vollständig von der Epidemie verschont geblieben; dasselbe günstige Verhältniß ist von den jüdischen Gemeinden in Cuneo, Savigliano, Saluzzo und Parma zu berichten. - Frankreich. Paris. Welche Begriffsverwirrung und Unkenntnis; über jüdische Feiertage bei den hiesigen, selbst bestredigirtcn politischen Zeitungen noch herrschen, ergibt sich aus nachstehenden zwei Proben. Nach „la Patrie“ dauert das Bersöhnungsfest acht Tage. Das „XIX. Siöele“ schreibt in feiner Rümmer vom 29. .September: Bei Gelegenheit des großen jüdischen Fastens seien Montag, Dienstag und Mittwoch, drei Tage nach einander, die Geschäfte der Israeliten geschloffen, ' '; : Marseille. Bekanntlich hatte die hiesige Stadt, unter allen von der Cholera heimgesnchten Städten Südfrankreichs am meisten zu leiden. Bei einer Bevölkerungszahl von 300,000 starben im Garden 1800 Personen. Günstig war die Steblichkeit unter den Israeliten, von denen bei einer Seelenzahl von 4000 nur 7 Personen von der Cholera hingerasft würden, von welchen 2 schon seit längerer Zeit krank und Einer 99 Jahre alt gewesen. Unter den Opfern waren der Verwalter des isr. Spitals, Joseph Lopes und sein Sohn, welch* Letzterer in Folge seiner kindlichen Liebe seinen Tod fand. Indem er selbst seinen kranken Vater pflegte und kn seinem Schmede, als der Vater in den letzten Zügen lag, denselben umarmte, wurde er selbst von der Krankheit befallen, und wenige Stunden darauf war er eine Leiche. R u ß l a n d. Petersburg. Endlich wird die hiesige jüdische Gemeinde zur Erbauung einer ihr würdigen Synagoge schreiten können. Schon vor zchn Jahren war der Bau beabsichtigt und waren auch die Mittel dazu da; allein allerlei Einwendungen der Regierung und der Localbehörden verursachten stets eine Hinausschiebung desselben. Einmal fand die Behörde den Bauplatz für die Synagoge zu' nahe dem Centrum der Stadt; ein anderes Terrain wurde zu erwerben gesucht; dieses aber, hieß es, ist dem Gesetze entgegen, nicht entfernt genug von einer Kirche. Da war nun guter Rath theuer; woher einen paffenden Platz finden bei der großen Anzahl von Kirchen in hiesiger Stadt? Als auch diese Schwierigkeit überwunden und die Pläne ekngereicht waren, da tadelte man, daß nach diesen letzteren das Gebäude zu großartig für ein jüdisches Gotteshaus wäre. Man hat nun den Bauplan in dieser Richtung reducirt und hofft nun ungestört den Synagogenban ausführen zu können.s . Mitau. Durch eine Frau, die plötzlich unwohl geworden und die in ihrem Schmerze: ansries: „Mein Herz brennt wie Feuer," welcher Ruf von ändern Frauen mißverstanden würde, entstmü» am verflossenen tidu dy> ein Feuerlärm, in Folge dessen

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