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Der Israelit · 1884-11-03 · Heft 87 (3.11.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 87 (3.11.1884)
Date
1884-11-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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\ 1428 tu weitem Umkreise beleuchtend. Womöglich wurde diese prachtvolle Erscheinung noch durch die wunderbare, schöne Darstellung des Niatzam-Falls übertroffeu. Den Schluß, bildete-die Darstellung des Wahlspruches des Jubilars: .k.- . i „TMak and TlianM . : — ■> (Denke und danke!) 1784. Äcccpt our Hearty Gratulations 1884. (Empfange unsere herzlichen Glückwünsche!) Die Adresse Ihrer Majestät, der Königen von England, lautet: „Ich wünsche, Meine aufrichtigen Glückwünsche für Sie ztl erneuern zu diesem Tage, der ei» Jahrhundert von Loyalität und Menschenliebe vollendet." Nachdem Dr. Hermann Adler in Vertretung seines Vaters, des Oberrabbinen Dr. N. Adler, das Gebet gesprochen, sagte Sir Moses: „Ich kann nicht den tausendsten, nicht den zehntausendsten Theil der Gefühle aussprechen, die mich heute bewegen, da ich ein so hohes Alter erreicht habe. Ich danke Gott für Seine gütige Fürsorge, und allen.meinen Freunden für ihre große Güte." — Als darauf Dr. Adler im Aufträge seines Vaters dessen Segenswünsche überbrachte, entgegnete Sir Moses: „Welch ein unendliches Glück ist es für Sie, daß Ihr Vater, mein ausgezeichneter Freund, der Chies-Nabbi, noch bei Ihnen ist. Wandeln Sie i n s e i n e n F n ß st a p f e n! Bringen Sie Ihrem ehrwürdigen Vater meine besten Segenswünsche. Wir sind Alle vereint in dem Bunde, den Gott mit uns am Siitai geschlossen, für jetzt und für alle Zeiten!" — Nach diesen Worten sank Sir Moses, der bisher gestanden hatte, erschöpft auf's Sopha. Unter den eingelaufenen Telegrammen sei das folgende erwähnt: „Moses Montefiore Moore, ein Jahr alt, sendet seine Gratulation und besten Wünsche für häufige Wiederkehr dieses Tages für Sir Moses Montefiore, einhundert Jahre alt. Möge Gott uns Beide segnen.":- : Namsgate, 27. October. Gestern, Dienstag, empfing Sir Moses viele Gratulanten, so den Vicar von Ramsgate, der die Adresse der Stadt verlas, den Mayor von Namsgate, ferner Herrn V e h a r aus Jerusale m, der einen in Jerusalem aus Olivenholz verfertigten Ehanukah-Leuchter überreichte. Sir Moses war sichtlich gerührt und rief wiederholt: „Gott segne Jerusalem!"— Herr Levi Hildesheimer aus Odessa, Sohn des Rabb. Dr. Hildesheimer zu Berlin, überreichte eine Adresse der isr. Gemeinde zu Odessa. — Ein sehr ehrendes Schreiben des Lord- Kanzlers wurde verlesen. — Zu meinem tiefsten Bedauern muß ich mittheilen, daß fich der ehrwürdige Greis zu sehr aufgeregt hat. Er iß leider an' einer BronchkaßAffeetion 7 nicht unbedenklich erkrankt. Gebe ihm Gott baldigst eine. Literarischer WeriHt7 77 - -, 7- ,\'• i r t - 7 . 'r 7 -■! f *? B. S t r a ß b n r g e r, Lehrer in Buchau (Württbg.) Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten 1884. Verlag von Levy und Müller in Stuttgart. Lieferung I & 50 Pfg. Me Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten hat unter den vielen geschichtlichen Arbeiten über Juden und Judenthum, die in den letzten Jahrzehnten iniDrucke erschienen, noch keine zusammenhängende Darstellung gefunden. Die drei Bände der „Geschichte der Kultur und Erziehung bei den Israel iteninDentschland, Italien und Spanien wahrend des Mittelalters", von Rabbiner Dr. Gndemann in Wien behandelt mehr die Kulturzustände der Israeliten und geben dabei neue, auch kn der von Straßburger herauszugebenden zusammenhängenden Geschichte der jüdischen Pädagogik benützte Aufschlüsse über die Unterrichtsweise in den israel. Schulen des Mittelalters. Außerdem erschienen schoß verschiedene Abhandlmtgen über die Pädagogik des Talmuds von Dufchack, Marktts Bloch n. a. Aber - eine zusammenhängende Geschichte der Erziehung und d e s U n t e r r i ch t s der Israeliten von der vortalmudischen Zeit bis auf die Gegenwart ist uns bis jetzt nicht bekannt. Und doch bietet gerade die Geschichte des Unterrichts bei den Israel, so viel des Interessanten, daß wir dem Verfasser dankbar sein dürfen, daß er sich diesen Stoff zum Gegenstand einer größeren geschichtlichen Arbeit gewählt hat. / . . . . . . Erziehung und Unterricht steuern beide auf das gleiche Ziel los: die verschiedenen Kräfte des Menschen zu bilden, zu veredlen sich in harmonischer Weise entwickeln zu lassen.. , .... . V Diese Einwirkung von Eltern und Lehrern auf die Kinder hat zum Endzweck, die moralische, geistige und körperliche Wohlfahrt zu fördern und erüsprmgt dem in der Menschheit wurzelnden Streßen nach Glückseligkeit.' "■ V,;,i3. ■ Wie weit hat es nun die Menschheitin diesem Streben gebracht? . Können wir mit Befriedigung auf unser Zeitalter, auf die Zustände der modemen Völker blicken? Nein— leider ist des Jammers

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