Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 85 (27.10.1884)
- Date
- 1884-10-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1406 die das Thiertödtungs-Verfahrcn besonders durch Einführung der Schubmaske inzwischen gemacht haben, ihre Bedeutung eingebüßt hätten. Im Interesse unserer gefährdeten Schechitah- Jnstitution bitte ich daher die geschätzten Leser dieses Blattes 1) alle zu ihrer Kenntniß gelangten Fälle, in denen die Bouterole oder die Schußmaske sich nicht bewährte, mir mit näherer Angabe der Veranlassung, des Orts, der Zeit und womöglich der dabei anwesenden Persönlichkeiten gütigst mittheilen zu wollen. 2) bei Thierärzten, Professoren der Physiologie und der Thierarzneiknnde neue Gutachten zu Gunsten des Schächtens erwirken und sie mir gefl. thttnlichft bald emfenden zu wollen. Von den erwähnten Autoritäten, die sich zu Gunsten des Schächtens ausgesprochen haben, seien hier nur die jedem Thierarzt bekannten Namen erwähnt: Adam, Städtischer Polizeithierarzt, Augsburg. Prof. Bag ge, Zürich. — Dr. Büchner, Darmstadt. — Prof. Eheauveau, Lyon. — Prof. E r r o l a n i, Bologna. — Prof. Fick, Zürich. — Prof. F u ch s, Karlsruhe. — Prof. F ü r st e n b e r g, Eldena bei Greifswalde. — Gamge'e: London — Prof. Gerlach, Berlin. — Prof. Gnrlt, Berlin. — Prof. Hannover, Kopenhagen. — Prof. Haubner, Dresden. — Prof. Hartwig,. Berlin. — Prof. Kinberg, Stockholm. — Prof. Lcisering, Dresden. — Prof. Lundberg, Stockholm. — Hofthierarzt Lydtin, Karlsruhe. Prof. Panum, Kopenhagen. — Regierungs-Veterinär Prob ftmay er, München. — Prof. Roll, Wien. — Prof R o l l o f f, Halle. — Prof. Thie rmesse, Charcghem bei Brüssel. — Prof. Vircho w, Berlin. — Prof. Zangger, Zürich. Die sämmtlicheu Gutachten c. 40 an der Zahl sind abgedruckt in der Schrift von Dr. Kayserling: „D i e r i t u e l l e S ch l a ch t f r a g e" (Aarau, Sauerländers Verlag) und in derjenigen von Dr. Engelbert „Das Schächten und die Bouterole" (St. Gallen. Zollikofers Buchhandlung). Beide Schriften sind unter. den Thierärzten leider wenig bekannt, wetzhalb sich ihre Beschaffung und Verwendung für den sub 2, bezeichneten Zweck sehr empfiehlt. Trier. Rabbiner Dr. Ehr mann. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e.‘ Debreezin (Ungarn). Im Vethause der Orthodoxen zu Dcbrcczin waren am Vorabende des Verföhnnngstages die AndächLkgen in überaus großer Anzahl versammelt. Um 8 Uhr Abends geschah es» daß ein Mann zufällig den Brenner eines Gasrohres herabwarf. Gefahr kann in solchen Falken keine entstehen, denn der etwas höher aufstammende Strahl des Gases kann leicht zurnckgefchraubt werden. Es wäre auch bei dieser Gelegenheit nichts geschehen, "hätte man diese einfache. Manipulation dnrchgeführt. Man rief jedoch nach dem im Hose Wacht haltenden Feuerwehrmann; dieser lies in den Tempel und blies in der Meinung, es sek Feuer, in seine Signalpfeife. Als die aus der Gallerie postirten Feuerwehrmänner hierauf ein Gleiches thaten, wurden auch schon Rufe laut: „Es brennt". Im selben Augenblicke entstand ein unbeschreiblicher Lärm unter den Anwesenden. Die Männer waren bald int Reinen über die Sktnaton und würden rlihig auf ihren Plätzen geblieben sein, wenn sie nicht um das Loos ihrer auf derGallerie sich befindlichen Frauen und Familienmitglieder besorgt gewesen wären, was auch sie veranlaßte, dem Ausgange zuzudrängen. Ans der Gallerie stürzte Alles der einzigen schmalen Ausgangsthür zu, von welcher eine steile Treppe herabführt. Auf dieser hatten arme Frauen Platz genommen, die in das Innere des Tempels keinen Einlaß gefunden hatten. Es entstand nun eine entsetzliche Verwirrung. Die Frauen traten einander auf die Kleider, stießen einander hinaus und hinab und unter heillosem Angst- und Hilfegeschrei wollte jede das eigene Leben retten. Die armen Frauen, die auf den Stufen der Treppen saßen, wurden beinahe zertreten. Eine Frau stürzte kopfüber die Stiege hinab und ihr folgte bald eine zweite. Hierzu kam noch, daß die Männer, die nun heraufstürmen wollten, nur den Ihrigen hilfreiche Hand zu bieten, den Platz vor der Treppe ganz besetzten, so daß auch die wenigen Frauen, die in dem Gedränge herabkamen, nicht vorwärts konnten. Von den Verunglückten rollte eine Frau die Treppe über die Körper der anderen herab und brach sich einen Arm, eine andere verlor das Bewußtsein und brach ohninächtig zusammen. Mehr denn eine halbe Stunde dauerte es, bis sich der Lärm gelegt hatte und der Gottesdienst fortgesetzt werden konnte. Freilich war die Gallerie jetzt zur Hälfte leer, denn während ein Theil der Frauen sich fürchtete zurückzugehen, fühlte sich der andere nach der durchgemachten Aufregung so krank, daß von einem Besuche des Tempels nun keine Rede sein konnte. Budapest, 20. October. In der Mreßdebatte wendete sich der Ministerpräsident gegen die gutisemittschen Abgeordneten, denen er zurief: „An