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Der Israelit · 1884-10-27 · Heft 85 (27.10.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 85 (27.10.1884)
Date
1884-10-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Anlage }it Ar. 83 ües Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. DW . Fleurs orientales. Discours adressfe au jeune nfeophyte Jacques de Günzbourg. Accompagnfe de lettres et mfelanges littferaires par A. Eabbinowitz. Paris cliez l’auteur, 4, rue du roide-Sicile. 1878. Freunde der hebräischen Sprache finden in diesem Werkchen gute und schöne Prosa. Nicht jenes gekünstelte Hebräisch, welches uns wie ein Naketenfeuer durch die einander jagenden Witze blendet, sondern schlichte Prosa, die sich bemüht ihren Gegenstand in etwas gehobener Sprache, wie es der Styl des Hebräischen mit sich bringt, klar und deutlich darzustellen. Der Verfasser, dem die dankbare Aufgabe zugefallen war, den Sohn eines der Finanzaristokratie angehörenden jüdischen Großen zu unterrichten, richtete hier an seinen Zögling mahnende Worte, indcin er ihm in kurzen Sätzen einen Abriß der jüdischen Geschichte und der Leistungen des jüdischen Volkes vorführt. Am Ende des Schreibens richtet er begeisterte Worte an seinen Zögling, Worte der Ermahnung an den auf den Höhen des Lebens stehenden jungen Mann, daß er aus der Geschichte seines Volkes es kennen und lieben lerne, daß er ein überzeugnngstreuer Anhänger desselben werde und in keiner Lage des Lebens sich des Bekenntnisses schäme: 's»* D'-cyn 'py« ron -irr nuy Am Schluffe des Heftes folgen noch einige Briefe und kleinere Uebersetzungen ans französischen Schriftstellern. Das Schreiben an den Zögling ist von einer französischen Uebersetzung begleitet, die für den im Hebräischen minder Geübten bei auftauchenden Schwierigkeiten von Nutzen ist. Schließlich sei noch erwähnt, daß der Ausdruck S. 6: '&) irn vioi nicht zu billigen ist; denn» ist kein selbstständiges Wort und gibt auch hier keinen Sinn. Vgl. Nasch! Daniel 1, 5. Auf Jecheskel 25, 7. soll sich doch dies gewiß nicht beziehen. Wir erwähnen dies nur deshalb, weil der Verfasser sichtlich bestrebt ist, wie ans seinem Werkchen hervorgeht, nur klassische Formen und reines Hebräisch zu benützen. Wir können nur bestätigen, daß ihm dies gelungen ist. Dr. H—ch. E. Dv?7ip "0. Hebräische Lesesiebcl von I. M. Japhet, Lehrer an der Unterrichtsanstalt der israel. Neligionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. Neunte, verbesserte und vermehrte Auflage. Preis (ohne Einband) 25 Pfennig. Frankfurt a. M. 1884. Verlag von.Heinrich Grobel. Auch Schulbücher sind bekanntlich der Mode unterworfen, und am meisten werden Sprachlehren und Lesefibeln von raschem Weä)sel betroffen, weil ihn gerade bei diesen der Reiz der Neuheit leicht begünstigt. Um so angenehmer muß es uns berühren, wenn wir hier einem Schulbttchlein begegnen, dem man, wie wenigen anderen, zu seiner Empfehlung nachrühmen kann, daß es gar manchem lieben Kinde in die Hand kommen wird, dessen Vater oder Mutter schon aus demselben den ersten Leseunterricht erhielten, indem bereits mehr als 40 Jahre verflossen sind, seitdem es zum ersten Mal erschienen ist. Das fortwährende Bedürfniß neuer Auflagen beweist darum auch mehr, als es bei andern Büchern der Fall ist, daß das Werkchen in dem Laufe der Jahre an seiner Beliebtheit keine Einbuße erlitten, und der Verfasser mit bem Erfolge dieser seiner Jugendarbeit wohl zufrieden sein darf. Wenn wir es uns hier auch, aus Mangel an Raum, versagen müssen, auf eine ausführliche Besprechung einzugehen, so wollen wir doch unsere jüngeren Eollegen, welche die Japhet'sche Fibel noch nicht kennen sollten, auf einige Vorzüge derselben aufmerksam machen. Dahin rechnen wir zunächst, daß für die Reihenfolge der allmählich vorgefnhrteu Buchstaben die Formähnlichkeit derselben maßgebend ist, erster? also auf Anschauung beruht; sodann daß der Verfasser in der eingchaltenen Stufenfolge der Hebungen nur solche Wörter gewählt, die in der hebräischen Sprache wirklich Vorkommen, und das Auge des > Kindes daher nicht an eine fehlerhafte Orthographie gewöhnt wird, wie es in manchen anderen hebräischen Lesefibeln geschieht; ferner daß Hebungen mit geschlossenen Silben erst dann folgen, wenn der Sd)üler bereits

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