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Der Israelit · 1884-10-20 · Heft 83 (20.10.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 83 (20.10.1884)
Date
1884-10-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1369 ' --'7" •>§.'?!)' H'-'ITlt r :rr ■: * - r;:. ivrt-; :: .: Amsterdam.;. Holland gilt •- mit. Recht als das Land, in welchem am meisten die religiöse Freiheit geachtet ist. Doch scheint auch dort bei einzelnen Leuten der antisemitische Geist eiugekehrt zu sein. Vier, den angesehensten israelitischen Familien angehörige junge Leuten, die auf dem Gericht und in der finanziellen Welt hohe Stellungen einnehmen, wurde der Zutritt in eines der größten EafL's verweigert, resp. erschwert. Der Wirth erklärte, daß die Vorurtheile seiner christl. Gäste ihn dazu zwingen, ihnen nur gegen Ausnahmspreise Gettänke zu verabreichen. . Aus dem Leben eines orthodoxen , . Htabbiners. Skizze von vr. Sta: .. uZ '-nu," (Fortsetzung.) „Der Boden ist feucht, gestrenger Herr Rabbiner," sagte Dr. Priester lachend. — „Sonst würde ich uiederknieen und Sie ganz schön bitten, geehrter College, mir die kleine, reizende Hand Ihrer Schwester zu geben. .Ich habe mich soeben mit Hnlda verlobt. Was sagst Du dazu, Fanny?" ... „Danmwüusche ich ein herzliches Masel tow" — sagte Dr. Stein, milde lächelnd, und drückte die Hand seines Schwagers. — „Aber Du sollst nicht lange mit dem Revanchiren warten, lieber Karl!" fuhr Dr. Stein fort. — „Du darfst auch mir Masel tow wünschen, denn ich habe mich soeben niit der lieben Fanny verlobt!^ - „Na, das ist aber nicht mehr schön!" — lachte Dr. Priester laut auf, , wahrend er seine Schwester an seine Brust zog. — „Du scheinst nicht bloß auf frevelhafte Weise meine Gestalt geraubt.zu. haben,, sottdem überhaupt Alles nachzuahmen, was ich thue. - Recht lustig, auf Ehr'! Nun aber Masel tow. und/ laßt uns jetzt nach Hause eilen und dort die ' frohe'' Nachricht mittheile»!" * Freudig plaudernd und von dem mild leuchtenden Monde begleitet,- der die herzliche Freude■■ der > Menschenkinder mitznempfinden schien, gelangten fie nach Hause.-- - . .7 , u Frau Rabbiner Priester befand, sich bei Frau Rabbiner, und sie plauderten vergnügt mit einander, als die Thüre aufgerisseu wurde und.Dr. Priester, Hnlda bei der Hand führend, und Dr. Stein.: mit Fanny in's Zimmer traten.. ... -;; -,'J „Segne unfern Bund, Mutter!" bat Dr. Stein Frau Priester. - „Gib uns Deinen Segen, Mutier!- sprach Dr. Priester zu Frau Rabbiner Stein." v Daß dieser verlangte Segen von den ehrwürdigen Damen nicht verweigert worden ist, läßt sich lebhaft denken. Die Mütter umarmten abwechselnd ihre Kinder, Hulda holte einige Flaschen Wein' aus dem Keller und bald befand sich die Gesellschaft' in recht heiterer Stimmung. / Ein lautes Pochen an die Thüre störte die/ Gesellschaft. ' . :7,;//- „Herein!" rief Dr. Stein unwillig..' : Rebb Jauno stürzte athemlos in. das Zimmer.. „Guten Abend Rabausai!" kreischte er, „Es ist gut, Rebbeleben, daß ich Sietreffe. .ZU...!" „Haben Sie etwas Wichtiges, Rebb Jauno!" — unterbrach ihn Dr. Stein ärgerlich: .. „Wie heißt Wichtiges" — schrie Rebb Jauno und schüttelte sich, daß der Boden, krachte. — „Ich soll leben! Sehr wichtig. Sie müssen Ehasene machen, Rebbeleben!" . - .. J ... " Ein schallendes Gelächter von Dr. Pruste^ unter-; brach ihn. ... ' /. „Sie lachen, Dr. Priesterleben?" ‘ —. sägte er. — „Wann wollen Sie Tnoim^) machen?"" ' " „Das habe ich ja soeben gethau!" lachte Dr. Priester — „liebe Hnlda sage es ihm, sonst glaubt er, ich habe gegen seinen Befehl gehandelt." ' „Hier!" sagte Hulda, mit gewinnendem Lächeln, , während sie ein Glas Wein einschenkte. — „Hier leeren Sie dieses Glas auf das Wohl meines. Bräutigams!" „Masel tow" — schrie Rebb Jauno und - machte einen Luftsprung — Lechajim °), leschonoh ' haboh biruscholajim* 3 *), Wein ist besser als majim Doctorpriesterleben tafe5), ein großer Raufe, daher war er kein Schaute''). .Er hat sich genommen eine Kalle, daher ruft Alte: Es soll leben Hulda, , im baala! Tralla, trallala I '''l) MloÄmg. H Aüfs'ÄM'-'i 3) Das kommende Jahr in Zerusaleni. 4) Wassers! 0) Gan; gewiß (jüdisch-polnisch). 6) Narr. \

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