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Der Israelit · 1884-10-16 · Heft 82 (16.10.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 82 (16.10.1884)
Date
1884-10-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1358 'S. Frankfurt a. M. Sie haben bereits des neuen Schlachthauses Erwähnung gethan, das hier. errichtet wird und anerkennend die Rücksichtnahme hcrvorgehoben, die ans die jüdischen Mitbenutzer dieses städtischen Etablissements bei der Einrichtung desselben genommen worden ist. Ein Vorgang, der vergangene Woche in diesen Räumlichkeiten stattgefunden hat, zeigt ferner, wie der wahre freiheitliche Sinn der Frankfurts Bürger auszeichnet, sich wieder glänzend bethätigt hat. Um für die eigentlichen Schlachträumlichkeiten und die Aufstellung der Winden, Ringe u. s. w. definitiv die Plätze cintheilen zu können, wurde auf vorige Woche ein Probeschlachten festgesetzt. Zwei Metzger, ein christlicher und ein jüdischer wurden ausgcloost, je einen Ochsen zum Schlachten, resp. Schächten zu stellen. Herr Löb, Schächter an der isr. Religionsgesellschaft, hatte hier seine Kunst vor Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten zu bethätigen. Zwei provisorische Schlachtplätze wurden nach Anordnung und unter Aufsicht des Herrn Stadtbaumeisters Rügemer hergerichtet, und beide Proceduren, Schlachten mit vorhergehendem Schlagen und Schächten, wurden zur Zufriedenheit aller Anwesenden 'ansgeführt. Wir wollen aber nicht verfehlen, ausdrücklich hervorzuheben, daß diese öffentliche Schächtprobe durchaus nicht den Zweck haben sollte, die Frage, Thicrquälerei oder nicht? zu entscheiden; diese Frage cxistirt hier nicht, wenn auch ein „Eingesandt" in einem hiesigen Lokalblatte einen Schweizer Ton anzuschlagen suchte, das große Publikum und die maßgebenden leitenden Persönlichkeiten unserer Stadt sind von dergleichen Ansichten frei — es handelte sich einzig und allein darum, zu documentkren, daß man, was die Benutzung des Schlachthauses -betrifft, dm Juden ganz dieselben Rechte cmräumen will, wie den Christen, daß den Interessen Jener, bei Ausmessung der Plätze in demselben Mäße Rechnung getragen werden soll, wie denen Dieser, mit anderen Worten, daß das Schächten gleichberechtigt neben dem Schlachten steht. R u ß l a n d. Petersburg, 3. Oct. Die deutsche ^Petersburger Zeitung" erfährt, die Judenkommisßon werde zunächst das Ansiedlungsrecht der Juden in den inneren Gouvernements und ihr Recht auf Grundbesitz berathen. Die Kommission hatte beide Fragen den örtlichen Administrationsbehörden zu Begutachtimg vorgelegt. Die Majorität hat sich für eine ganz allmählich zu verwirklichende Erweiterung des Ansiedlungsrcchts ausgesprochen. Hinsichtlich der zweiten Frage sind verschiedene Meinungen laut geworden, welche theils den Juden den Besitz in dieser Richtung verbieten wollen, theils den Grundbesitz gestattet (aber die Landpachtung nicht), theils den Juden die nämlichen Rechte zugeftanden wissen wollen, wie den ausländischen^ Unterthanen. . Richtige Lösungen sandten ferner ein:. Frl. Johanna Neumarkt in Hochstadt. Frl. Malchen Katz u. Lehrer L. Stein in Marköbel. M. Spindel in Bergen. Ludwig Schischa in Mattersdorf. Max Millner in Memel. M. Wolf in Zablotow. M u tt & n o e n Für den folgende« Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. ' MM" Abonnements- und Juferaten-Annahme für Frankfurt a. M. beiI. Kaufsmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldfchmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen Nr. 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern bei M. Dörnberger, hebr. und deutsche Buchhandlung; für Böhmen, Mähren und öfierr. Schlesien bei Jaeob B. Brandeis, Buchhandlung in Prag.: . . .. Stelle - Gesrrrh. (Sin Mädchen aus achtbarer Familie sucht eine Stelle als Haushälterin in irgend einem religiösen jüd. Hause. (SS wird weniger auf hohen Lohn als sam. Behandlung gesehen. Franco-Osserten unter X. X. 5,053 besorgt die Exped. d. Bl. flirre Wittwe, 37 Jahr, mit Bennogen, von angenehmer Persönlichkeit, ohne Anhang, aus guter Familie, wünscht sich zu verheirathen. Gut siluirte Wittwer nicht ausgeschlossen, Beamte werden bevorzugt. Anonym unberücksichtigt. Offerten sud 8.581 an Rudolf Moffe, Breslau, erbeten.^ —' (5082 in junger Mann, gesetzten Alters, selbstständig, elternlos, wünscht sich, da er alleinstehend, mit einem tüchtigen Mädchen aus guter Familie, und von angenehmem Aeußern zn verbinden'; : r : Briefe werden unter Ehifsre GL H. 5078 durch die Expedition d. Bk. erbeten.

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