Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 82 (16.10.1884)
- Date
- 1884-10-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1348 land ernannte, ihn zum' Varonet. — Im Jahre 1854 sammelte Sir Moses, um die Armen im heilige» Lande vor dem Hungertode zu schützen, 20,000 Lst., die er 1853 persönlich zur Vertheilung brachte. - - Im Jahre 1838 begab sich Sir Moses nach Nom, um die Herausgabe des seinen Eltern gewaltsam entrissenen Knaben Edgar Mortara zu erwirken. Diesmal blieben seine Bemühungen ohne Erfolg. — Im Jahre 1860 nahm sich Sir Moses mit großer Energie der von den Drusen verfolgten Syrischen Christen an; er sammelte für sie mehr als 20,000 Lst. Im Jahre 1862, kurz nach der Feier der goldnen Hochzeit, verlor Sir Moses die edle Gefährtin seines Lebens und die Genossin seiner guten Thaten; aber schon im Jahre l 86:r riß er sich aus seinem tiefen Kummer empor, um seinen bedrohten Glaubensgenossen in Marokko zu Hilfe zu eilen. Ter 78 jährige Greis unternahm diese beschwerliche Reise mit dem besten Erfolge. Er wurde vom Kaiser mit großer Auszeichnung empfangen, mit Ehren überhäuft und erlangte ein Teeret, durch welches die Juden von Marokko den Mohamedaneru völlig gleichgestellt wurden. — Im Jahre 1866, bei seiner sechsten Pilgerreise in das'heilige Land, ließ Sir Moses in Jerusalem eine Quellwasserleitung anlegen. — Im Jahre 1867 reifte Sir Moses nach Rumänien, um seine dortigen Glaubensgenossen vor Verfolgungen zu schützen. Fürst (jetzt König) Earl empfing ihn auf das Gnädigste und gab ihm die besten Versicherungen. — Im Jahre 1871, als in Persien die schreckliche Hungersnoth ausbrach, stellte sich Sir Moses an die Spitze der Sammlung und brachte 18,000 Lstr. zur Vertheilung. — Im Jahre 1872 unternahm Sir Moses seine zweite Reise nach Petersburg und wurde vom Kaiser Alexander II. mit großer Auszeichnung empfangen. — Als im Jahre 1874 Sir Moses das 9O. Lebensjahr erreichte, legte er das Amt eines Präsidenten des „Board of Deputies", eines Vereins für die Angelegenheiten der englischen Inden, nieder. Man beschloß, zum Andenken au die langjährige, glorreiche Präsidentschaft Molltefiore's eine Stiftung in'S Leben zu rufen. Die Sammlung ergab mehr als 12,000 Lstr. Sir Moses bestimmte das Geld für die Armen Jerusalems. Es werden dafür Armenhäuser gebaut. — Im Jahre 1878 unternahm Sir Moses seine siebente Pilgerreise nach Jerusalem. Unter dem Titel: „Ein vierzigtägiger Aufenthalt im heiligen Lande" hat er selbst die Reise beschrieben. Aus jedem Wort spricht die heiße Liebe für das heilige Land und dessen Bewohner. — Bei den bedauerlichen Vorgängen in Rußland, wollte sich der 97jahrige Greis zum dritten Male nach Petersburg begeben; allein seine Umgebung, in gerechter Sorge um sei» Lebeu und seine Gesundheit, gestattete es nicht. So mußte sich Sir Moses damit begnügen, sich fchriftlkch^'au den .Kaiser zu wenden. In seinem Beglückwünschungsschreiben an Kaiser Alerander III. zu dessen Krönung verfehlte er nicht, für seine unglücklichen Brüder flehentlich zu bitten. Der Kaiser hatte die Gnade, selbst zu antworten, und es ist anzunehnre», daß dieser Briefwechsel auf die Behandlung der russischen Inden den günstigsten Einfluß gehabt hat. So läßt der edle Jubilar keine Gelegenheit vorübergehen, Gutes zu wirken. Möge der allgütige Gott ihn noch eine lange Reihe von Jahren gesund und kräftig erhalten. Wrozeß HUtter. (Siche de» Anfang hierzu in der Beilage.) Krakau, 3. Cctobcr. Sämmtliche Zeugen dcponinen, Stochlinski sei bei vollem verstände gewesen. — Die gestern vernommene Zeugin Teleszowa, welche aussagte, Franziska Mnich habe ihr vertraut, da» sie ein intimes Verhältnis^ mir Marcclin Stochlinski uiUerhaltcn hatte, wurde ans Antrag des Staatsanwaltes, weil sie in der vorigen Verhandlung nicht danelbe deponirr Hane, in Folge Beschlusses des Gerichtshofes behufs Einleitung der Untersuchung in Haft genommen. Vertheidiger Docent Joseph Rosenblatr verlangte vom Vorsitzenden die Gonstatirung des Umstandes, da» einige Zeugen deponirten, Franziska Mnich sei am erste» Sonntag des Advents, fünf Wochen vor Neujahr verschwunden, nämlich am 27. November 1881. Krakau, 4. Oktober. Bedeutungsvoll war die Einvernahme des Zeugen Untersuchungsrichters Radwank!, weicher in Strzyzow das erste Verhör mit Marcel in Stochlinski vorgenommen hat. Stochlinski wurde in später Nachtstunde zu ihm gebracht und gleich vorttommen. Anroesend waren Dr. Biclinski, welcher die Obduktion der Leiche vorgenommen hatte, und der Schuldirektor. Stochlinsli war bei vollem Verstände und legte freiwillig sein Gcständnist ab. Vom Vorsitzenden befragt» ob der anwesende Tr. Bie.inSki irgend welche Fragen an Stochlinski bezüglich der Art und 'Weise der Ermordung der Mnich und über die Ursache des Todes derselben gerichtet hat. antwortete Zeuge, Lielinsli habe mit keinem Worte sich ins Verhör gemischt, und es sei während des Verhöres kein Gendarm in der Nähe gewesen. Zeuge schilderte die Lage und Beschaffenheit der Schlucht. Die Frage, ob Jemand in dieselbe stürzen und venrnglütke» kan», bejahte der Zeuge. Die Lage der Leiche machte aus ihn de» Gindruck. als ob die gefundene Mnich hiniugcstürzt wäre; iw der Schlucht war Wasser und die Leiche theilweise versandet. Die Gerichtsärzte Professor Browic; und Dr. Zulawsli richteten mannigfache Fragen über den Zustand der Leiche und einzelner Theile derselben an den Zeugen und ob er bemerkte, da» dieselbe an eitler Stelle gebissen war, wie dies eine Zeugin aussagte. (GS würde dies beweisen, da» Thlere an der Leiche gefressen.) Zeuge tann hierüber leine bestiminte Antwort, geben. Gr deponirte ferner. Stochlinski sei zwar, sehr erschöpft gewesen und habe großen Hunger gehabt, jedoch keine Zeichen von Schlägen seitens der Gendarmen gezeigt. Auch , er habe ihm 'nicht gedroht oder ihn gezwungen, eiuzugesteheu. Tie Zeugen Gzekajowsti (Protokollführer) und Mazarak (Kanzlist) sagten gleich^