Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1884)
- Date
- 1884-10-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1342 gesehen haben, wie ein Juve den Knaben hinters seinem faltigen Nocke steckte nnd davon trug. Der eine Konstabler notirie nun die Namen dieser Zeugen, sowie er auch alles aufschrieb, was die Bram angab. Der Andere war mittlerweile hinausgegangen, um das Publikum zu beschwichtigen und zum Anseinandergehen aufzufordern. Da ertönte plötzlich im Volke schaltendes Gelächter, das immer ärger wurde. Im ersten Augenblicke glaubte der Konstabler, man verspotte ihn, weshalb er um SukkurS pfeifen wollte. Doch bald dachte er anders. Im Publikum bildete sich ein schmales Spalier und innerhalb desselben schritt der kleine Geza Lipcsai. „Das ist er ja, der Abgeschlachtcte!" riefen nun die Einen, während die Anderen schrien: „Er hat ja immer noch seinen Kops!" Als Mutter nnd Kind das Hans betraten, wo blöde nnd abergläubige Menschen schon ein rituelles Verbrechen entdeckt haben wollten, da erschollen ringsumher Eljenrufe, und der Hausmeister rief: „Nun, Hab' ich's nicht vorausgesagt, das; die Sache ein Unsinn ist? wo ist denn die verrückte Frau Bram?" „Ja, wo ist sie?" riefen nun auch die anderen Personen, doch die Gesuchte war nicht mehr zu finden. In einem ihr günstig erscheinenden Augenblicke war sie auf die Strotze geeilt, um zu verschwinden. Und daran hat sie gut gcthan, sonst wäre cs ihr. der Stifterin des Skandals, schlecht ergangen. Wie es sich heransstellte, war der kleine Geza, während die beiden Frauen vor dem Thore mit einander geplauscht hatten, weggelaufen, um sich iit die Wohnung seiner Mutter (Aggtelekkgasse Rr. 6) zu begeben. Während seiner Abwesenheit trugen sich die von uns bereits geschilderten Skandalscenen zu. Gegen die Frau Bram wurde die polizeiliche Anzeige erstattet. Auch gegen die fünf Zeugen, welche angeblich gesehen haben, wie ein Jude den Knaben stahl, wird gleichfalls eine Untersuchung eingeleitet werden. Wochen-Kalender. Freitag, 17. October. 28. Tischri. Samstag, 18. October, 2?. Tischri. wtvx Sabbat-Ausgang 5 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr.) Sonntag, IS. Ccto&er, 30. Tischri. rnn cwvr **t ot» Montag, 20. October, 1. Marcheschwon. snin vtev* *a m* Moli;. Sir Moses Montesiore. Ter große edclmüthige Philantrop vollendet am 24. Oktober sein hundertstes Lebensjahr, das er »nter rauschenden Huldigungen und Festlichkeiten, deren Schauplatz die kleine Stadt Rainsgate gewesen, angetreten hat. Rach den in London sich vollziehenden Vorbereitungen stehen dem greisen. von der ganzen Menschheit verehrten Wohlthäter neuerliche großartige Ovationen sür diese Gelegenheit bevor, doch wollen wir spccicll eines großartigen graphischen Prachtblattes Erwähnung thun, welches demnächst die Pretzen der ^rrsoeiation «le« .4rt« graphiiiae? in Parks (12 Rue rEchi([uier) verlassen wird. Das sür den Salonschmuck bestimmte Kunstblatt soll eine Verewigung Sir Moses Montefiores sein und stellt neben dem wohlgelungenen» von gediegenen Allegorien umgebenen Portrait des greisen Briten die markantesten Episoden ans seinem thatenreichen Leben dar. — Ein biographischer Text wird dieses reichgeschmückte, kunstvolle Prachrblatt begleiten. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Burgharm, vvr>n ="\ Am 1. Oktober verschied als achttägige Wöchnerin die in unsrer Gegend dahier weithin berühmte sromme Frau Betty Stall in dem noch so jugendlichen Alter von kaum 30 Jahren. Kaum 8 Jahre vcrheirathck» erwarb sich dieselbe in dem Städtchen Hünseld, woselbst sie wohnte, einen solchen 2« av bei Inden und Richlinden, wie es selten bei jungen Leuten jetzt zu finden ist. 'Roch viel ausgedehnter aber ist ihr 212 z-v durch die njrw und icn welche diese stets und zwar immer 2^2 ansübte. Nie verjagte sie einem Klagenden ihre Hilfe und ihren 'Beistand. Rach all' diesem war sie eine liebevolle, sromme Mutter ihren pslcgbesohlenen Kindern. Möge sie dorten im Reiche der Seligen den Lohn sür ihre a'2« ort*y3 erhalten. n-2"s*':"n. (4990 Bttu gefÄlligoir 13«awJ*fmtg: Die Nr. 77 u. 78 unsres Blattes, welche das „Programm zur Montefiore-Feier" enthält, ist trotz eines bedeutenden MehrdrnckS bereits vergriffen; wir haben deshalb ein besonderes „Fest-Programm" auf gutem Schreibpapier Herstellen lassen, das Interessenten » M. 5 pr. Hundert abgegeben werden kann. Die Expedition deS „JSraelit". iLin junger Mann mit schöner Hand-1 unter B. 80 an die Annoncen-Exped. von srhrist sucht Stelle. Geil. Osscrtcn I F. Kanffmann, Franks, a. M. (4997 Oiut einen jungen Wittwer mit 4 Kinder», ö wovon das jüngste 4^, Jahre alt ist. lKausmann) wird eine religiöse tüchtige Haushälterin gesucht, die zugleich auch im Stande ist, die Geschäfte im Lade« — Mannsaktur-Waaren, auch Schuhladen — zeitweise mit zu versehen. Ter sich hierzu Oualisizirenden wird hoher Loh» zugesichert. Ansragen ».Meldungen könne« a» H. Stranft, Lehrer in Burghaun gestellt werden. (4992 Aür mein Manusaktnr-, ModeundHerren- O Eonsection - Geschäft suche ich eine« tüchtigen Verkäufer. welcher zuweilen Privatkundschaft zu besuchen hat. Offerte« mit Gchaltsansprüchen und Abschrift der Zeugnisse werden erbeten. Ferner ein Lehrmädchen aus achtbarer Familie, welches die erforderliche Schrckkenntnisse besitzt, gesucht. (4998 Herrn. David, Altenkirchen.