Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1884)
- Date
- 1884-10-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1332 war stets sein größter Schatz. Dieser erhabene Mann, dessen großes weites Herz alle seine Mitmenschen mit unendlicher Liebe umfaßt, der fein ganzes langes Leben hindurch jeden Kummer zu lindern, jedes Elend' zu beseitigen, jedem Mangel abznhelscn suchte, ist nur einmal als Kämpfer ausgetreten, da es galt, die Religion unserer Väter 'Unverkürzt und unverfälscht zu erhalten. Als vor fast einem halben Jahrhundert in London einige Leute, unter ihnen ein naher Verwandter des Sir Moses, aufstanden, um tiefeinschueidende, sogenannte Reformen cinzuführen, da wurde ans dem Manne der Liebe und des Wohlwollens ein wackerer Kämpfer, der, rücksichtslos, nur das eine Streben hatte, die Religion der Väter zu schützen und zu erhalten nti'D -pnnn nx. Aus der Haftarah würde der nachfolgende Vers einen passenden Text für die Festrede geben: -pmd nom nrE'ic-n mjnjm anrm *- /i -jamo idm DiDn m1? 'DV?tr mn .ro tO „Wenn auch die Berge weichen und die Hügel wanken werden, so wird meine Liebe von Dir nicht weichen und der Bund meilies Wohlwollens nicht wanken, hat gesprochen der Erbarmer, der Ewige." An der Hand dieses Textes müßte nachgewiesen werden, wie der allgütige Gott uns zu allen Zeiten hat Männer und Frauen erstehen lassen, die sich Seines bedrängten Volkes angeuoinmcn in den Zeiten der Roth. Eine solche Wohlthat war für Israel fast ein ganzes Jahrhundert lang Sir Moses und seine edle Gemahlin. Inmitten einer judenfeindlichen Zeitströmung fömicu wir auf dieses vielbewuudcrtc Ehepaar Hinweisen und können fragen, ob wohl jelnals ein anderes Volk so vollendete Menschen hervorgebracht hat. Da müssen die Anklagen verstnmmen, die nllserem Volke Engherzigkeit und der Lchre unseres Gottes den Mangel allgemeiner Menschenliebe vorwerfeu. Aus Paraschath “p könnte mau die Worte wählen: iiDiMn mnoirn lz 12 „Und es werden gesegnet werden durch Dich alle Geschlechter der Erde." Wie unser Vater Abraham aufGcheiß Gottes sein Heimathland, seinen Geburtsort und sein Vaterhaus verließ, in Begleitung seiner Hm gleichgesinnten Gattin Sarah, sö sind auch Moses und Judith Montefiore viele Male ausgegangen aus ihrem behaglichen Heim im Westen unseres Erdtheils nach dem fernen Osten, die beschwerliche Meerfahrt und den heißen Wüstensand .nicht scheuend, so sind sie hiirgewandert nach den! kalten Norden, um am mächtigen .Kaiserthrone für ihr bedrängtes Volk zu bitteir, und noch als hochbetagter Greis unternahm Sir Moses die gefährliche Reise nach dem. heißen Süden, um die Glaubensgenossen in Marokko vor der drohenden Gefahr zu schützen. Aber nicht nur den Juden war er ein Fürsprecher und Helfer, sondern auch Andersgläubigen, denn allen Bedrängten und Hilfebedürftigen schlägt sein Her; in theilnahmsvoller Liebe. — Hieran könnten sich dann die Verse aus der Haftarah reihen (Jesaias E. 40, V. 29, 36 und 3t): -ßyi ri2T nesy s'dOi nz pi nz 'i ipi □nirai'iyin D'"iyi 'd" 127' fcOl TSCTT 12M „Er verleihet dem Müden Kraft und den Machtlosen mehrt Er Stärke; wenn auch Knaben ermüden und ermatten und Jünglinge straucheln werden; aber die auf Gott hoffen, erneuen ihre Kraft, gewinnen neue Schwingen gleich dem Adler, lanfen und ermüden nicht, gehen aufrecht und ermatten niemals." Wir werden einige Daten über das Leben und Wirken des edlen Jubilars in nächster Nummer folgen lassen. (Schluß folgt.) Zum Prozesse Wller. Krakau, am 2. October. Vielleichtnicht weniger als der MitaugekkagteMartin Stochlinski hat es das Wiener Rabbinat verschuldet, daß die unglücklichen Eheleute Ritter nahezu zwei Jahre unter der schrecklichen Anklage, die Franziska Mn ich ermordet zu haben, im Kerker schmachten. Um diese Anklage construiren zu könnenbedurfte' näinlkch die Untersuchungs-Instanz des Nachweises, daß im orthodoxen Judenthum derBrauch bestehe, bei dem Tode einer schwangeren (!!) Fra» deren Frucht gewaltsam zu entfernen, weil im ander» Falle der Zustand der Vorgefundenen Leiche auf die Möglichkeit Hinweisen mußte, daß hier ein Thier sein tödtliches Gebiß ansetzte und keine Menschenhand irgend ein Theil daran hatten Das betreffende Bezirksgericht wendete sich daher an das Wiener Rabbinat um ein Gutachten über den fraglichen Gebrauch. Dasselbe constatirte das Vorhandensein dieses Branche». Anstatt aber den Quellen nachzugehe» und sich an Ort und Stelle die nöthige Information zu holen, begnügte sich das genannte Rabbinat, secundäreu Druckwerken zu folgen, dem Kizzur-Maäbar- Jabok ein autoritatives Ansehen zu geben. Selbst üffenbare Druckfehler wurden übersehen. . , Das (Machten lautetr v <