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Der Israelit · 1884-10-02 · Heft 79-80 (2.10.1884) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 79-80 (2.10.1884)
Date
1884-10-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Verunglückten aufgcfunden worden, wurde heute Vormittag Herr Cäsar Szymkiewilz, der nur auf dringendes Zureden seiner Freunoe sich an der Wafferparthie betheiligt hatte, ans dem Friedhöfe der jüdischen Gemeinde in der Schönhauser Alle mtter überaus zahlreicher Betheiligung bcigesetzt. Nach einleitendem Chorgesange nahm Rabbknatsaffeffor Dr. Maybaum unter Kerzenbelcuchiung und Blumenduft das Wort zu seiner Trauerrede. Anknüpfend an die Worte des Propheten (Jesaias XXI. 4.) „Mein Sinn geht in die Irre, Schauer verstören mich, den Abend meiner Lust machte er nur zum Schrecken" schilderte der Redner das namenlose Weh, welches die Eltern am Festestage durch den urplötzlichen Tod ihres heißgeliebten Sohnes am heiteren Morgen seines Lebens erlitten. Ohne die dunklen Wege der Vorsehung erforschen zu wollen, möge der üefgcbeugte Vater versuchen dem Patriarchen das Wort: „Hineni" nachzusprechen, der opferfreudig seinen Sohn hingegeben, als Gott ihn gefordert. „Wir wollen nicht richten; das Nichten ist die Sache Gottes. Der einzige Schmerz, den der Dahingegangene seinem Vater bereitet, war sein Tod, und im Namen des Vaters rufe ich dem Tobten „Vergebung" für diesen ersten und letzten Schmerz nach, damit er Vergebung finde an den Stufen der himmlischen Gerechtigkeit und Versöhnung erlange an dem Throne der ewigen Güte." — Von den beiden andern Verunglückten wurde Herr- David nach seiner Heimath Müncheberg bei Berlin gebracht, während Herr Simon auf dein Friedhöfe der freirelig. Gemeinde heute beigesetzt wurde. Zugleich wollen wir berichtigend bemerken, daß von den Geretteten nur einer Christ ist, während der andere dem jüdischen Glauben angehört. Oester r. -11 lt g a r. Mona r ch i e.; Wien, 24. Sept. Der Verwaltungsgerichtshof entschied über die Beschwerde des Wilhelm Abelcs: in Waltsch, Bezirk Luditz, gegen welchen das Kultusministerium das exekutive Vorgehen wegen verweigerter Beitragsleistung für die dortige israel. Kultusgemeinde anordncte, daß weder ein Specialgesetz noch ein allgemeines Gesetz bestehe, nach welchem ein Israelit in Böhmen zur Leistung von Knlttrsbeiträgen.verpstichtet wäre. Wien. Den jüdischen Pöthleidttldeü in Rawa- Rusla, die durch einen großen Brand -um ihre Habe, gekommen, hat der Kaiser., suuo fl., "ebenso den Abgebrannten in Topörow, K reis' Brody, oöö fl. geschenkt.;v Pesth, 28. Sept. Die gcrnäßigte Opposition constitnirte sich heute nud wählte Clemens Ernnszt abermals zum Präsidenten. Derselbe wies die Anklage zurück, als ob die Partei jemals mit den Antisemiten pactirt hätte. Franz Fcnyvessy lenkt im Zusammenhänge mit der Erklärung des Vorsitzenden die Aufmerksamkeit der Partei auf den Umstand, daß auf den von derselben occupirtcn Bänken im Abgeordnetcnhause auch solche Abgeordnete Platz genommen, die zur antisemitischen Partei gehören. Redner beruft sich auf die parlamentarischen Gepflogenheiten und auf den Anstand; ans beiden Gesichtspunkten hält er es für nothwendig, daß die parlamentarischen Parteien in auch äußerlich gesonderten Gruppen beisammen sitzen. Eine Verfügung nach dieser Richtung sei absolut nothwendig. Die Partei solle eventuell zur Schlichtung der Frage eine geschlossene Sitzung verlangen. Der Antrag Fenyvcssy's wurde von Dcsider Szilagyi und Ludwig Horvath warm unterstützt, desgleichen vom Grafen Albert Apponyi, auf dessen Antrag der Vorsitzende beauftragt wurde, sich dieserhalb zunächst mit bcm Quästor ins Einvernehmen zu setze». Graf Apponyi sagte, daß die gemäßigte Opposition ihren Standpunkt gegen die Antisemiten wohl immer und überall .klar präcisirte; es sei aber nothwendig, und sie habe ein Recht zu wünschen, daß dies tiu Hause zum Ausdrucke gelange. Die Partei der gemäßigten Opposition und die Partei der Antisemiten seien durchaus incompatibel; wer zur einen gehöre, könne unmöglich Mitglied der andern sein, in keiner Form und unter keinem Vorwand. Die gemäßigte Opposition dulde solche Elemente nicht in ihrer Mitte. Ein Antisemit konnte nie Mitglied dieser Partei sein und tvird es auch nicht sein können. 5tlnttscnbnrg. „Die israelitische Gemeinde ihrem großeil Gönner." Diese Aufschrift trug der prachtvolle.Kranz, welchen dir Klansenburger isr. Gemeinde auf den Sarg des vor Kurzem verstorbenen reformirten Bischofs Nagy Peter niederlegte. Bischof Nady, einer der edelsten Charaktäre, war ein Freund und Beschützer der Inden, und gar viele unserer Brüder verehrten und liebten in ihm - ihren Wohlthäter. Seinem Wirken ist es zum großen Theite zu verdanken, daß Siebenbürgen vom Antisemitismus befreit geblieben ist. Die hier bestehenden zwei isr. Gemeinden sandten eine gemeinschaftliche große Deputation an die tiefgebeugte Wittwe, um kill Schmerze, der Israeliten Ausdruck zu verleihen. .r.. v.; v . «ö-O U a n b. . :•;•; V,. Amsterdam. Der Kriegsminister, hat allen jüdischen Soldaten vom 18. Sept. bis l3. Oktober

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