Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 79-80 (2.10.1884)
- Date
- 1884-10-02
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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1315 Strecke mit seiner Schwester Fanny zurückgeblieben — „wollen .Sie nicht die Güte Haben, hierherzukommen und mich als Ihren künftigen Schwager mit einem Maseltow begrüßen?" Aber Doktor Stein beeilte sich gar nicht. Die Unterhaltung mit Fanny schien ihm interessanter als die unverstandene Neuigkeit, die ihm Doktor Priester, nnttheilte. „Sehen Sie mal, liebe Fanny" — sagte Doktor Stein im Laufe des Gesprächs. — „Daher sagt auch der Talmud: daike haisch lachasaur achre hoischoh d. h. der Mann soll die Frau suchen, ob sie auch nach sciuem Herzen ist, ob sie eine würdige Gefährtin seiner Gesinnungen, seiner Prinzipien sein kann. Die Frau soll eben die Priesterin des Hauses sein. Der Beruf des Israeliten ist außerhalb des Hauses, auf dem . Markte des Lebens, ein Priester Gottes zu sein und seinen Namenzu heiligen. Der Beruf der Israelitin ist die Wirksamkeit der Pricsterin innerhalb der vier Wände. Sie soll für die streng rituelle Führung des Hauses sorgen, soll ihre Kinderchen nach den Gesetzen unserer heiligen Religion erziehen, soll anch ihren Mann zu dem Guten und Edlen aneifern. Ist der Beruf der Frau also der Beruf einer Priesterin, dann muß ihre Führung, ihre Kleidung dem priesterlichcn Amte entsprechen. Daher soll anch die Frau nicht mit entblößtem Haupte einhergehen: denn der Priester mußte den Gottesdienst mit beoccktem Haupte verrichten, anch sie, die Pricstcrin, deren ganzes Leben ein Gottcs- . .r : - ■ . dienst, eine fortschreitende Pflichterfüllung ist, soll mit bedecktem Haupte -in das. Gebiet ihrer Thätigkcit treten!" : „Ah", entrang es sich aus Fanny's Mund. — „Jetzt werde ich doch ganz anders von uns armen Geschöpfen denken. Ich habe bisher mein schwaches Geschlecht bedauert, jetzt hat mir doch die Religion einen ganz andern Gesichtskreis eröffnet £), wie danke ich Ihnen, bester Herr Doktor! Freudig werde ich, wenn die Zeit solcher Pflicht an mich herautreten wird, das Haar meines Hauptes bedecken!" „Vielleicht kommt diese Zeit früher, als Sie ahnen!" stotterte Dr. Stein beklommen. „Ich wollte schon längst mit Ihnen sprechen, liebe Hulda, aber ein gewisses Etwas hielt mich zurück. Wie wäre es, wenn Sie an meiner Seite meine Pflichten mit mir thciltcn? Ich verstehe nicht die Sprache, die die jetzige Welt bei solcher Gelegenheit führt. Aber ich meine es ganz gewiß nicht schlechter als jene. Wollen Sie also mein Weib werden und mein bescheidenes Leben mit mir theilen? Wollen Sie, liebe Hulda?" . > - Ein verklärtes Lächeln huschte über das reizende Gesichtchen Huldas. -. „Ja, ich will lieber Max!" sagte sie leise. Ein kräftiger Händedruck besiegelte, ihr Bund. Schweigend holten sie Doetor Priester und Hulda ein. (Fortsetzung folgt.) Füp den folgenden Theil ist die Medaetion nicht verantwortlich. C Abonnements- und Juscraten-Annahme für Frankfurt a. M. beiI. Kansfmann, Buchhandlung; für. Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhösen Nr. 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Bettelheim, Färbergrabcn 29; für Fürth in Bayern bei M. Dörnberger, hebr. und deutsche Buchhandlung; für Böhmen, Mähren und österr. Schlesien bei Jacob B, Brandeis, Buchhandlung in Prag.;irii, u-4 i j i'U Lir suchen für unsre Gemeinde einen ' Rcligionslchrcr, welcher zugleich als Borbcter und Schächter fungiren kann, bei einem Iahrcsgchalt von Mk. 600 n. freier Wohnung, uiä sehen Bewerbungen,, denen alsbald Zeugnisse beizusngen sind, entgegen. Der Borstand der isr. Gemeinde Laub ach in Oberhcsicn. 4694) L. Heynemann. nr mein Knr;-, Weif;- und Wollcnwaarengcschäst kuxror«, welches an Camssotme alle azngchongc en xro»?^ und sieiertage geschlossen ist, suche einen für Wicdcrvcrkänser. Anleitung und. illustrirter Preiscourant gratis. ' ';Clienmitzer Telegra))licnbäiianstalt: Horm. Piige, Chemnitz. Lehrling mit nöthigcn 'Vorkrimtnisscu, kann evcnt. Kost und Logis gegen Vergütung gegeben werden.. .. D.' Hananer, Kaiscrstr. 22. 4744) Würchurg.