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Der Israelit · 1884-10-02 · Heft 79-80 (2.10.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 79-80 (2.10.1884)
Date
1884-10-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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XXV. Jahrgang.;U Erste Klinge M Ur. 79 Sc 80 des IsrneM. Leitender Artikel. Fukaö. Von Rabbiner Dr. Ehrmann. Neben w ny'pn hatte die Braunschweiger Rabbinerversammlung, auch für 2I?P n?n:2 das Bedürfnißnach ansprechenderen, das ästhetischeGesühl weniger beleidigenden Formen empfunden. — Beim Schofar lag die Begründung dieses Bedürfnisses auf der Hand. Es ist die Macht des alten Gottessignals n« 221ZWN, die den Verführern störend in den Weg ttitt und ihre neue Religion keinen festen Fuß fassen läßt, so lange noch der Ruf der alten im jüdischen Kreise in Ehren gehalten wird. Welche Bewandniß hat es aber mit Mizwath Lulab? War den modernen Weisen, vielleicht der Ausspruch der alten gegenwärtig, der an das Schriftwort: „Dies ist mein Gott, ich will ihn auf eine schöne Weise verehren!" die Mahnung knüpft, die von Gott gebotenen Mizwoth in schöner ansprechender Weise zu erfüllen und als Beispiel gerade Mizwath Lulab herausgreift? Aber dann hätten sie ihre Forderung nach mehr Aesthettk nicht auf Schofar und Lulab beschränken, sondern auch mindestens auf Mizwath Sukkah ausdehnen müssen, die ebenfalls in jeuerMahnung exemplificatorisch herausgegriffen wird. nvy ,rvmi vxh n*onn /.nuto Pn nrir:n .('j?p ,nrtr) n*o 2W1 n*u r.no vüft Die Thalfache, daß unter allen 613 Mizwoth nur Schofar und Lulab das ästhestische Gefühl jener Herren verletzten, legt die Erwägung nahe, daß die Unzufriedenheit mit ihnen aus einer und derselben Quelle fließt. In der That finden wir nur Mizwath Lulab geradezu als Dorn, oder wie der Ausdruck lautet, als Pfeil im Auge desVerführers, bezeichnet, rr? wm rA 'egd rpjr "o Nn« 22 .('n*? nnD) jubch ktj p „Durch die Erfüllung des Lulabgebots, sieht der Verführer augenscheinlich", wie Rasch! erklärend bemerkt, „daß er nicht die Kraft besitzt, uns das Joch der Mizwoth zu lockern." vryja yrO nr nn •mfflo myn pn:7 nr 12 ryyz nanti’ ysv Diese Erklärung beschränkt sich jedoch nur auf die Thatsachc, nicht aber auf die Begründung, warum der Erfüllung gerade dieser Mizwah mehr wie irgend einer andern die Kraft innewohnt, an welcher jede Verführung ohnmächtig abprallt. Diese Begründung dürfte sich aus einem Hinweis auf die Eigenart dieser Mizwoh von selbst ergeben. Rösch Haschonoh und Jom Kippur zeigten uns Gott in seiner ganzen einzigen Erhabenheit, die hoch, himmelhoch alles menschliche Denken, alles natürliche Walten überragt. Die überwältigende, heilige Bedeutung dieser Tage, fjpm ovn nrnp führte uns von allen Abirrungen unserer Lebenswege wieder zurück zu Ihm, dem einzigen, mächtigen, liebevollen Gestalter und Lenker unserer Geschicke, durchdrungen von dem Vorsatz, von nun ab irtiNEi ,1222? ^rr mit jeder Wallung unseres Herzens, mit jeder Regung unseres Geistes, mit jedem Splitter unserer Habe, Ihm und nur Ihm und seinem Dienste leben zu wollen. Aus dieser vollen rückhaltlosen Hingebung an Gott, wie wir sie an der Schwelle des neuen Jahres gelobt und vollzogen, erblüht nun die Freude am Leben und seinen Gütern, seinen Blütheu und Früchten. Auf die cr'fcnun ovd', folgt unnpü* p, mit "p legten wir unser Leben, mit seinen Neigungen und Wünschen huldigend zu Gottes Füßen nieder, mit err*? erwidert Gottes Vaterliebe unfern Hnldigungsgruß, drückt uns selber die Gebilde und Früchte seiner Natur mit den Worten 22? □nnpp'i fit die Hand, und gestattet nicht nur, sondern gebietet uns die Freude mit allem was die Umgebung uns bietet, jene Freude, der kein Weh folgt, jenen heiteren Genuß, der, weil er sich vor Gottes Antlitz vollzieht, nie zu erröthen braucht, nnd deßhalb so rein, so heilig und gottgefällig ist, wie die Entsagung, die wir vor vor wenigen Tagen vor Gottes Antlitz geübt, iinren 'n —'n 'n onnotrv Lehrte das Judenthum nur den scheuen Ernst und wäre es jeder freudigen Regung gram, so wäre es allerdings schlecht gegen die Verführung gewaffnet, die heiteren Lebensgenuß in unerschöpflicher Fülle als den Köder anpreist, mit dem feilte treuen Kinder entfremdet nnd den Götzen des Tags in die Arme gelockt werden sollen. Daß aber der Ernst, mit dem der Jude die Jahresschwelle überschrei-

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