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Der Israelit · 1884-09-25 · Heft 77-78 (25.9.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 77-78 (25.9.1884)
Date
1884-09-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1279 ihnen gespalten, warum hast Du sie nicht umkommen lassen durch das Schwert ihrer Feinde, da sie ja selbst in der Freiheit Dir ungehorsam werden? — Es gibt einen Talisman, der Israel immer wieder zu seinem Gotte zurückführt intf> das ist die Theschubah, zu der der Versöhnungstag so mächtig auffordert. Und deßhalb entgegnen die heiligeil Seraphim: Führe uns o Elvigcr, zu Dir zurück, und wir werden zurückkehren, erneue unsere Tage wie ehcdern. — Perioden, in welchem Israel seinem Gotte sich entfremdet hat, sind nur vorübergehende; stets und immer wird wieder ein Zeitpunkt kommen, da die Söhne und Töchter unseres Volkes, die Großen und die Kleinen, die Neichen und die Armen, die Vornehmen und die Geringen, die Gebildeten und die Ungebildeten sich in aller Innigkeit, wie einst unsere frommen Voreltern, arrschließcn werden an Gott und Seine heilige Lehre. „Führe uns zurück, o Ewiger, zu Dir, und wir wollen zurückkehren, erneue unsere Tage wie ehedem!" Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen Oesterr.-Ungar. Monarchie. Luudenbnrg, (Mähren). Die Stadtverordneten haben den Reichsrathabgeordnetcn Herrn Rudolph Ausspitz (Israelit) zlun Ehrenbürger ernannt. Aus diesem Anläße spendete derselbe 2000 fl. für den von nnscrm Glaubensgenossen Herrn Knpsner im Jahre 1873 gegründeten Spitalfond. Italien. Rom, 14. Scpt. In Asti ist ein Jude an der Eolcra gestorben, während die Juden in Saluces, Foffano und Cuneo ganz von dieser Epidemie verschont geblieben sind, ebenso in Neapel, wo die Cholera am stärksten auftritt; am letzteren Platze wohnen 350 Juden. Sämmtliche ital. Rabbiner sind auf ihrem Posten geblieben und keiner hat eine Bade- oder Erholungsreise unternommen, um stets mit ihrer Hilfe bereit zil sein, wenn in ihren Gemeinden die Cholera ansbrcchen sollte. Der jüdische Arzt Dr. Jtalo Vivante in Mailand hat sich freiwillig erboten, in Treviglio, woselbst der einzige Arzt an der Cholera gestorben, dessen Posten ohne jedes Entgelt zu übernehmen. Frankreich. Paris. Mehrere Ernennungen und Beförderungen von Juden in der richterlichen Carriüre wurden jüngst im „Journal officiel" berichtet. Unter den bedeutendsten ist die Ernennung des Herrn Abram zum Vste-Präsidcnten des Tribunals in Marseille und des Herrn Lcvy zum Richter in Charlevitle. Herr Abram ist der dritte Jude, welcher Biccpräsident an einem franz. Tribunal ist. In manchen jüdischen Gemeinden in der Provinz herrscht in religiöser Beziehung ein beklagenslverther Jndisfcrcntismns. Diese besitzen alle religiöse Institutionen und die hierzu nöthigcn CnltnSbeamtcn vom Rabbinen an, und doch bleiben ihre Synagogen bis auf zwei oder drei Tage im Jahre verschlossen. Paris. Monatsbericht (August) der „Alliance Jsratzlite Universelle": (Israeliten Serbiens.) Wir veröffentlichten jüngst ein Circular des Jnstizministers Marinkovics, welches die Gerichtsbehörden des Landes daran erinnert, daß die israelitischen Serben dieselben bürgerlichen und politischen Rechte beanspruchen und genießen dürfen wie alle anderen Serben. DaS Central-Comitö hat kürzlich den Vorgang in Erfahrung gebracht, welcher die Veranlassung gegeben zur Veröffentlichung dieses Circulars. „Ein Israelit von Procoplia, einer Stadt, welche bei dem Berliner Eongrcß Serbien znertheilt wurde, kaufte dort eine Besitzung, und wollte dieselbe — dem Gesetze gemäß — gerichtlich eintragen lassen. Das Gericht weigerte sich, diesen Act vorznnehmen, unter dem Vorwand, daß die Gesetze von 1856 und 1861 cs den Inden untersagen, sich wo anders als tu Belgrad Bodenbesitz anzncignen. Der Besitzer appellirte, aber der Appcllationsgerichtshof bestätigte den Ausspruch des Bezirksgericht. Wäre dieses Urthcil entgültig angewcndet worden, so würde den Israeliten eines der wichtigsten Rechte, welche ihnen der Berliner Tractat verliehen hatte, entzogen; es versetzte sie neuerdings unter die frühere Gefetzbarkeit, welcher sic bis 1877 unterworfen gewesen waren. Der Vorgang hatte natürlich unter der jüdischen Bevölkerung Serbiens schmerzliche Aufregung hervorgebracht. Ein israelitischer Notabler, früheres Mitglied der Sknptschina, legte dem Justiz-Minister ein Memorandum vor, welches die klare Sachlage enthielt und bewies, daß das Urtheil des Gerichts zu Prokoplia sich in geradem

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