Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 75-76 (18.9.1884)
- Date
- 1884-09-18
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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I I Ärthodoxe «MudenthuuM WsllstriMschtz-MsrlrAr rrn W. M u. %%, ^ltt5 Erzählung v. Gottfried Grün. (Schluß). Moab hatte, um sich für die erlittene Niederlage zu rächen, die Grenzdörfer Judäas überfallen ' urw Gefangene gemacht. Auch die Edomiter standen auf der Seite des Feindes, der sich noch zu schwach fühlte, allein gegen Judäa zu ziehen. Schon für den nächsten Tag wurde die Heerabtheilung hier einberufen, und war Obed auch als junger Ehemann nach den Gesetzen des Landes von Kriegsdiensten befreit, so war ihm doch dieses Leben ein viel zu liebes, als daß er von dieser Erlaubniß Gebrauch gemacht hätte. Er beabsichtigte statt seines, bereits mündigen Bruders in den Krieg zu ziehen und diesem die Sorge für Haus und Weib zu überlassen. Lothan hielt es Kr seine Pflicht, diesem Vorschläge zu widerstehen, obzwar er gern in seinen friedlichen Verhältnissen verblieben wäre. „Sieh Obed", sprach er, „das Land, fordert meine Kräfte und ich werde in den Kampf ziehen; bleibe du, wie es deine Pflicht verlangt, bei deinem jungen Weibe, das sich heute so unglücklich fühlt, das des Trostes und des Schutzes so. sehr bedarf." „Kann eine Hirschkeule sie trösten, kann ich .mit dem Sperre das Haus erhaltend Im Kriege stelle ich meinen Mann, den sie in dir nicht finden; im Hause taug ich zu nichts!" Einsicht und Wunsch ließen Lothan bald nachgeben. Am nächsten Morgen trat der Priester vor die versammelte Kriegsmannschaft und sprach dieselbe folgendermaßen an: „Moab hat den Krieg herauf beschworen, — Moab sei verflucht! Gegen eure Feinde zieht ihr, und Gatt ist mit euch. Er hat euch stark gemacht für diesen Kamps, so wie er für den letzten euch gekräftigt. Verzaget darum nicht, furchet euch nicht und zittert nicht. — Gott verläßt niemals jene, die er liebt. Lobet ihn, den Herrn! Er schleudert Blitze und zerstreut unsere Feinde,' sendet seine Pfeile, sie zu verscheuchen. Eine Burg ist er uns, eine Festung, ein Erretter, unser Schild, unter dem wir geborgen sind, der uns das feindliche Volk unterjochen hilft. Gepriesen sei der Ewige unser Hort!" . Und nun trat der Oberste über die hundert Krieger des Ortes vor, schied vor diesen alle jene aus, welche das Gesetz von Kriegsdiensteu befreit, die in junger Ehe leben, ein Halls bauen, einen Weinberg anlegen — alle jene, die im Begriffe eines Genusses sind, aus dessen Armen sie Gott nicht zu reißen fordert.