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Der Israelit · 1884-09-18 · Heft 75-76 (18.9.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 75-76 (18.9.1884)
Date
1884-09-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1258 Kammer wurde auch eine Statistikaufgestellt, bei wie vielen Eheleuten während der Jahre 1874—84 eine sogenannte Trennung von Tisch und Leib ausgesprochen wurde. Dieselbe ergab 7000 solcher Trennungen, - unter diesen waren nur vier Fälle, bei welchen die Parteien Juden waren. Hollan d. Hag. Am 80. August starb dahier int Alter vou 80 Jahren der Oberrabbiner der hiesigen portugiesischen Gemeinde, Herr Jacob Ferares. Der Verstorbene war der einzige portugies. Oberrabbiner in Holland, da die Rabbinerstelte der portugiesischen Gemeinde zu Amsterdam seit Jahren unbesetzt ist. Herr Ferares versah dahier sein Amt 43 Jahre lang und hatte sich während dieser Zeit die allgemeine Liebe und Hochachtung bei Juden und Christen erworben. Vor einigen Jahren empfing er vom König vou Holland den niederl. Löwenorden. Die hervorragendsten Amsterdamer und Hager Zeitungen der verschiedensten Richtungen widmeten ihm einen warmen Nachruf. Bei seinem Begräbnisse, bei welcher Gelegenheit in der Synagoge und auf dem Friedhofe Schofar geblasen wurde, wurden mehrere Trauerreden gehalten, darunter eine solche von dem Oberrabbiner der deutschen Gemeinde, Herrn Berenstein. E n g l a n d. London. Die am 13. März verstorbene Baronin Charlotte v. Rothschild hat laut ihrem nunmehr gerichtlich rcgiftrirtcn Testamente folgende Legate hinterlassen: Der jüdischen Freischule, Bell Lane, 15000 8.; der jüdischen Kinderschnle, Commercial Street, der Westminster jüd. Freischule, den Stcpney jüdischen Schulen und den Bayswater jüd. Schulen je 3000 L. dem Jcwish Board of Guardians, dem London Hospital, dem Evelina Hospital je 10000 L.; dem St. George's Hospital und der jüdischen Wöchnerin-Wohlthatigkeitsanstalt je 5000 L.; dem West London Hospital, dem jüdischen Hospital und. Waisenasyl, der jüdischen Auswandernngsgesellschast, der Franen-Wohlthätigkeitsgescllschaft und dem Clementinen-Hospital in Frankfurt a. M. je 3000 L.; dem jüdischen Convalcscenten- Haus, dem deutschen Hospital, dem Hauptstädtischen Frei-Hospital, der jüdischen Taubstummenanstalt, dem vereinigten Damen-Visiting- (Besuchs) Comite der United Synagogue und des Jewish Board of Guardians je 2000 L. Ausserdem 9000 L. an 10 verschiedene christliche und jüd. Wohlthätigkcitsanstalten, 5000 L. an die United Synagogue und 2000 L. zur Vertheilung an Wohlthätigkeitsanftalten in Frankfurt a. M. nach dem Gutdünken der Testamentsvollstrecker, im Ganzen 108000 L. (2,160,000 Mk.) London. Herr Marcus N. Adler erläßt im „Jew. Ehr." einen warmen Aufruf zu Gunsten der ausJenren (Arabien) geflüchteten und in Jerusalem sich angcsiedelten Juden. Diese flohen aus Sanaa iit Folge von Verfolgungen, denen sie seitens der der arabischen Bevölkerung ausgefetzt waren, und wurden auf Kosten eines wohlthätigen Glaubensgenossen in Aden, des Herrn Menachem Missa nach Jerusalem befördert. Sie sind fast alle tüchtige Handwerker und Ackerbauer, haben aber in der h. Stadt keine Arbeit gesunden und befinden sich in großer Bedrängnis;. Obgleich die engl. Missionäre mehrmals ihre Netze nach ihnen ausgeworfen, blieben sie der angestammten Religion treu. Bemerkenswerth ist, das; diese arabischen Juden behaupten, die Nachkommen des Stammes Gad zu sein. Rußland. Eine weitere Anzahl von 35 Juden wurden aus Kiew ausgewiesen. Der türkische Consul in Odessa hatte bei seiner Negierung die Errichtung eines Hospitals in Odessa befürwortet, welches für die vielen daselbst ansässigen türkischen Juden ein Bedürsniß fei. Die hohe Pforte machte dem Consul die Mittheitnng, daß sie demnächst aus Kosten der Regierung ein Hospital zur Benützung für alle türkischen Unterthanen erbauen werde. Odessa. Die Juden sind es nicht allein, welchen in Rußland dasNiederlassungsrechtundderAufenthalt nur in beschränkter Weise erlaubt ist, sondern diese Beschränkung erstreckt sich nach einem alten Gesetze auch auf römisch-katholische Geistliche des Auslandes. Als jüngst zwei römisch-katholische Geistliche aus Oesterreich dahier ankameu, welche dem archeologischen Congreß, der hier abgehalten wurde, mitanwohnen wollten, wurde ihnen von der Polizei der Aufenthalt verboten und wurden sie gezwungen, auf das Schiff zurückzukchren, mit dem sie angekommen waren. Es bedurfte der besonder» Intervention des Gouverneurs, der ihnen ausnahmsweise gestattete, während der Dauer des Eongresses dahier zu verbleiben. Bei diesem Congreffe wurde unser Glaubensgenosse, Dr. Harkavy aus Petersburg, zum Präsidenten der orientalischen Sektion erwählt. '

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