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Der Israelit · 1884-09-15 · Heft 74 (15.9.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 74 (15.9.1884)
Date
1884-09-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1241 Schweiz. Zürich, 10. Sept. Die hiesige neue Synagoge wird am Dienstag den 16. d. M. eingeweiht. Die Synagoge ist für 200 Herren- und 170 Franensitzplätze eingerichtet, enthält überdies ein Lokal für die Neligionsschule, die gegenwärtig von 80 Kindern besucht wird. Der Bau sammt Platz kostet über 200,000 Franken. Zur Einweihungsfcier sind auch der Regierungsrath, Stadtrath und die Geistlichen der Stadt geladen. Diese Mittheilung hätte an und für sich nichts besonderes, wenn nicht noch eine Sache im „Hintergründe" wäre, welche für die Frommen, oder besser gesagt, fiir die nur etwas religiös gesinnten Mitglieder der hiesigen Gemeinde eine Prinzipienfrage betrifft. Der Vorstand hat, ohnedieGenehmigung der Gemeinde einzuholen, die Absicht, am Tage der Einweihung eine Orgel en miniature — Harmonium — in der Synagoge auszustellen und würde es ja durch die Einführung derselben, dem gesetzestreuen Glaubensgenossen unmöglich gemacht, seine Andacht in einer mit einem Harmonium versehenen Synagoge, zu verrichten. Es sind in der Gemeinde Zürich noch eine Anzahl Mitglieder, welche auf gesetzestrenem Boden stehen und ergeht der Mahnruf an dieselben: „Seid „auf der Hut und laßt Euch nicht ein religionsge- „setzlich verbotenes Instrument in Eurer Synagoge „anfstellen, protestiret mit allen Euch zu Gebote „stehenden Mitteln gegen die projectirte Aufstellung „eines Harmoniums, noch ist von der Gemeinde kein „Beschluß gefaßt und der Friede! n Eurer Gemeinde, „der während der Bauzeit geherrscht, wird auch „weiter fortbestehen, wenn von solchen Neuerungen, „welche nur von einigen Mitgliedern, die alle Jahre „2—3 Mal die Synagoge besuchen, einzüführen gebucht werden, abgesehen wird." . A m er i k a. Ncw-Uork. Wie wir bereits berichtet, hatte sich der Grenlcy-Expedition nach dem Nordpol, deren trauriges Schicksal jetzt viel von sich reden macht, auch ein Glanbeusgenoffe, Edward Israel, ein berühmter Astronom, angeschlosscn. Wie viele seiner Gefährten ist auch er ein Opfer der Wissenschaft geworden. Seine sterblichen Neberreste gelangten am 11. August nach Kalamazoa (Amerika), wo feine Mutter wohnt. 3000 Personen erwarteten den Leichnam auf dein Bahnhofe, darunter der Bürgermeister, die Nathsvcrsammlnng, der Adel und die höheren Beamten, die Bnai-Brith-Loge, welche in doppelter Reihe zwischen der Eisenbahn und dem Leichenwagen aufgestellt, in ehrfurchtsvoller Stellung verblieben, bis der schwere eiserne Sarg, welcher den Leichnam enthielt, in den Leichenwagen gebracht war. Sodann bildete sich ein Zug, an der Spitze die Polizei, hierauf in Wagen die Bürger, welche städtische Acmter versahen, die Bnai-Brith und schließlich noch andere Vereine. Der Leichenwagen war umgeben von einer Ehrenlegion, bestehend ans 8 der besten Freunde des Tobten. In alten Straßen, durch welche sich der Zug bewegte, waren die Lüden geschlossen, Trauerflaggen wehten von den Häusern k. In dieser Reihenfolge gelaugte man zur Wohnung der Mutter, nachdem der Leichnam in's Haus gebracht war, zerstreute sich der Zug und nach zwei Stunden erschienen Alle wieder, iim den Tobten dem Grabe zu übergeben. Der Sarg war mit einer schwarzen Decke verhüllt. Der Deckel des Sarges enthielt eine Inschrift aus silbernen Buchstaben des Inhalts: „Hauptmann E. Israel, gcst. am 27. Mai 1884 im Alter von 25 Jahren." Die Trauerrede hielt Ncv. Ignatz Müller ans Eiminnati. Der Stadtverordnete Förster Pratt hielt dann im Namen der Stadtverordnetenversammlung eine Lobrede auf den Verblichenen. Sodann bewegte sich der Zug auf den Friedhof, wo der Frühverstorbene der kühlen Erde übergeben wurde. MW Freitag, 19. September, 29. Elul. y»j? Samstag, 20.- September, I. Tlschri. rc©n rsm ‘n cp Sonntag, 21. September, 2. Tischri. n:rn r.s-n ‘a CP Festes-Ausgang 6 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) Montag, 22. September, 3. Nschri. rvVu o« Samstag, 27. September, 8. Tischri. naw rzv wxn ' Sabbat-Ausgang 6 Uhr 35 Min. (Mainzer Uhr.); fj:'.

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