Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 72 (8.9.1884)
- Date
- 1884-09-08
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 180 — übergeben worden, und wir kennen dreizehn, derselben sogar persönlich, die zu den schönstenHoffnungen berechtigen, dass sie sich einstmals durch ihre Arbeit der menschlichen Gesellschaft nützlich machen werden. Ausserdem sind viele arme Waisenknaben in der Schule, die oftmals von den Leitern der Anstalt gespeist werden. Eine Abtheilung der Anstalt heisst "Q'Tn p7 03 'SST"; in derselben werden talentvolle Jünglinge in D'pD’Sl unterrichtet und erhalten auch eine Summe Geldes zu ihrer Verköstigung. Geber die Verwaltung ist nur Gutes zu berichten. Die Leiter haben ein wachsames Auge auf Lehrer und Schüler. Ein ertheilt auch in seinem Fache Unterricht. Ein fühlbarer Mangel entsteht durch das Fehlen jeglichen Unterrichtes in der Landessprache. Die Leiter der Anstalt sind jedoch hierfür nicht verantwortlich zu machen, da die Gründer der „ Talmud-Toraliu die Unterlassung dieses Unterrichtes zur conditio sine qua non gemacht haben. Abgesehen von diesem Umstande ist die Leitung eine gute. Die Einnahmen fliessen in der neuesten Zeit jedoch spärlich, und jeder edeldenkende Jehudi sollte ein so wichtiges Institut mit seinen besten Kräften unterstützen. II. Das „D^TI mpn-Hospital". Das Krankenhaus *Tlp3„ ist eine Wohlthätigkeits-Anstalt im besten Sinne des Wortes und die Verwaltung ist ausgezeichnet. Das Krankenhaus hat 24 Betten und nimmt Kranke von allen aschkenasischen Gemeinden auf. Da das Haus von den „Peruschim“ gebaut worden, ist, so zahlen die Kranken aus den Gemeinden der „Peruschim“ 10 Piaster per Woche, diejenigen aus den chassidischen Gemeinden 20 Piaster. Ein tüchtiger Arzt besucht die Kranken zwei Mal täglich; die Arzneimittel und sonstigen Bedürfnisse erhalten die Kranken im Hospital selbst aufs Beste. Drei Mal wöchentlich ertheilt der Arzt sonstigen jüdischen Kranken aus Jerusalem unentgeltlich ärztliche ßatkschläga und die Arzneien werden im Hospital um geringen Preis verabfolgt. Der Arzt besucht auch die jüdischen Rrankfln, die nicht ausgehen können, in ihren Häusern und berechnet hierbei die Gebühren nur halb so hoch, als die übrigen Aerzte Her Stadt. Die Zahl der im Hospital aufgenommenen Kranken im Jahre 5643 betrug 402, die Zahl der von dem Hospital-Arzte ausgestellten ßecepte für auswärtige Kranke 6643. Die Ausgaben im Hospital betragen 66 Lires monatlich; die Einnahmen haben sich verringert. Möchten deshalb die Freunde Zions diese edle Sache helfend bedenken! Ich denke durch obige Schilderung den Herrn Cantor in Leeds eines Besseren belehrt zu haben. Möge er und Andere vorsichtig im Urtheilen über Dinge sein, die sie nicht durch eigene Anschauung kennen. Mögen sie bedenken, wie unermesslich der Schaden sein kann, der durch leichtsinnig in die Oeffentlichkeit geschleuderte Anklagen gegen so humane Anstalten entsteht! Leicht ist es zu zerstören, schwer zu errichten und zu erhalten! - Der Herausgeber der “nSxafh* Druck von David Louis Woiff in Magdeburg.