Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1884-09-04 · Heft 71 (4.9.1884) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 71 (4.9.1884)
Date
1884-09-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449406-2449474--20776-2510322
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1184 die unterste Etage eines vis-ä-vis dem Sarai (Gerichtsgebäude) gelegenen Hauses angetanst, in welchem genug Raum zur Unterbringung der Waisen und der Synagoge vorhanden ist. Die obere Etage dieses Hauses ist noch zu verkaufen, und wäre hier der Wohlthätigkeit Gelegenheit gegeben, ein edles Werk zu vollenden, da der obere Thcil des Hauses, für 800 Napoleon käuflich, sich besondersznr Wohnung des Herrn Rabbiner Diskin eignen würde, und könnte dann der ehrwürdige Gründer selbst, die Aufsicht über das Waisenhaus übernehmen. Italien. Das Album, welches auf Veranlassung des Oberrabbiners Servi, des Herausgebers „Vessillo Israelitico“ in Jalien für den 100. Geburtstag von Sir Moses Montesiore vorbereitet wird, geht seiner Vollendung entgegen. Dasselbe enthält Gedichte, Oden, Mottos und, sonstige Compositionen von jüdischen Gemeinden und anderen öffentlichen Körperschaften, sowie auch von hervorragenden Persönlichkeiten, Juden und Christen, in Italien und anderer Länder. In dem Album kommen folgende Sprachen vor: Hebräisch, Chaldäisch, Arabisch, Griechisch, Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Rom. Zur Beschleunigung der Evakuirung der armen jüdischen Bevölkerung aus dem Ghetto hat der Municipalrath 50000 Lire votirt, und dabei die Versicherung gegeben, das; die Wohlthätigkeitsanstalten für die weiteren Bedürfnisse Sorge tragen werden. Frankreich. Paris. Herr Lan, Generalinspector der Bergwerke, wurde zum Director der höheren nationalen Bergwerkschule ernannt. Er ist der erste Israelit, der im Vergwerksfach einen so hohen Posten einnimmt. Der Unterdirector des hiesigen Observotoriums Herr Moritz Locwy ist von der Negierung zum Mitgliede der Astronomenversammlung in Washington ernannt worden. Auch Herr Emil Cahen in Reims präsidirte bei der Preisvertheilung in einer Schule. Paris. Ein seltsamer Prozeß fand jüngst vor dem Civil-Tribunal de la Seine statt. Herr Daniel Osiris Jffla hatte die aus der Reuovirung der portugiesischen Synagoge entstandenen Baukofien zum größten Theile aus seiner Tasche gedeckt, dahingegen das Verlangen gestellt, dass zur Linken der hl. Lade eine schwarze Marmortafel angebracht werde, auf welcher nicht nur die Namen seiner verstorbenen Anverwandten, sondern auch Namen bekannter Gelehrten früherer Zeiten nach feiner Auswahl verzeichnet werden sollen. Diesem letzten Ansinnen widersetzte sich die Verwaltung der Synagoge, weil sie befürchten mußte, daß möglicherweise auch Namen von solchen Männern in dem Gottes- Hause verewigt werden sollten, die im Leben nicht nach der jüdischen Religion gelebt, oder in ihren Schriften der jüdischen Religion entgegengetreten, und die somit Aergerniß bei den Mitgliedern der portugiesischen Gemeinde erregen mußten. Das Gericht wurde zur Entscheidung angerufen, welches ganz im Sinne der Synagogenverwaltung entschieden hat. Türkei. Konstantinopel. Ans besondere Einladung des Sultans sang ein jüdischer Chor des Haskieu- Distrikts im kaiserlichen Palaste. Das Concert dauerte drei Stunden und das Programm enthielt ausschließlich hebräische Hymnen und andere Melodien. Dem Sultan hatte die Aufführung... dieser... Gesangstücke so gut gefallen, daß er unter den neuen Choristen 100 L. verthellte und sie zu einem weitern Concerte während der muhamedanischen Feste einlud. Madame Cohen, die Frau des Leibarztes Elias Pasche empfing vom Sultan den Chefkatorden, eine Auszeichnung die nur wenigen Damen vom höchsten Range in der Türkei zu Theil wurde. Amerika. Rew-Iork. Die von uns bereits erwähnte „Vereinigte hebr. orthodoxe Gesellschaft", welche von den eingcwanderten Russen gebildet worden, hat in ihren Statuten einen Paragraphen ausgenommen, nach welchem der Zweck der Gesellschaft ist, die jüdische Religion bei den Mitgliedern zu kräftigen, die Gemeinden nach den Vorschriften des Schulchan Aruch zu leiten, einheitliche Führung der Gemeinden zn verlassen, wobei es den einzelnen Gemeinden jedoch überlassen bleibt, ihre besondere Minhagim beizubehalten und eine selbstständige finanzielle Verwaltung einzusühren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.