Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 71 (4.9.1884)
- Date
- 1884-09-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1181 Mutter, deren Gebet Gott nach allen Seiten hin erhört hatte, gesprochen, verursachten seinen frühen Tod*). Noch eine andere, merkwürdige Erklärung der in Rede stehenden Mischnah wollen wir unfern Lescril nicht vorenthalten. Zu den Zeiten Nabbon Schimcon den Gamlicls war eine Sccte entstanden, die später so große Verbreittmg gewinnen sollte. Zugleich war der Druck der römischen Oberherrschaft über Juda sehr hart und grausam. Das Volk lechzte nach der verheißenen Erlösung und bestürmte die Weisen Israels, den Zeitpunkt derselben nach den Andeutungen im Buche Daniel zu berechnen. Vielfache Versuche wurden gemacht. Da sprach Nabbon Schimeon den Gamliel: „Alle meine Tage bin ich groß geworden unter den Weisen und habe p)iN, das heißt für die Bestimmung des Zeitpunktes der Erlösung (X2 th p pa "2"d rvm' noNe» icr iv) nichts Besseres gefunden als zu schweigen. — Im Hinblicke aber auf die neue Secte, welche unausführliche Sittenlehren zu religiösen Vorschriften erhob, sprach er: > wpON -rin cmon «bi „Das Erklären und Lehren kann nur dann eine Bedeutung haben, wenn die thatsächliche Befolgung möglich ist." Das Judenthmu hingegen ist keine Religion des bloßen Glaubens, sondern eine Religion der That. -NEn rr'212 onin nznon 72i Wer aber unausführbare Vorschriften gibt, der verursacht, daß auch die ausführbaren Gesetze nicht beobachtet werden und fördert somit die Herrschaft der Sünde. Von unserer heiligen Gotteslehre heißt es: ‘ uhv rrrvDTü cjm n\:“n „Ihre Wege sind Wege der Lieblichkeit, und all ihre Pfade sind friedvoll." (Fortsetzung folgt.) Literarischer Wericht. Ein wichtiges Kapitel über die Bedeutung und Würde der Völker unserer Zeit, sowie derjenigen unserer Vorzeit, welche im Talmud gewöhnlich Akkum genannt werden, nach den Vorschriften der Thora. *) Dem widerspricht nicht, das; Samuel von sich sagte (Samuel I. (5. 12. B. 2) von vupi ’zto „ich bin alt und grau,"' da ihn ebenso wie Rabbi Masar den Asarjah, schon in jungen Jahren die Krone deS Alters zierte. (Vergleiche Rasch! zur Stelle). Bon Moritz Baum. Frankfurt a. M. 188-1. Selbstverlag. 8. Aus Anlaß des in Münster verhandelten Preßprozeffes gegen den „Wests. Merkur", bei welcher Gelegenheit vor Gericht die Frage vcntilirt lvurde, ob unter dem in den talumdischen Schriften gebrauchten Worte „Akkum" auch Christen zu verstehen seien und sich daher gewisse Ausnahmsgesetze nach talmudischem Rechte auf Christen bezögen, hat der Berf. die vorliegende Broschüre herausgegeben. Eine Untersuchung der Stellen, in denen jenes Wort gebrallcht wird nebst Heranziehung der Erklärungen und Entscheidungen der berühmtesten talumdischen Autoritäten des Mittelalters und der Neuzeit zeigen deutlich die Unhaltbarkeit des in neuerer Zeit oftmals gegen den Talmud gemachten Vorwurfs. Mit einer Klarheit, die nicht den geringsten Zweifel zuläßt,, sprechen sich alle dahin ans, daß nach talmudischem Rechte in Bezug moralischer und juridischer Rechtsverpflichtung auch nicht der geriligste Unterschied beut Juden und Christen gegenüber gemacht werden dürfe, ja daß nach talmudischem Rechte eine Unbill gegen Christen begangen, als eine viel schwerere Versündigung anzusehen sei, da eine solche in den meisten Fällen einen Chjllul Haschcm, eine Entweihung des göttlichen Namens mit sich führe. Die Schrift kann dazu dienen über die jetzt so oft ventilirte Frage, Manches zur Aufklärung beizutragen, weßhalb wir dieselbe einem weiteren Leserkreise empfehlen. mr ^m)D. Der theoretisch-praktische Mohcl. Bon Moritz Baum. Frankfurt a. M. 1884. Selbstverlag. 8. Der Verfasser, selbst praktischer Mohel, stellt hier nach Auerbachs ms die nVo w zusammen und gibt durch viele Erlebnisse seiner reichen Praxis illustrirt, eine Reihe nützlicher. Winke und Belehrungen. Besonders möchten wir hier auf ein treffliches Gutachten „eines Competenten" über die aufmerksam machen, das vor 40 Jahren erschienen, unfern Mitlebeudcn aber unbekannt geblieben ist. Dasselbe hier wieder reproduzirt zu haben, rechnen wir dem Verfasser als ein besonderes Verdienst an. Wir empfehlen angehenden Mohelim diese Schrift.