Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 70 (1.9.1884)
- Date
- 1884-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M 70. El« : Central-Organ für das orthodoxe Jadenthum. Herausgegeben von LS«'. Lehmann ln Mainz. Montag, de» 1. September $«44(1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MorrtagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgang» für Deutschland und Oesterreich 12 ReichS-Mark, für'S Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganz» jährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungeil und Postämter nehnien Bestellungen an. — Inserate 22 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition j ■ franco einzusenden. Jshalt (HssptblaLt) r Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Die Ministerialverfügung und das .Deutsche Tageblatt." — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. — Oest.-Ung. Monarchie: 2mal Pesth. — Holland: Haag. Schrveningen. — Feuilleton: Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners. Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Das naturwissenschaftliche und das religiöse Bewußtsein. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Gurahnmora. Leitevbo Artikel. Me Sprüche der Jäter. XXXIll. Mainz, den 28. August. . Rabbon Schimeon ben Gamliel wurde der Nachfolger seines Vaters in der Fürstenwürde; doch scheint er dieses Amt nur kurze Zeit verwaltet zu haben, da Rabbon Gamliel ein sehr hohes Alter erreichte, wahrend der Sohn in der traurigsten Periode unserer Geschichte, während des Krieges, welcher der Zerstörung des heiligen Tempels voranging, einesaewaltsamenTodes starb. Der Wahlspruch, der von ihm uns aufbewahrt worden ist, stammt aus der Zeit seines blühenden Mannesalters, da er den Fürstenthron noch nicht bestiegen und den Titel Rabbon noch nicht erlangt hatte. Daher wird er imr als der Sohn seines Vaters bezeichnet, wie das im Talmud so üblich ist. So finden wir, daß Rabbon Jochanan ben Sackai in der Zeit seiner Zugend nur als ben Sackai bezeichnst wird; ebenso ben Soma, ben Affai, ben Nannes u. s. w. D'ornn p täu 'v' ^2 toui 122 pjw ipyn «in emion 2D pjiay .tusn «'2C Dnn N2ivn ^21 «2« „Sein Sohn Schimeon pflegte zu sagen: Alle meine Tage bin ich groß geworden unter den Weisen und habe in Bezug auf irdische Dinge nichts Besseres gefunden als Schweigen, und nicht das Forschen ist die Hauptsache, sondern das Thun, und Jeder, der viel Worte macht, bringt Sünde." Es ist ein Erfahrungssatz, den der Weise uns hier mittheilt. Er ist der Vierte aus dem Hause Hillels, der zu den größten Männern Israels zählt. Die Hochachtung, deren er bei den Weisen Israels genoß, war unbegrenzt. Als viele Jahre nach seinem Tode sein Sohn Rabbon Gamliel II. mit Rabbi Josua ben Chananja in Streit gerathen war, ein Streit, der zur Absetzung des Fürsten führte, entschloß sich der entthronte Fürst, sich vor seinem Gegner zu demüthigen und dessen Verzeihung zu erlangen. Dieser aber war zu tief verletzt und verweigerte es, den ihm angcthanenen Schimpf zu vergeben, bis endlich Rabbon Gamliel sprach'.Vergib mir um meines Vaters Willen. — Da konnte Rabbi Josua nicht länger widerstehen; er verzieh, und Rabbon Gamliel wurde wieder in sein Amt eingesetzt. So groß und hchr war Rabbon Schimeons