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Der Israelit · 1884-08-28 · Heft 69 (28.8.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 69 (28.8.1884)
Date
1884-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXV. Jahrgang. M 69< tt rnt Ir w , . ' / '-‘V'’:’.V! ., - Ei» / '■ ' CeRLMr-OrM für das srihsÄUe ZNdmHM. .il fyt<mSetgtfa* ob» Dr. St^wom» in ©laütj. -i. . : :l s; Donnerstag, den 28. Angust TS44 (»884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Montags and Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Dogen. Preis desZZahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S AuAand 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden: * ' - '' ' ' — Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die neueste Verordnung des preuß. Cultusministers. — Zeituu^nachrichten und Corrcspondenzen: Deutschland: Merchingen. 3mal Berlin. Ostrowo. Neustettin. — Schweiz: Basel. — England: 2maljLondon. Birmingham. — Rußland: Petersburg. — Türkei: Cvnstantinopel. — Amerika: New-Iork. Aus Philadelphia. Chicago. — Oest.- Ung. Monarchie: Krakau. — Feuilleton: Verschollen und vergessen. — Räthsel. — Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Ueber Religion und religiösen Sinn der Neuzeit. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Süddeutschland. Frankfurt a. M. — Rußland: Petersburg. — Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. Hamburg. Leipzig. Rumänien: Jassy. — Frankreich: Paris. — England: London. — Türkei: Constantinopel. — Leitender Artikel. Me neueste Verordnung des preußischen Guttnsministers. 8. Als vor einigen Wochen das „D. Tgbl." und die „Germania" die Wett mit der Mittheilung überraschten, Herr Cultusminister v. Goßler habe in einer Verfügung an die christlichen höheren Schulen Preußens die Weisung ergehen lassen, bei der Aufstellung des Lectionsplans und den Maturitätsprüsungen auf die am Samstag nichtschreibenden jüdischen Schüler keine Rücksicht zu nehmen, so begegnete man derselben mit gerechtem Zweifel an ihrer Nichtigkett. Wir sagen mtt gerechtem Zweifel, denn der Herr Cultusminister v. Goßler hat sich in seiner bisherigen Amtsführung als ein Mann gezeigt, von dem man eine Schonung der Gewissensfreiheit und ganz besonders eine Achtung vor einem positiven religiösen Standpuntt erwarten durfte. Daß er nicht der Mann war, irgend einer extremen politischen Partei durch seine Persönlichkeit Relief zu geben, hat er öfters bewiesen. Man hielt also die Nachricht, die bezeichnender Weise zuerst zwei Blatter brachten, deren feindselige Gesinnung gegen die Juden bekannt ist, für..einen, frommen Wunsch, der sich im Kopfe eines Journalisten zu einer Verfügung des Ministers verdichtet hatte. Jedoch jener Optimismus scheint sich bitter getäuscht zu haben. Nachdem die „Nordd. Allgem. Ztg." an der Stelle, welche sonst für offiziöse Mittheilung reservirt ist, auch die Nachricht von der Verfügung des Cultusministers gebracht, mußruan wohl, wenn der Wortlaut derselben auch noch nicht in den officiellen Blättern mitgetheilt ist, an die Wahrheit derselben glauben. Man wird sich erinnern, daß Beschwerden seitens jüdischer Eltern, ihre Kinder sollten seitens mancher Directoren höherer Schulen am Samstag zum Schreiben gezwungen werden, bereits eine Verfügung des Ministers v. Mtthler veranlaßte, nach welcher ein solcher Zwang nicht stattfinden und jüdische Kinder auf Wunsch der Eltern am Samstag vom Schreiben zu dispensiren seien. Zugleich aber wurde den Ettern auch eröffnet, daß die Schule für den Nachtheil, welcher durch einen solchen Dispens den Kindern erwachse, nicht aufzukommen habe, daß es Sache der Eltern sei, dafür zu sorgen, daß ihre Söhne das Versäumniß durch Privatfleiß oder Privatunterricht nachholten.

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