Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1884)
- Date
- 1884-08-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1100 nähme machen, will sich dieses Verhältnisses zu l rührenden Bescheidenheit. Er lehnte die großen chm | seinem Gotte schämen? Der Christ und der Musel-! in Erinnerung gebrachten Verdienste ab, um sie f mann schämt sich nicht in seinen bedeutendsten, höch-! Denen beizulegen, die seine organifatorsschen^ Geß sten und gelehrtesten Vertretern, sich als Gottesbe-! danken ausgeführt und zweiter entwickelt^ hätten. j kenner und Gottcsdiener zu zeigen, schämt sich nicht! Eine Reihe werthvoller literarischer Festschriften und j seiner Religion und religiösen Gefühle; der Jude! Ehrendiplome wurde Zunz überreicht, unter den i] von heute will allein eine Ausnahme machen und letzteren ems aus Petersburg. Die^ größten Geß seine Reiligion und seine religiösen Gefühle verleug-! lehrten jüdischer Wissenschaft hatten sich zusammen- | neu. Alles lebt in der Religion, der Jude von! gethan, um ein Sammelband werthvoller Abhand- | heute stellt sich außerhalb der Religion. Freilich, lungen auf den Geburtstagstisch des großen Forschers v > er würde sich vielleicht nicht schämen, würde gleichniederzulegen. Auch von hiesigen Gelehrten aller falls zeigen, daß er religiös sei, wenn er, wie er! Confessionen erhielt er eine Reihe von Widmungsglanbt, mit seiner Religion nur nicht eine Ausschriften; besonders bemerkenswerth ist darunter eine nähme machen würde, wenn er nur nicht jüdisch I statistische Arbeit von dem Stadtverordneten Dr. religiös sich zeigen müßte. Und das schämt er sich, I S. Neumann, dem bekannten Verfasser mehrerer 1 und brüstet sich lieber damit, über religiöse Dinge! Arbeiten über die Entwickelungszahlen der jüdischen erhaben zu sein, keiner Religion Geschmack abzuge- Bevölkerung in Preußen. Auch die hiesige „Gesell- . Winnen, leugnet sogar die Gottheit offen ab, will! schaft der Freunde" überreichte dem Jubilar eine ' Vernunft-und Naturreligion treiben, mit der Wissenkünstlerisch ausgestattete Adresse, die den Nestor der schaft fortschreiten, aufgeklärt sein und sich mit! Wissenschaft des Judenthums feiert. In der Adresse? dem Nimbus eines starken Geistes umgeben. des deutsch -israelitischen Gemeindebundes ist die (Fortsetzung folgt.) Mittheilung von einer Zunz-Stiftung gemacht, aus I deren Ertrage Gelehrte ohne Unterschied der Äon= .. ..-c | Zession prämiirt werden sollen, die sich auf dem mth Knrretzi,o,»denr«',r Gebiete jüdischer Wissenschaft ausgezeichnet haben. Zertungsnachrrchten unv tLorrefponvenzen. Ortungen, darunter auch einige konservative Deutschland. I Blätter, wie wir hervorheben wollen, brachten zu dem gestrigen Ehrentage des Dr. Zunz freundliche Berlin, 12. August. Die Feier des 90. Ge-! Besprechungen seines Wirkens. . burtstags von Dr.Zunz hatte am Sonntage schon in früher Morgenstunde ein ungewohntes Leben in Berlin, 12. August. Die medizinische Fakul die stille Behausung des greisen Gelehrten gebracht.! tat der hiesigen Universität hatte mit SÜmmenem- Eine Fluth von Briefen, Telegrammen und Adressen 1 Helligkeit beschlossen, beim Kultusminister zu beanergoß sich in das ruhige Heim des alten Herrn, tragen, dem bekannten Privatdozenten Dr. Mendel, uiib zahlreiche Deputationen langten an. Von allen! der durch seine Vorlesungen über ZurechnunMähig- Seiten Deutschlands und Oesterreichs liefen herzliche! keit und Psychiatrie jedes Semester mehrere Hun- Worte des Grußes und der innigen Verehrung ein,! dert Studenten um sich versammelt, eine Professur die lebendiges Zeugniß von der hohen, weithin leuch-! für gerichtliche Psychiatrie zu verleihen. Der Herr tenden Stellung des Jubilars ablegten, Zeugniß! Kultusminister hat diesem Anträge soeben entsprochen von der Bedeutung, die Zunz sich seit Jahrzehnten! und ist die Ernennung erfolgt, in dem Bewußtsein und dem Gedächtniß der ge-! lehrten Welt errungen hat. Das hiesige Rabbinat, Frankfurt a. M. Für die Wittwe und die der Gemeindevorstand, der deutsch-israelitische ge-! sieben Kinder des vom Blitz getödteten Lehrers Heß meindebund erschienen, um ihren freudig erregten in Zirndorf wurden durch das hiesige Comite 2208 Daukesgefühlen gegen den verdienstvollen Förderer! M. 17 Pf. gesammelt. Außer dieser Geldsumme jüdischer Wissenschaft Ausdruck zu geben. Rabbiner! wurden dem Comite von dem Maler Herrn Lud- Dr. Frankl und Professor Dr. Lazarus waren die I wig Mayer in Berlin ein kostbares Oetgemälde zur 9!edner dieser Korporationen. Aus Paris war! bestmöglichsten Verwerthuung ftir die unglückliche Professor Dr. Derenburg erschienen. Er brachte Familie in freundlichster Wesse als Geschenk überdas Diplom einer Pariser gelehrten, orientalistischen! sandt. . . Gesellschaft für Zunz mit. Der silberhaarige Greis I •- ' hörte die vielen Reden stehend an, zum Theil ant- I Frankftrrt a. M. Unter den dieses Jcchr wortete er mit vielem Humor und stets mit einer I von hier in Feriencolonien geschickten armen