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Der Israelit · 1884-08-11 · Heft 64 (11.8.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 64 (11.8.1884)
Date
1884-08-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Der Israelit .; Ern Central-Organ für das orthodoxe Zudenthnm. Herausgegeben von ®r. Lehmas» in Maiaz. Montag, den 11. August 5C44 <1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Zahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, fürs Ausland 16 Reichs-Mark. Man abannirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeilc oder deren Raum. — Oefierreichische Banknoten laut Emirs. — Direcre Francozusendnug unter Streifband - pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., sür's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Eine späte Ehrenrettung. — Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen: Deutschland: Borken. — Ocslerr. - Ungar. Monarchie: Pesth. Schimeg. Krakau. — Frankreich: 3mal Paris — Belgien: Brüssel. — Amerika: Rew-?)ork. — Feuilleton: Aus dem Leben eines onhodoren Rabbiners. - Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Ueber Religion und religiösen Sinn der Neuzeit. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Prag. — Frankreich: 2mal Paris. - Palästina: Jerusalem. — Leitende A r t i f e!. Die Sprüche der Wter. XXVUI. Mainz, den 7. August. „Wenn ich nicht für mich, wer für mich? und wenn ich für mich selbst, was bin ich? und wenn nicht jetzt, wann denn?" Während in den beiden Vordersätzen wir über unser Verhalten in Bezug aus uns selbst imb in Bezug auf unsere Mitmenschen belehrt werden, legt uns der Weise in dem Schlußsätze die große, wichtige Wahrheit an das Herz, daß cs unsere heilige Pflicht ist, unsere Lebenszeit zu unsrer eigenen Vervollkommnung und zum Wohle unserer Mitmenschen eisrigst zu benutzen. „Wenn nicht jetzt, wann denn?" Hinter uns liegen die Jahrtausende der Vergangenheit, vor uns eine Zukunft, die wir nicht ermessen können; die Gegenwart schwindet dahin, unfaßbar, ungreifbar. Bevor ich noch das Wort gesprochen, gehört es der Zukunst an; kaum ist es meinem Munde entflohen, so ist es zur Vergangenheit geworden. Und doch ist dieser unfaßbare, ungreifbare Moment der eigentliche Zeitpunkt unseres Seins und Denkens, unseres Wirkens und Schaffens. Und diesen Moment zu nütze», erfolgreich und segensreich zu verwenden, mahnt uns Hiltel. „Wenn nicht jetzt, wann denn?" Die Jugend ist die Zeit der Saat; in ihr müffen die Grundlagen gelegt werden des künftigen Wissens und Könnens. Der Knabe muß lernen, um seinen Geist auszubildeu, der Jüngling muß sich die Fähigkeiten aueignen, die es ihm ermöglichen, sich seinen Lebensunterhalt zn erwerben. Dem Kiraben, dem Jünglinge ruft der große Weise zu : „Wenn nicht jetzt, wann denn?" Glicht wirst Du als Mann, als Greis nachzuholen vermögen, was Du als Knabe und Jüngling zn erlernen versäumt hast. In den Jahren der Kraft, in welchen nur zu oft die Leidenschaften das Meuscherlherz beherrschen, sollen wir uns ermannen und kräftigen, um die bösen Triebe und Neigungen zu besiegen und zu beherrschen. Wenn Du als Mann nicht zu kämpfen und zu siegen verstehst — als. schwacher Greis bist Du schon unterlegen und hast die Folgen der Vergeudung Deiner Manncskrast zu tragen. So heißt

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