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Der Israelit · 1884-08-04 · Heft 62 (4.8.1884) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 62 (4.8.1884)
Date
1884-08-04
Page
– (sequence 28)
Language
German
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a Nicht wollen wir untersuchen, ob sie recht daran gethan haben, au» Iiiebe zum ,Lande Israel*^ ihre Heimath zu verlassen und den Druck der Unduldsamkeit gegen Annrth umzutauschen. Iba Geschehene aber ist nicht ungeschehen zu machen; sie sind da, arm und niedergebeugt Die Deine hat ihre Habe verschlungen; mit der Hälfte der Heisekosten konnten sie jetzt ein zufriedenes Leben fuhren, denn sie sind sehr genügsam und schrecken vor keiner Arbeit zuruck. Der Zweck dieser Schilderung ist, meine jüdischen Brüder aufzufordern, diesen Armen an helfen. Erbarmet Euch über diese vierhundert jüdischen Seelen, bedenket, sie sind buchstäblich ohne Brod, ohne Kleidung, ohne Wohnung! Das Dringendste ist jedenfalls, ihnen Wohnungen zu verschaffen. Die übrigen Armen in Jerusalem bezahlen ihre Wohnungsmiethe von dem Gelde, das sie durch die „Chalukah“ erhalten, oder der Hausbesitzer begnügt sich eine Zeit lang mit einer Anweisung an den des Betreffenden für das nächste Jahr. Aber diesen Unglücklichen, die keinem SSlD angeboren, ist auch diese Quelle verschlossen. Der sephardische unterstützt sie allerdings mit einer geringfügigen Lumme; allein derselbe hat über so wenig Mittel zu gebieten und befindet sich in jüngster Zeit durch daa Zuströmen bulgarischer und rumänischer Juden so sehr in finanziellem Niedergange, dass von dieser Seite blutwenig gethau werden kann. Uebrigens obliegt die Unterstützung dieser arabischen Juden den Aschkeasim ebensosehr wie den Sephardim; denn die Araber sind weder Aschkenasim noch Sephardim. Allein die Vorsteher der vielen aschkenasischen sträuben sich dagegen, diese arabischen Juden an der „Ohalukah" theilnehmen zu lassen, da sie, wie sie sagen, keine Berechtigung hierzu hätten. Diese Armen bleiben also von der „Chalukah“ ausgeschlossen, und es kann nicht fehlen, wenn nicht bald Hilfe naht, dass sie auf den Feldern elendiglich verkommen, was Gott verhüten möge! Es sind einige Wege, auf denen ihnen Hilfe gebracht werden könnte: I. So hat sich Herr Benjamin Jecheskeel erboten, einigen Familien von ihnen Aecker zu geben, von deren Ertrag sie leben könnten, nur müssten sie sich die Wohnhäuser bauen. 2. Auch Herr Sittenfeld hat zehn Familien ein solches Anerbieten, aber mit derselben Bedingung, gemacht. 3. Ebenso hat ein nicht reicher, aber braver Mann, Namens Boas aus Babylon, achtzehn Familien Grundstücke am Fusse des Oelbergs angewiesen. Dort haben in der That schon einige mit der Legung des Fundaments begonnen; allein zum wirklichen Bauen fehlen ihnen die Mittel. Deshalb bitten unsere arabischen Glaubensbrüder nur um so viel Geld, als sie für Anschaffung des Kalkes und für die Arbeit der Steinhauer gebrauchen. Herr Kallmann Wollrauch in London hat sich einiger Familien angenommen, sie mit Geld unterstützt und sich erbeten, zehn Prozent zu den Kosten des Baumaterials zu geben. Darum flehe ich zu den Vorstehern der , in ihren Listen auch die arabische» Gemeinde zu bedenken. Der Herausgeber der Ich habe obigem herzergreifenden Aufrufe nichts weiter hinzuzufügen, als dass ich freudig bereit hin, Gaben für die überaus unglücklichen arabischen Glaubensbrüder entgegenzunehmen und nach Jerusalem weiter zu befördern. Als erste Sendung habe ich sofort dem Vereine “ÖTTÜ mtS“ 200 M. für dieselben zugehen lassen. .... Dp. Adolf Salvendi. * Druck toon David SouU SSolff in Magdeburg.

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