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Der Israelit · 1884-07-31 · Heft 61 (31.7.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 61 (31.7.1884)
Date
1884-07-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1017 seiner gründlichen Bearbeitung halber gebührende Anerkennung und läßt auch der gewandte Styl desselben auf einen guten Hebräer schließen. Rußland. Petersburg» 26. Juli. Die Voruntersuchung wegen der Judenhetze in Nischni Nowgorod (Vorstadt Kunawino) geht nach den „R. SB." ihrem Ende entgegen. In dieselbe verwickelt sind 109 Personen, worunter auch mehrere Frauen, die an der Beraubung der unglücklichen Opfer dieser Unruhen thätigsten Antheil genommen hatten. Außer den betheiligt gewesenen Lastträgern, Frachtfuhrleuten und bekannten Mitgliedern der „goldenen Rotte" trifft man unter den Angeklagten auch wohlhabende Budenbesitzer von Kunawino. 60 Personen befinden sich in Hast, die übrigen stehen unter Polizeiaufsicht. Das geraubte Gut ist trotz aller strengen Maßregeln, bis jetzt noch nicht ausfindig gemacht worden. Es wurde konstatirt, daß in den zerstörten Wohnungen kein einziges Stück von Werth zertrümmert, sondern alles Werthvolle geraubt worden ist. Ferner ist festgestellt, daß die Unruhen an dem betreffenden Tage zwischen 8—9 Uhr, in der Zeit also, wo die Arbeiter Feierabend machen, bei dem jüdischen Bethause begonnen in Folge des Geschreis der Fedoffja Rogoshin, daß die Juden ihr Kind geraubt hätten, das sie übrigens den Händen der Judenkinder nicht auf dem Hofe des Bethauses, sondern noch auf der Straße entrissen hatte. Bald versammelten sich Arbeiter um das Weib, verschiedene Gerüchte wurden unter denselben kolportirt und allerlei Gesindel, das gern im Trüben fischt, begann denn auch sofort den Angriff auf das Bethaus. Noch war aber das Zerstörungswerk daselbst nicht recht im Gange, als auch schon die Rufe ertönten: „Kommt zu Deizelmann, dort gibt's für uns zu leben," oder „Kommt in die Stadt". Nur den Anordnungen des Gouvernementschefs ist es zu danken, daß sich die Unruhen nicht bis in die Stadt fortpflanzten, da er die Ueberfahrten an der Oka, wo fick schon Massen von Unruhestiftern eingefunden hatten, sofort besetzen ließ. Eine ganze Woche lang kursirte unter den Arbeitern das Gerücht, daß die Juden ein Mädchen gemordet hätten und es fanden sich sogar Leute, die der Ermordung desselben zugesehen haben wollten. Gegenwärtig haben sich die Gemüther vollständig beruhigt. Amerika. Mew-Aork. Die hiesigen russischen Glaubensgenossen beabsichtigen eine vereinigte hebr. orth. Gesellschaft zu bilden, welche gleich ähnlichen Verbindungen kranke und schwache Wittwen und Waisen unterstützen soll. Achtzehn Gemeinden sind bereits der Gesellschaft beigetreten und haben provisorisch Herrn Abr. Hyman zum Präsident und Rev. Dr. Wechsler zum Secretär erwählt. $ e u i 11 e t o in Jüdische Eingeborene in Hransvaal. Dr. Jsaac Gregory d'Arbella, Leibarzt des Sultans von Zanzibar, welcher eine Reise längst der Ostküste von Afrika unternahm, theilt eine interessante Begegnung von dort mit. In einem Orte, Chilvane genannt, ungefähr 20 Meilen von Safala (wo nach den Behauptungen verschiedener Gelehrten das Ophir von Salomo und Hiram war), hatte sich eine große Anzahl schwarzer Eingeborenen eingeschifft, um in den Goldminen von Transvaal zu arbeiten. Als Dr. d'Arbella sie genau betrachtete, wurde er an ihrem jüdischen Typus betroffen. Er theilte den Eindruck seinem Reisegenossen, einem deutschen Missionär, mit, welcher ungefähr drei Jahre in dieser Gegend gewohnt hatte. Der Missionär stimmte bei, daß Dr. d'Arbella's Mittheilnng ganz mit seiner Vermuthung übereinstimmte, daß diese Schwarzen aus dieser Gegend Nachkommen seien von den Dienern Salomo's, die nach Ophir hingeschickt wurden, um Gold und Edelsteine zu holen. Er wurde in seiner Meinung bestärkt, weil die Bewohner von Safala und Umgegend mehrere mosaische Vorschriften halten, u. a. die Beschneidung, sie essen keine unreine Thiere und Fische und feiern den siebenten Tag als Sabbat. Ein Werk von Herrn Merensky, der an der Spitze der Missionäre in Transvaal steht, bestätigt in Allem, was hier oben gesagt wurde, und gibt besonders die Amatongas, Volksstämme, die in den Golddistricten wohnen, für die dem jüdischen Typus ähnlichsten an. Der Schreiber fügt hinzu, daß fast alle Reisende durch die Aehnlichkcit dieser Eingeborenen mit den Juden überrascht werden und zur Verdeutlichung erklärt er: „Die Diener von Salomo nahmen sich nach dem weitentfernten Lande jüdische Frauen mit, doch ist anzunehmen, da sie so lange dort verweilten, daß sie sich mit den inländischen Frauen vermählten. Ihre Nachkommen sollen sich, nachdem der Handel mit Ophir aufgchört, mit den Koffern vermischt haben. Derselbe Autor behauptet, daß Safala, sehr wahrscheinlich dem hebräischen Schefälah, Thal, abgeleitet ist, und daß die Berge, welche dieses Thal umringen, im Arabischen Afurah heißen, welches mit Ophir Aehnlichkcit hat. Das zu Amsterdam erscheinende „Weekblad voor Israeliten" meint, daß eine Nachuntersuchung der „Alliance Jsraälite Universelle" noch zu größeren Entdeckungen führen werde.

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