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Der Israelit · 1884-07-24 · Heft 59 (24.7.1884) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 59 (24.7.1884)
Date
1884-07-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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980 Laß von meiner Administration diese Mitteilung nicht dusgehtt-'" ' . . Das Docüment, welches die Zeitung Huti- Ssnütigue veröffentlicht, ist in dcn Acten nicht vorhanden " ' Empfangen Sie, rc. - Der Minister deS Innern "- . Waldeck-Rouffeam . Also sind vor allen Dingm die auf die Alliance Zsraelite bezüglichen Acten dem Blatte, welches daraus geschöpft zu haben vorgibt, gar nicht mitgctheilt worden. Und wären dieselben irgend wem zu Gesicht gekommen, so hätte Niemand darin das betreffende Schriftstück entdecken können, da der Herr Minister erklärt, daß es gar uicht vorhanden sei. . - England. London. Bei den seither vollständig von einander unabhängigen hiesigen portugiesischen und aschkenasischen Gemeinden hat in neuerer Zeit in mehrfacher Beziehung eine Annäherung stattgefunden und stellte sich erstere freiwillig unter die Oberaufsicht des Chiefrabbi Dr. N. Adler. Auf Veranlassung des Oberrabbiners Herrn Dr. N. Adler wird diese Gemeinde am 26. Oktober die 100. Jahresfeier des Geburtstages des Sir Moses Montefiore, welcher Mitglied dieser Gemeinde ist, ebenfalls einen besonderen Gottesdienst gemäß den Anordnungen des Oberrabbinots abhalten. Zum Festredner hat der Vorstand Herrn Dr. Hermann Adler eingeladen, welcher auch bereits zugesagt hat. Lvrrdon. Der Board of Guardians hat einen besonder» Sanitätsinspector ernannt, welchem der Auftrag geworden, sämmtliche Wohnungen der ärmeren jüdischen Bevölkerung zu untersuchen und auf Entfernung etwaiger Mißstände in sanitätlicher Beziehung zu dringen. Es ist anerkennend mitzutheilen, daß sämmtliche jüdische Armen sich bereitwillig den Anordnungen des Jnspectors unterwerfen, ebenso daß der Board ok Guardians feine Fürsorge für die Armen auch nach dieser Richtung ausgedehnt hat. London. Herrn Dr. H. Adler ist von einem Glaubensgenossen in Limerick (Irland) die Mittheilung geworden, daß nunmehr zwischen der christlichen Bevölkerung und den. Juden vollständig Harmonie herrsche, und daß die Mittheilung der Zeitungen, als wollten die Juden daselbst in Folge der gegen sie bestehenden gereizten Stimmung auswandern, nicht den Thatfachen entspreche. A s i e n. . Rach einem jüngst veröffentlichten Berichte des Herrn Pariente, des Direktors der Smyrnaer Schulen der All. Jsr. über seine Reise durch Kleinasten, hat die jüdische Gemeinde zuTireh, welche 3OO Familie» zähltkeinen einzigen Bettler. Alle Mitglieder ernähren sich, wenn auch kümmerlich, selbstständig. Es werden wohl wenige isr. Gemeinden ans dem wette« Erdenrund sich befinden, die sich eines 'gleichen günstigen Verhältnisses rühmen können. Palästina. Jerusalem. Ans Befehl des Sultans ist der Verkauf des Platzes auf dem Oelberg an die ruff. Geistlichkeit, woselbst die Gräber der ProphetenChagai, Sccharjah und Maleachie sich befinden, rückgängig gemacht worden, und da dieser Platz wegen der Gräber dieser Propheten den Juden heilig ist. so soll er ewiges Eigenthum derselben sein. Afrika. Aus Algier, 8. Juli schreibt man der Köln. Ztg.: Neben der Sorge um die drohende Choker« ist unsere Stadt in vergangener Woche der Schauplatz bedauernswerther Unruhen gewesen. Die Juden waren der Gegenstand von Verfolgungen, zu denen sich unsere europäische jeunesse dorSe mit unfern - europäischen Pöbel verband. Die hoffnungsvolle Colonialjugend, durch die aufreizenden Lehren radicalrepublicanischer Politiker gegen die Juden erregt, machte sich das Vergnügen, dieselben zu höhnen nutz zu beschimpfen. In Algerien tritt dieselbe sonderbare Erscheinung wie in Ungarn und Rumänien zutage, daß.der Antisemitismus hauptsächlich von den radicalen Parteien gepflegt wird. Als einige Juden, dadurch gereizt, sich zu unvorsichtigen Aeußerungen Hinreißen ließen, brach ein wahrer Sturm gegen sie los. Die »oales juifs®, hieß es, hätten die Franzosen beleidigt, das müsse gerächt werden. Während dreier Tage war unsere Stadt der Schauplatz einer wahren Judenhetze. Wo ein Jude sich zeigte, wurde er angefallen und mißhandelt. Die Polizei war ohnmächtig, die Ruhe herzustellen. Es mußten Truppen" aufgeboten werden, welche aber anfänglich nicht entschieden genug auftraten. Die Ruhestörer zogen z« Tausenden durch die überwiegend von Juden bewohnten Straßen und überall erscholl der Ruf ä bas les juifs. Jüdische Kaufläden wurden zertrümmert, wobei der süße Pöbel manches zu Lehen nahm.. Die Juden mußten sich in ihre Häuser flüchten, um nicht todtgeschlagen zu werden. Zum Glück sind dieseHäuser aus maurischer Zeit mit starken Thoren versehen, die man nicht leicht einbrechen kann. Desgleichen kamen den Bedrohten die flachen Dächer zu statten, von welchen sie die wüthenden Horden mit herabgeworfenen Ziegelsteinen in Schach zu halten wußten. AM

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