Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 59 (24.7.1884)
- Date
- 1884-07-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. JKg AN Ein Central-Organ für das orthodoxe Zndenthum. Herausgegeben von Dr. Lestmann in Mainz. Donnerstag, den 24. Juli 5044 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs sür Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Marr oder 8 fl. österr., sür'S Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition __franco einzusenden. * Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Wiesenfeld. Berlin. Colberg. — Frankreich: Paris. — England: 3mal London. — Asien. — Palästina: Jerusalem. — Afrika: Algier. — Feuilleton: In Tagen der Prüfung. — Räth'el. — Inhalt der Beilage : Leitender Artikel: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Karlsbad. — Oest.-Ung. Monarchie: Pesth. — . Leitende Artikel. Are Sprüche der Mater. nnr. Mainz, 21. Juli. Von Hillel werden uns im ersten Abschnitte der Sprüche der Väter drei Aussvrüche mitgetheilt, von denen der mittlere in chaldäischer Sprache abgefaßt ist, während der erste und der dritte die gewöhnliche Sprache der Mischnah beibehält; auch der zweite Abschnitt unsrer Maßechtha enthält vier Aussprüche von Hillel, von denen wiederum einer, der vorletzte, chaldäifch ist. Wir werden später den Zusammenhang der verschiedenen Aussprüche des großen Weisen zu erörtern suchen und auch nach dem Grunde forschen, weßhalb er sich manchmal der chaldäischenSprache bediente. Jetzt wollen wir die Aussprüche Hilles nach der uns hier gebotenen Reihenfolge näher betrachten. *pni oito amt« pnec lH'D^no u.i Wri .min^ pipoi ninan rot am« ovv „Hillel sagte : Sei von den Schülern Aharons, liebe den Frieden und erstrebe den Frieden, liebe die Menschen und nähere sie der Gotteslehre." Diese herrliche Sentenz entspricht vollkommen dem Charakter des großen Mannes, wie wir ihn im vorigen Capitel geschildert haben. Der Mensch kann seiner Natur nach nur in Gemeinsamkeit mit anderen Menschen ein menschenwürdiges Dasein führen. Ein Jeder ist aus die Hilfe und den Beistand Anderer angewiesen. Kein Geschöpf befindet sich so lange in hilflosem Zustande wie das Menschenkind. Die Thiere können schon sehr bald der Mutter entrathen; den Vater kennen sie meistens gar nicht. Das Menschenkind bedarf viele Jahre lang der Hilfe, der Unterstützung, der Ernährung, der Erziehung durch Vater und Mutter. Hat das Kind den freien Gebrauch seinder Glieder erlangt, so bedarf es der Lehrer zur Ausbildung seines Geistes. Daher haben sich die Menschen von Anbeginn an in großen Gruppen zusammengefunden; ans den Familien entwickelten sich die Staaten. Bei der Gemeinsamkeit der Interessen ist es unvermeidlich, daß die Rechte des einen Menschen in die des andern übergreifen. Da gibt es denn Conflicte, Hader, Zank, Streit, Krieg. Es verwandelt sich der Segen der Gemeinsamkeit in Fluch. Das Leben der Einzelnen wird durch Zank und Streit verbittert; der Wohlstand und das Glück der Völker werden durch Kriege vernichtet. Der Friede allein ist es, der die Kräfte der Menschen zu ruhiger