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Der Israelit · 1884-07-21 · Heft 58 (21.7.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 58 (21.7.1884)
Date
1884-07-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXY. Jahrgang. _Jjg 88.;; . Ein; ' ‘ TmLml-OMN für das orthodoxe Zudenlhum. Herausgegcbcn von Wr. Lehmann in Mainz. Montag, den 21. Juli 8644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, siir'S Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Zwischen den Marken. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Eydtkuhnen. Hamburg. — Oest.-Ung. Monarchie: Kremsur. Budapest. Krakau. — Rußland: Petersburg. — Feuilleton: Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners. — Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Beiträge zur talmudischen Sprach- und Sachkunde. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Bamberg. — Rumänien: Budapest. — Arithmogryph. — Leitende Artikel. Me Sprüche der Mier. xxn. Mainz, 17. Juli. Hillel und Schammai waren die vorzüglichsten Schüler, aber nicht die unmittelbaren Nachfolger von Schemaja und Abtalion. Hillel entstammte einem vornehmen Geschlechte, das seinen Stamnibaum auf König David zurückführte. Bei der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft waren die Voreltern Hillels in Babel zurückgeblieben. Von glühender Begeisterung für das Thoralernen erfaßt und angezogen von dem Rufe der beiden großen Männer, die in Jerusalem an der Spitze der Weisen Jsrael's standen, war Hillel nach der heiligen Stadt gepilgert, um zu den Füßen von Schemaja und Abtalion seinen Durst nach Weisheit zu stillen. Wiewohl er einen wohlhabenden Bruder Namens Schebna hatte (Sotah 21a.), mußte er doch mit der bittersten Armuth kämpfen, weil dieser sich nicht um ihn kümmerte. Später wies Hillel die Hilfe des Bruders zurück. Bei Tag ernährte er sich durch Taglöhnerarbeit, durch Holzhauen und Wasserschöpfen, während er seine Nächte dem Studium der Gotteslehre widmete. Täglich erwarb er sich auf diese Weise einen Tarpeik (p'ps-D), ungefähr fünfundzwanzig Pfennige nach unserem Gelde, wovon er die Hälfte zu seinem und seiner Familie Unterhalt benutzte, während er die andere Hälfte dem Thürsteher des Lehrhauses gab. Eines Tages fand er keine Arbeit, und weil er nicht zahlen konnte, verweigerte ihm der Thürsteher den Einlaß. Da stellte sich Hillel an das Fenster des Lehrhauses, um von dort aus die Worte des ewigen Gottes aus dem Munde von Schemaja und Abtalion zu hören. Es war . an einem Rüsttage des Sabbats und mitten im Winter, und Schnee fiel vom Himmel hernieder. Als - die Zeit herankam, daß der Tag anbrechen sollte, sprach Schemaja: Mein Bruder Abtalion, woher mag es kommen, daß das Tageslicht nicht durch das Fenster dringt? — Und sie sahen nach und fanden, daß die Gestalt eines erstarrten, über und über mit Schnee bedeckten Menschen das Tageslicht verhinderte, durch das Fenster zu dringen. Sofort gingen -sie hinaus, befreiten den Erstarrten vom Schnee, wuschen ihn, salbten ihn und erwärmten ihn am - Feuer. „Wahrlich/ sprachen sie, „der ist es werth, daß man seinetwegen den Sabbat entweihe." Als Schemaja und Abtalion gestorben waren, wurden die Söhne Bethera ihre Nachfolger. Da ereignete es sich, daß der Nüsttag zum Peßachfeste auf

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